Karrierefaktor 9. April 2014

5 Fragen an: Ralph Dannhäuser

5 Fragen an Ralph Dannhäuser
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Ralph Dannhäuser ist einer der führenden Experten für „Social-Recruiting & -Marketing“. Er coacht, schreibt und referiert zu beiden Themenfeldern und gibt sein Wissen mit großer Leidenschaft u.a. mit Vorträgen zu Social Media & Karriere weiter. Über neun Jahre Erfahrung mit Social Media auf Businessplattformen sowie eine 20-jährige Vertriebs- und Beratungstätigkeit ist die Basis auf die  sein Wissen gründet. Ralph Dannhäuser ist u.a. Herausgeber und Autor des Bestsellers “Praxishandbuch Social Media Recruiting”, das gerade beim Springer Gabler Verlag erschienen ist.

1. Authentisch oder lückenloser Lebenslauf: Wie sollte man sein XING-Profil gestalten?

Grundsätzlich sollte man die eigene Authentizität bewahren. Dennoch sollte man schauen, dass das eigene XING-Profil vom Werdegang einigermaßen kongruent  mit dem Lebenslauf ist. Sprich die zeitlichen Angaben sowie die beruflichen Stationen, Ausbildungen, Qualifikationen sowie Interessen sollten übereinstimmen! Zum einen dürfen Personalverantwortliche nach der aktuellen Rechtsprechung in freizugänglichen, beruflich sowie geschäftlich genutzten sozialen Netzwerken nach Bewerbern recherchieren. Und zum anderen haben „Lügen kurze Beine“. Will heißen, dass sich niemand dauerhaft verstellen kann und am Ende dann doch raus kommt, dass man möglicherweise nicht die Wahrheit gesagt hat.

Erlaubt und absolut notwendig ist, dass man sich von seiner besten Seite zeigt und seine Stärken mit ansprechen Texten, guter Struktur  und wirkungsvollen Grafiken betont. Auch Arbeitsproben oder Referenzen können die eigene Reputation und damit die Attraktivität als Arbeitnehmer stärken.  Hierzu können XING-User das neue „Portfolio“ nutzen. Dazu können sie Module anlegen und diese nach Belieben anordnen. Mit den richtigen Einstellungen, poppt diese Seite gleich als Erstes auf, wenn ein Besucher das eigene XING-Profil aufruft. Auch im Netz zählt der gute erste Eindruck. Das XING-Profil ist heutzutage die virtuelle Visitenkarte!

Neben dem „Portfolio“ haben die „Profildetails“ eine enorme Bedeutung im XING-Profil und sollte gut gepflegt sein.

Meine Top-7 XING-Checkliste für Berufstätige und Berufseinsteiger:

  • Ansprechendes und professionelles Profilbild
  • Passende Keywords bei „Ich biete“ & „ich suche“
  • Schlüssige Angaben bei „Berufserfahrung“
  • Mit „Interessen“ dem Profil ein persönliches Gesicht geben
  • Felder „Auszeichnungen“, „Sprachen“ und „Qualifikationen“ nutzen
  • Aktiv „Referenzen“ einholen und auch geben
  • Karrierestatus pflegen: aktiv jobsuchend, offen für Angebote oder kein Interesse

2. Wie schaffe ich es als Berufseinsteiger mir ein vielversprechendes Netzwerk auf XING aufzubauen?

Zunächst empfehle ich das Netzwerk mit persönlich bekannten Personen aufzubauen, denn dies ist am einfachsten. Dazu empfehle ich folgende Reihenfolge des Netzwerkaufbaus für Berufseinsteiger:

  • Aktuelle oder ehemalige Kommilitonen, Mitauszubildende oder Klassenkameraden
  • Bekannte Kontakte und Freunde
  • Arbeitskollegen
  • Dienstleister, Lieferanten und Kooperationspartner
  • Anschließend Personen mit denen man in persönlichen Kontakt getreten ist und beispielsweise eine Visitenkarte erhalten hat: z.B. Teilnehmer von Vorträgen, Weiterbildungsveranstaltungen, Events etc.
  • Mitglieder von Themengruppen oder Fachforen

3. Seit neuestem wird auch Instagram für die Jobsuche empfohlen. Sollte jeder eifrige Bewerber ein Profil anlegen?

Ich halte kreative Bewerbungen mit Instagram, Pinterest & Co. nur für sinnvoll, wenn klar ist, dass es entweder  zu meinem Beruf passt oder vom entsprechenden Wunscharbeitgeber die visuelle Art der Bewerbung erwartet wird. Für einen Steuerberater wird dies wenig sinnvoll sein, weil sein Fokus eher auf Zahlen, Daten, Fakten liegt. Ein Art Director hingegen könnte über die besagten Kanäle sein Portfolio professionell präsentieren.

4. Wie sieht es mit der Jobsuche via Twitter aus?

Die Jobsuche bei Twitter funktioniert in meinen Augen aktuell für die Bewerber nur bei wenigen Unternehmen. Viele sind noch nicht auf die eigentlich unkomplizierte 140-Zeichen-Kommunikation bei Twitter eingestellt. Und da speziell die Kommunikation über Jobthemen schon immer vielen Unternehmen schwer gefallen ist, geht es auch nur langsam voran. Die Twitter-Jobmesse #deinjob war vor kurzem ein erster Versuch. Einen Bericht darüber gibt es hier.

5. Gibt es Branchen in denen Social Media noch immer keine Rolle spielt? 

Wenn man sich die Mediadaten von XING anschaut, stellt man fest, dass  beispielsweise die Branchen Medizin & Pharma, Bau- & Herstellungsgewerbe, die Reisebranche und der Bereich Telekommunikation die unteren Plätze im Branchenranking belegen. Es gibt sicherlich auch Nischenbranchen, die in Social Media noch gar nicht oder in sehr schwach ausgeprägter Form stattfinden. Wenn man beruflich genutzte Social Media Kanäle wie XING oder LinkedIn mit privat genutzten Social Media Kanälen vergleicht, sind es nicht nur die Branchen, die unterschiedlich gewichtet sind, sondern auch das Karrierelevel, das Bildungsniveau sowie das Alter.
Interessant ist auch zu sehen, dass es in beruflichen Netzwerken einen sehr hohen Anteil an Führungskräften sowie Fachkräften mit Hochschulabschluss oder weiterführender Bildungsqualifikationen gibt. Waren aber vor drei Jahren Krankenschwestern, Sekretärinnen, Zimmerleute und andere Handwerker ohne Führungspositionen nur spärlich vertreten, sehen wir heute erfreulicherweise in unserer Recruiting-Praxis einen stärkeren Zulauf in solchen Berufen und Positionen. In Deutschland sind 74 Prozent der Internetnutzer mindestens in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Zwar führen jüngere Internetnutzer unter 30 Jahren die Statistik der Social Network Nutzer mit 92 Prozent deutlich an, aber auch bei den 30- bis 49-Jährigen sind nahezu drei Viertel in den Netzwerken angemeldet, besagt die zweite, erweiterte Studie „Soziale Netzwerke“ des Branchenverbandes BITKOM, 2012.

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