Karrierefaktor 13. März 2014

Berufliche Weiterbildung: Nutzen Sie betriebsinterne Chancen

Bewerbungsgespräch
© Adam Gregor
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Eine 2008 durchgeführte diw-Studie ergab, dass der Bundesrepublik Deutschland jährlich 4,5 Milliarden Euro wirtschaftlicher Wertschöpfung aufgrund fehlender Personalweiterbildung entgehen. Diese immense Zahl zeigt: Investitionen in die Fortbildung der Mitarbeiter lohnen sich. Neben der Möglichkeit Angestellte zur Wahrnehmung von Angeboten wie Seminaren, Fortbildungskursen und Fernstudiengängen zu motivieren, können zur Weiterbildung auch firmeninterne Angebote erstellt werden.

Kompetenzen erweitern

Grundsätzliches Ziel von Weiterbildungen ist es, methodische, fachliche und soziale Kompetenzen von Arbeitnehmern zu fördern und weiterzuentwickeln. Die methodische Kompetenz bezieht sich dabei auf Fähigkeiten, Informationen zu beschaffen, richtig zu verwenden und dementsprechend eigenständig Problemlösungen zu entwickeln. Die Fachkompetenz bezieht sich auf die Kenntnisse über Fakten und Entwicklungen innerhalb der Branche. Bei der Entwicklung der sozialen Kompetenz geht es vorrangig um die Schulung von Soft Skills, welche für den beruflichen Erfolg immer entscheidender werden. Die Methoden, derer sich die Personalbildung bedient, können aktive oder passive Methoden sein. Sie können sich auf einzelne Lernende beziehen oder auf Gruppen. Es gibt Bildung am Arbeitsplatz oder Bildung außerhalb des Arbeitsplatzes.

Training off-the-job

Die Bildung außerhalb des Arbeitsplatzes wird auch als Training off-the-job bezeichnet. Der Vorteil hierbei: Maßnahmen, die außerhalb des gewohnten Arbeitsumfeldes stattfinden, sind nicht den Zwängen des Arbeitsplatzes unterworfen. Dementsprechend können sie sehr individuell, entsprechend den Bildungserfordernissen gestaltet werden. Neben langfristigen Maßnahmen, wie Seminaren, Kursen und Fernstudiengängen zählen hierzu auch folgende Methoden:

  • Vorlesungsmethode
  • Lehrgespräch, Konferenz
  • Programmierte Unterweisung (z. B.Web Based Trainings)
  • Fallstudie, Rollenspiel, Planspiel

Training on-the-job

Beim Training-on-the-job wird der Mitarbeiter nicht in einem externen Seminar, sondern firmenintern, direkt am Arbeitsplatz geschult. Durch diese Bildung am Arbeitsplatz lernt der Mitarbeiter die praktischen Bedingungen direkt „vor Ort“ kennen. Er erhält somit die Möglichkeit, sich im Unternehmen selbst praktische Erfahrungen anzueignen. Folgende Möglichkeiten diese interne Form der Weiterbildung umzusetzen gibt es:

  • Planmäßige Unterweisung
  • Leittextmethode (Ausbildung)
  • Übertragung begrenzter Verantwortung
  • Übertragung von Sonderaufgaben
  • Job Rotation (Arbeitsplatzwechsel)

Die Job Rotation ist ein systematischer Arbeitsplatz- oder Aufgabenwechsel innerhalb eines Arbeitssystems. Erfolgt dieser Wechsel innerhalb eines Anforderungsniveaus spricht man auch von Tätigkeitserweiterung (Job-Enlargement). Handelt es sich um Tätigkeiten in unterschiedlich hohen Anforderungsniveaus so spricht man von Arbeitsbereicherung (Job-Enrichment).

Vorbild für andere: Der Gerüstbauer Gemeinhardt gibt für die Schulung seiner 50 Mitarbeiter 2014 über 100.000 Euro aus

Ein Positivbeispiel für die Umsetzung der internen Mitarbeiterbildung ist die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH. Diese führt auch in diesem Jahr eine Großschulung im Gerüstbau für Ihre Mitarbeiter durch. Die Gerüstbauer werden in einzelnen theoretischen Seminaren auf die praktischen Seminare vorbereitet und dementsprechend geschult. Die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH geht hierbei schon seit Jahren mit gutem Beispiel voran und investiert jährlich ca. 30.000 Euro plus Lohnkosten in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Auch im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz, welcher in dieser Branche von immenser Bedeutung ist, stellt die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH ein Vorbild für andere Unternehmen dar. Hier werden auch 2014 wieder 100.000 Euro für Investitionen in diesem Bereich bereitgestellt.

Bei der Einrichtung von Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, ist es vor allem wichtig, dass die Unternehmen den letzten Schritt der Fortbildung nicht vernachlässigen: Die Kontrolle. Bildungsmaßnahmen müssen nicht nur sorgsam geplant und professionell durchgeführt bzw. realisiert werden, sondern es muss auch der Lernerfolg kontrolliert werden. Mit der Erfolgskontrolle soll herausgefunden werden, inwieweit die Bildungsmaßnahme ihren Zweck erfüllt hat und der geschulte Mitarbeiter in der Lage ist, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Wenn Ihnen dies gelungen ist, sind Ihre internen Bildungsangebote ein voller Erfolg.

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