Karrierefaktor 25. Februar 2015

5 Fragen an: Matthias Pöhm

5 Fragen an Matthias Pöhm

Matthias Pöhm coacht Spitzenleute aus Politik und Wirtschaft fĂŒr deren öffentliche Auftritte und ist begehrter Keynote-Speaker auf grossen BĂŒhnen. Er gibt Rhetorik Seminare, gilt als der bekannteste Schlagfertigkeitstrainer und als der „Beste Rhetorik Trainer im deutschsprachigen Raum“ (Nordwest Zeitung). Pöhm hatte frĂŒher grosse Probleme vor Menschen zu reden. Einmal wurde er wĂ€hrend einer Mitarbeiterversammlung vom Chef aufgefordert, spontan etwas zum Thema „Personalvertretung“ zu sagen und versagte dabei komplett. Dieses Erlebnis nahm er zum Anlass, das Thema „Reden vor Publikum“ so intensiv zu trainieren, dass er ĂŒber das Ziel hinaus schoss und seinen Mangel schliesslich zum Beruf machte.
Sein aktuelles Buch heisst: „PrĂ€sentieren Sie noch, oder faszinieren Sie schon„.

1. Rhetorische oder fachliche Kompetenz: Was ist fĂŒr den beruflichen Aufstieg entscheidender?

Erfolgreich ist, wer sich am besten verkaufen kann! Zwei Drittel macht die Rhetorik, ein Drittel das Fachliche. Es ist leider nur die Ausnahme, dass die fachlich Besten, am weitesten auf der Karriereleiter emporkommen. Sowohl bei Angestellten, wie auch bei SelbstÀndigen ist es eine beobachtbare Tatsache: Nicht der beste Architekt, ist auch der Erfolgreichste, nicht der beste Ingenieur ist auch der Erfolgreichste, nicht der beste Logistikfachmann ist auch der Erfolgreichste.

Es zĂ€hlt insgesamt fĂŒr die Karriere viel mehr, in seine Rhetorik, in sein Auftreten, in sein Marketing zu investieren, als in sein Fachwissen.

2. Wie gehen Bewerber mit einem Black Out im Jobinterview schlagfertig um?

Ganz einfach dazu stehen. „Sorry, ich hab grad den Faden verloren, wie war die Frage nochmal?“

3. Wie kann ich sicher gehen, dass die Schlagfertigkeit nicht arrogant oder ĂŒberheblich wirkt?

Die Sicherheit gibt es nicht. Sie können niemals vorhersagen, wie das GegenĂŒber auf Sie, oder Ihre Antwort reagieren wird. Deshalb machen Sie nicht die mögliche Reaktion des anderen zu Ihrem Maßstab, sondern Ihr eigenes GefĂŒhl. FĂŒhle ich mich unsachlich behandelt, gekrĂ€nkt oder verletzt durch den anderen, dann reagiere ich so, dass meine IntegritĂ€t fĂŒr mich wiederhergestellt ist. Wenn das vom anderen zusĂ€tzlich als „Nicht ĂŒberheblich“ wahrgenommen wird, ist das ein Bonus, aber nicht das Ziel. Ich kann es eh durch nichts kontrollieren.

4. Wie kann ich im Business einen Blattschuss-Angriff, der mich perplex macht, am besten kontern?

Es gibt eine Zwei-Schritt Strategie. Die erste ist, einfach noch einmal zu wiederholen, was der andere gesagt hat. Z.B. „Herr Kollege, Sie sagen, durch diese Maßnahme wird der Konkurrenz eine Einladung zur Nachahmung gegeben!?“ Der andere wird jetzt in anderen Worten seinen Einwand, seine Frage nochmal wiederholen, bzw es weiter ausschmĂŒcken. Dadurch gewinne ich Zeit und zeige gleichzeitig, dass ich aufmerksam zugehört habe.

Dann gehe ich mit einer Frage weiter, mit der ich versuche ihn in die Defensive zu bringen: „Haben Sie es schon einmal ausprobiert?“

Jetzt wird er sich meistens selbst zurĂŒcknehmen.

5. Wie kann man seine Karriere als selbstÀndiger Trainer nach vorne bringen?

Der beste Tipp ist, sich durch spektakulĂ€re Aktionen dem Markt bekannt zu machen. Man muss den Medien etwas bieten, damit sie ĂŒber einen berichten. Dazu braucht es vor allem MUT. Ich habe z.B. am Anfang meiner Karriere meine Rhetorik-Seminar Teilnehmer in der ZĂŒricher Bahnhofsstrasse auf einer GetrĂ€nkekiste ihre Abschlussrede halten lassen. Medien titelten: „Speakers Corner in der Bahnhofsstrasse“. Ich habe in der Schweiz die Anti-PowerPoint Partei gegrĂŒndet, die jetzt 2015 auch wieder an den Parlamentswahlen teilnehmen wird. Medien berichten haufenweise. Ich veranstalte das teuerste Rhetorik-Seminar Europas. 5’600 Euro fĂŒr zwei Tage. Es ist das einzige Rhetorik Seminar, bei dem die Teilnehmer auf einer BĂŒhne vor mehr als 100 Menschen reden mĂŒssen. Wir haben ĂŒber 100 Menschen engagiert, um den Rhetorik Teilnehmern eine echte Drohkulisse zu bieten. Die Teilnehmer halten 17 Reden in zwei Tagen. FAZ, Focus, SĂŒddeutsche und duzende andere haben darĂŒber schon berichtet.

Also, lassen Sie sich was einfallen, und vor allem: trauen Sie sich, es auch in Angriff zu nehmen!

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