Karrierefaktor 3. Mai 2017

Die besten Tipps f├╝r den Start in das eigene Employer Branding


 

Was ist Employer Branding?

Employer Branding bezeichnet die Herausbildung einer authentischen Arbeitgebermarke nach innen und au├čen (Employer Brand). Wie bei der Herausbildung einer Produktmarke wird auf ├╝bliche Marketing-Ma├čnahmen zur├╝ckgegriffen. Allerdings richten sich die Tools beim Employer Branding auf das Unternehmen als Arbeitgeber.

Ziel ist es, sich als attraktiver Arbeitgeber bei den Bewerbern und Mitarbeitern darzustellen und sich am Arbeitsmarkt von der Konkurrenz abzuheben. Eine authentische Employer Brand sollte bestenfalls die externe und interne Wahrnehmung sowie das Image des Unternehmens positiv beeinflussen.

 

Employer Branding Ma├čnahmen

Im Kampf um gut qualifizierte Arbeitskr├Ąfte entscheidet oft eine gelungene Employer Branding Strategie. F├╝r den Erfolg spielen vielerlei Faktoren eine Rolle. Zun├Ąchst sollte allen Beteiligten klar sein, dass eine Arbeitgebermarke Zeit braucht, sich zu entwickeln und zu wachsen. Dies ist ein jahrelanger Prozess. Es reicht nicht, die Marke nur nach au├čen zu kommunizieren.

Personaler m├╝ssen die Employer Brand vor allem Mitarbeitern und F├╝hrungskr├Ąften vermitteln. Denn wenn die Arbeitgeberwerte auch innerhalb des Unternehmens gelebt und akzeptiert werden, tragen diese automatisch auch zu einem positiven externen Arbeitgeberbild bei. Zufriedene Mitarbeiter empfehlen ihren Arbeitgeber gerne weiter und sprechen positiv ├╝ber ihn.

Es ist demnach schon zu Beginn einer Arbeitgebermarkenentwicklung wichtig, zwischen externen und internen Employer Branding zu unterscheiden.

 

Social Benefits

Geld ist nicht alles. Social Benefits sind Zusatzleistungen und werden gern in der Employer Branding Strategie angewendet. Diese Benefits unterst├╝tzen Mitarbeiter effektiver ÔÇô da bleibt mehr Netto vom Brutto (z.B. Job Ticket, Firmen-Smartphone/Laptop, Altersvorsorge, Rabatte, Weiterbildung, ├ťbernahme der Kita-Geb├╝hren etc.). Attraktive Benefits k├Ânnen Mitarbeiter an das Unternehmen binden und potentielle Bewerber anlocken.

In vielen F├Ąllen kosten soziale Zusatzleistungen dem Unternehmen nicht viel mehr. Wie so oft scheitert es an dem Mut und Bereitschaft zur Umsetzung vieler Unternehmer. Unternehmen m├╝ssen sich an die Bed├╝rfnisse ihrer zuk├╝nftigen Arbeitnehmer anpassen und nicht umgedreht. Laut einer Studie des Arbeitgeber-Bewertungsportal Kunuu wollen 20 % der Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten und fast 13 % die M├Âglichkeit auch von zu Hause zu arbeiten.

 

Unternehmenskultur

Erfolgreiches Employer Branding f├Ąngt bei der Selbstreflexion der eigenen Unternehmenswerte an. Wie wirkt das Reden und Handeln des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt? F├╝r welche Werte steht man? Was treibt die Firma an?

Effizientes Personalmanagement kann nur langfristig gef├Ârdert werden, wenn die kulturellen Ansichten zwischen Unternehmen und Mitarbeiter ├╝bereinstimmen. Nur Mitarbeiter, die in die Unternehmenskultur passen, k├Ânnen im Unternehmen ihr Potential entfalten. Es spielt demnach nicht nur die fachliche Qualifikation eine Rolle, sondern auch die ├ťbereinstimmung des eigenen Wertesystems.

 

Employee Branding

Zur einer guten Employer Branding Strategie geh├Ârt nicht nur das kommunikative Verhalten seitens der Unternehmensspitze. Dies wird oft vergessen. In Zeiten der vermehrten Kommunikation ├╝ber Social Media Plattformen werden immer ├Âfter Meinungen ├╝ber Unternehmen oder dem eigenen Arbeitgeber ausgetauscht.

F├╝r Unternehmen stellen Social Media Kan├Ąle eine unkontrollierte Kommunikation ihrerseits dar. Bewerber, Mitarbeiter oder Ehemalige ├Ąu├čern ihre privaten Meinungen zu Unternehmen ├╝ber Arbeitgeberbewertungsplattformen, soziale Netzwerke, Blogs oder Twitter. Diese werden von Nutzern bzw. Leser als authentischer und echt wahrgenommen und kann auf das Arbeitgeberimage positiv sowie negativ wirken. Laut einer Studie der Fachhochschule Nordhausen und der Milch & Zucker AG sehen knapp 70% der befragten Arbeitnehmer unternehmensbezogene Informationen von Privatpersonen im Vergleich zu Unternehmensaussagen als glaubw├╝rdiger an.

Es gilt also seine eigenen Mitarbeiter in die Employer Branding Kommunikation und deren Marketingstrategie mit einzubinden. Somit erfahren Mitarbeiter Aufmerksamkeit und Wertsch├Ątzung. Zudem sollten Ma├čnahmen ergriffen werden, Mitarbeiter f├╝r das Unternehmen zu begeistern und sich mit ihm zu identifizieren. Ebenso k├Ânnen Mitarbeiter in Personalmarketing Kampagnen als Testimonials genutzt werden.

 

Karriereseite

Zentraler und wichtigster Baustein einer Employer Branding Strategie ist die Karriere Webseite. Hier holen sich potentielle Bewerber alle wichtigen Informationen ├╝ber das Unternehmen. Die Karriere Webseite sollte deshalb immer auf die Zielgruppe zugeschnitten sein und die Arbeitgeberwerte klar und authentisch vermitteln. Die Informationen sollten verst├Ąndlich und kompakt dargestellt werden und ohne Umwege f├╝r den Leser zu finden sein.

Auf keinen Fall sollte bei der Erstellung einer Karriereseite vergessen werden, dass diese im Responive Design entwickelt wird. Das hei├čt, dass alle Inhalte auf allen m├Âglichen Endger├Ąten (Smartphone, Tablet usw.) ohne Einschr├Ąnkungen f├╝r den Nutzer dargestellt werden k├Ânnen. Denn eine Vielzahl der heutigen Generation Y nutzt das Smartphone, um sich ├╝ber potentielle Arbeitgeber zu informieren. Dies zeigte schon damals die Studie von 2014 ÔÇ×Generation MobileÔÇť von ABSOLVENTA. Die Zahl von damals 63 %, die sich mobil ├╝ber Unternehmen informieren, d├╝rfte heute wohl noch h├Âher sein.

Eine gute Karriereseite ist interaktiv f├╝r den Nutzer erlebbar. Interaktive Elemente, die auf dieser Seite zu finden sein k├Ânnen, sind: eine Stellenb├Ârse, Videos, Erfahrungsberichte, Downloads, Kontaktdaten und die M├Âglichkeit, sich direkt online bewerben zu k├Ânnen.

 

Stellenanzeigen

Die Stellenanzeige ist immer noch das ├╝blichste Werkzeug im Recruitingprozess. Noch vor wenigen Jahren war es ├╝blich, seine neuen Mitarbeiter ├╝ber die Schaltung von Anzeigen in Tageszeitungen zu finden. Doch die Anzeigenschaltung im Print-Bereich ger├Ąt bei Personaler immer mehr in den Hintergrund. Die heutige Generation ist netzaffin und bewegt haupts├Ąchlich im Internet und ist mobil unterwegs. Darauf muss man sich als Recruiter einstellen.

Um im Stellenanzeigen-Dschungel aufzufallen, sollten Unternehmen eine individuelle, auf sie zugeschnittene Anzeige entwerfen. Dabei spielt die Arbeitgebermarke eine wichtige Rolle. Diese kann auch hier optimal eingebunden werden. Wie das geht? Online-Stellenanzeigen im bekannten Web-Layout sind die Antwort. Netzaffine Nutzer kennen den Aufbau von Seiten im Netz. So sollten auch die Stellenanzeigen aufgebaut sein.
In modernen Employer-Branding-Stellenanzeigen sind Recruiting-Videos, animierte Boxen mit Zusatzinformationen sowie Reiter zum Aufklappen und Weiterlesen eingebettet. Somit wird die Verweildauer der Bewerber auf der Anzeige verl├Ąngert. Gut konzipierte Stellenanzeigen k├Ânnen ma├čgeblich zu einem besseren Unternehmensimage beitragen.

 

Bewerbermanagement-System

Ein Bewerbermanagementsystem kann den Au├čenauftritt eines Unternehmens st├Ąrken und die Arbeit der Personalverantwortlichen erleichtern. Folgende Vorteile bietet das System:

  • Es bietet stellenspezifische Bewerberinformationen.
  • Stellenausschreibungen k├Ânnen schneller erstellt und ver├Âffentlicht werden.
  • Potentielle Kandidaten k├Ânnen sich direkt ├╝ber Online-Formular bewerben.
  • Erleichterte, beschleunigte und einheitliche Datennutzung.
  • Bewerber k├Ânnen durch Rankingfunktion vorselektiert werden.
  • Alle Vorg├Ąnge k├Ânnen dokumentiert werden.
  • Kandidaten werden ├╝ber einen Talentpool an das Unternehmen gebunden.
  • Automatische Texterkennung von Lebenslaufdaten (CV Parsing) .
  • Es gibt Schnittstellen zu externen Kan├Ąlen.
  • Man spart bis zu 50 Prozent Zeit.
  • Der Au├čenauftritt als Arbeitgeber wird verbessert.

 

Fazit

Eine gute Employer Branding Strategie f├Ąngt bei der eigenen Selbstreflexion der Unternehmenswerte an. Nur wer wei├č, wer er wirklich ist und wof├╝r man steht, kann sich gut verkaufen. Das gilt nicht nur f├╝r Bewerber sondern auch f├╝r Unternehmen selbst.

Bei der Entwicklung einer Arbeitgebermarke sollte man nicht nur das externe Unternehmensumfeld im Blick haben sondern auch seine eigenen Mitarbeiter. Sie sind der wichtigste Meinungstr├Ąger der Firma und kommunizieren ihre Einstellungen zum Unternehmen ├╝ber soziale Plattformen in die ├ľffentlichkeit. Daher sollte es Unternehmern ein Bed├╝rfnis sein, dass seine Mitarbeiter gern und zufrieden zur Arbeit kommen und sich mit der Firma bestenfalls verbunden f├╝hlen. Da hilft kein Geld. Soziale Benefits w├╝nschen sich die meisten Mitarbeiter.

Siehe auch:

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Eine Antwort zu “Die besten Tipps f├╝r den Start in das eigene Employer Branding”

  1. Lea sagt:

    Sehr sch├Âner Artikel. Der wichtigste Punkt im Employer Branding ist die Authentizit├Ąt. Glaubw├╝rdige, dem Unternehmen positiv gesonnene Mitarbeiter, sind tausendmal mehr wert, als die gr├Â├čten Werbebudgets.

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