Karrierefaktor 30. Mai 2016

Die leisen Töne einer Krise


Krise, so könnte man denken, sei das Unwort seit Jahren. Kein Unternehmer spricht es deutlich aus. Jeder zuckt zurück und scheut die Zeichen. Denn eine Krise geht einher mit einem Imageschaden, einer kaum zu steuernden Kommunikation und mit einem Riss an der Würde. Nichts davon will ein Unternehmer erfahren! Lieber ignoriert er die leisen Töne.

Vielleicht, so sein Gedanke, wird sich alles von selbst zum Guten entwickeln. „Achtung“, sagen die Autoren des Buches Unternehmenszerstörer, das aktuell im Springer-Verlag erschienen ist: „Schweigen und hoffen waren noch niemals probate Methoden im Management und in Sachen Krise können sie tödlich sein.“

Mit seinem Buch will Peter Tsao-Adolphs den Unternehmern im Mittelstand einen Krisenleitfaden an die Hand geben. Er will sie für eine Dynamik sensibilisieren, die sanft beginnt und schmerzhaft endet. Denn als Interim-Manager und CFO während kritischer Sanierungs- und Restrukturierungsphasen hat er eines erfahren: Jeder Krise gehen kleine Dysbalancen voraus. Die lassen sich nicht immer ablesen in der GuV-Rechnung und auch die Summen-Salden-Listen sind keine alleinverlässlichen Indikatoren.

Diese ersten Zeichen sind vielmehr mit Menschenkenntnis und Intuition zu begreifen. Wem es gelingt, beides hochaktiv zu halten, der wird frühzeitig eine Strategie der Abwehr entwerfen können – bevor die Unternehmenszerstörer zuschlagen. Denn sobald ein Unternehmen schwächelt, kann es sein, dass die allgemeine restriktive Bankenpolitik, die politischen Rahmenbedingungen, die Sucht der Steuerbehörden nach Geld ein erfolgreiches Management erschweren.

Es ist, als hätten sie alle ein feines Gehör für schräge Töne. Deshalb: Seien Sie als Unternehmer alarmiert, wenn einer der drei Faktoren zutrifft, die Tsao-Adolphs in seinem Buch beschreibt:

1. Störgefühl
„’Ich habe so ein ungutes Gefühl!’ Mit diesem Satz beginnen Krisen. Weder das Ignorieren dieses Störgefühls noch das Blättern in Standardwerken werden helfen, die Krise zu verhindern. Denn dieser eine Satz ist ein Indiz dafür, dass es bereits im System leise knirscht.“

2. Die Geschichten der Mitarbeiter
„Die Mitarbeiter verfehlen ihre Ziele. Es werden immer mehr Geschichten über die Gründe geplatzter Aufträge erzählt, ergänzt um den Hinweis: ‚Morgen wird alles wieder besser’
Dieser Satz aber ist der Trost eines Hilflosen. Die Tage gehen vorbei, die Auftragslage bleibt wackelig – und die Mitarbeiter suchen weiter nach den Gründen außerhalb der eigenen Verantwortung.“

3. Cash lĂĽgt nicht
„Nicht die Frage, ob ein Unternehmen Vermögen aufbaut, ist relevant. Nicht das Ergebnis aus Gewinn plus Abschreibung ergibt den Kapitalfluss. Einzig die Differenz aus Einnahmen minus Ausgaben zählt. Nur diese Zahl beziffert die Liquidität. Sie allein liefert die ersten Signale vor einer Krise.“

Eine 360-Grad-Finanzstrategie beinhaltet neben den feinjustierten Instrumenten im Corporate Finance auch das empathische Feingefühl für eine unternehmerische Entwicklung. Das Buch Unternehmenszerstörer erzählt davon. Es blättert die Stationen einer Unternehmenskrise auf, die in Deutschland täglich geschieht – und häufig verschwiegen wird. Damit beginnt eine Talfahrt, die oftmals in einer Pleite endet. Manchmal jedoch gibt es Unternehmer, die beherzt hinhören, entschlossen handeln. Die wehren sich, lassen sich ihre Zuversicht nicht nehmen, nicht von Steuerfahndern, nicht von Bankern, nicht von Restanten. Weil diese Unternehmer an das Recht und an ihre eigene Courage glauben. Weil sie Arbeitsplätze erhalten und die wunderbare Wirtschaftsmacht des Mittelstands in Deutschland stärken wollen. Dann wird eine solche Geschichte zu einem Stern am Krisenhimmel und genau deshalb haben die Autoren dieses Buch geschrieben.
Mehr unter: www.gabrieleborgmann.com

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Tipp der Woche: „Unternehmenszerstörer. Corporate Finance als Abwehrstrategie oder wie eine Erbin ihr Unternehmen rettete“:

Basierend auf realen Ereignissen berichten die Autoren, wie es einer Unternehmenserbin trotz ungeregelter Nachfolge mit viel Mut und Entschlossenheit gelang, das Lebenswerk des Vaters zu bewahren und die heute rund 1.000 Arbeitsplätze der Beschäftigten zu retten. Schlüsselszenen schildern, wie sie dem geradezu übermächtigen Heer der Unternehmenszerstörer aus Erbaspiranten, macht- und profithungrigen Managern, staatlichen Betriebsprüfern, Steuerfahndern und rücksichtslosen Bankern mithilfe einer kreativen Corporate-Finance-Abwehrstrategie erfolgreich standhielt und manch herben Tiefschlag parierte. Peter Tsao-Adolphs begleitete die Erbin als strategischer Finanzberater über zehn Jahre und erzählt die bewegenden Ereignisse aus erster Hand. Fundierte Expertenblöcke ergänzen die dramatische Story und vermitteln das notwendige Basiswissen, um Familienunternehmer und ihre Erben für die Zeit der Nachfolge und für einen nachhaltigen Turnaround zu rüsten.

P. Tsao-Adolphs, G. Borgmann Unternehmenszerstörer Corporate Finance als Abwehrstrategie oder: Wie eine Erbin ihr Familienunter-nehmen rettete 2016, 216 S. Hardcover € 29,99 (D) | € 30,83 (A) | sFr 32.00 (CH) ISBN 978-3-658-11570-8 Auch als eBook verfügbar
Weitere Informationen: http://www.springer.com/de/book/9783658115708
oder auf Amazon

Peter Tsao-Adolphs ist Geschäftsführer und Mittelstandsberater eines Unternehmensverbundes mit den Schwerpunkten Unternehmens- und Steuerrecht, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Corporate Finance/strategische Finanzierungsberatung. Im Rahmen seiner Mandate agiert er als Interim-Manager und begleitet Unternehmen als CFO während kritischer Sanierungs- und Restrukturierungsphasen.

Gabriele Borgmann ist Autorin und Ghostwriterin fĂĽr Sach- und UnternehmensbĂĽcher, Positionierungs- und Schreibberaterin. FĂĽr Familienunternehmen entwickelt sie eine Schreibstimme, um deren Kultur und Leistung in Worten abzubilden.

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