Karrierefaktor 16. Oktober 2014

Doktortitel als Karrierefaktor – Zwischen Status und Qualifizierung

Promotion
© Andrey Kiselev

Die Karriereleiter hĂ€lt viele Herausforderungen bereit. Auf dem Weg zum Ziel sind es in erster Linie die individuellen FĂ€higkeiten, die voranbringen und Vorgesetzte ĂŒberzeugen. Neben der persönlichen Qualifikation sind es aber nicht zuletzt Titel, die den Unterschied machen können. Der Doktortitel spielt dabei eine wesentliche Rolle. Auch wenn diese Tatsache vielerorts verdrĂ€ngt wird: Ein Doktortitel kann TĂŒröffner und Sprungbrett zugleich sein.

Ansehen in der Gesellschaft

Die Erreichung des höchsten akademischen Grads ist fĂŒr viele Promovenden das angestrebte Ziel, wenn sie ihr Studium beginnen. Promotionen trugen anfangs maßgeblich dazu bei, dem Bildungsformat zu Legitimation zu verhelfen. Sie sind so alt wie die UniversitĂ€t selbst. Die Vorbehalte der Gesellschaft gegenĂŒber Akademikern haben sich bereits frĂŒh abgezeichnet. Doktorales Fachwissen und Magisterstolz trafen bereits im 14. Jahrhundert auf die Skepsis der handwerklich arbeitenden Gesellschaft. Die Vorurtele wurden im Laufe der Zeit verstĂ€rkt. Grund hierfĂŒr sind zwei wesentliche Aspekte: Zum einen wurde die AufklĂ€rung der Gesellschaft ĂŒber die internen Verfahren und Promotionsorganisationen vernachlĂ€ssigt. Zum trugen die UniversitĂ€ten mit ihrer Ungleichheitsordnung zum abgehobenen Image bei. Mittlerweile hat sich das Gesellschaftsbild hinsichtlich des Doktortitels stark gewandelt. Heute erfreut sich der Doktortitel an hohem Ansehen und Respekt.

Zahlt sich der Doktortitel aus?

Obwohl die zahlreichen PlagiatsfĂ€lle, wie das Beispiel des Ex-Verteidigungsministern zu Guttenberg 2011 bestĂ€tigt, das Vertrauen in die internen Strukturen der Promotionsorganisation geschmĂ€lert hat, bleibt unbestritten, dass sich der Doktortitel lohnt. WĂ€hrend die Gesellschaft die prominenten ÜbeltĂ€ter als schuldig einordnet, darf nicht vergessen werden, dass eine unbeabsichtigte, nicht ordnungsgemĂ€ĂŸe Kennzeichnung von fremdem geistigen Eigentum durchaus vorkommen kann. Daher mĂŒssen Promovenden bei der Erstellung ihrer Doktorarbeit ĂŒberaus gewissenhaft vorgehen, um zu vermeiden unwissentlich ein Plagiat zu nutzen. Angehende Doktoranten erhalten auf der WebprĂ€senz des Unternehmens GWriters International mehr Informationen zu Inhalt und Aufbau einer Doktorarbeit sowie hilfreiche Hinweise zu einer PlagiatsprĂŒfung der akademischen Ausarbeitung. Diese PrĂŒfung ist angesichts der bekannten AffĂ€ren wichtiger denn je. Dass es sich lohnt Zeit und Fleiß in eine unanfechtbare und ordentliche Doktorarbeit zu investieren, beweist unter anderem die Sendung „Panorama“, die bei der ARD ausgestrahlt wurde und Schwindler entlarvt. Wie hier verdeutlich wird, ist der Imageschaden erheblich.

Wer den Titel als Hochqualifiziert trĂ€gt, maximiert die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere. Zudem steigen die Verdienstmöglichkeiten und soziales Prestige markant. Die Entwicklung zeigt, dass der Doktortitel durchaus erstrebenswert ist. Aus einer Untersuchung von Guido Heineck (Prof. Dr., unter anderem Research Fellow des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit) und Britta Matthes (Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin im IAB), dessen Ergebnisse vom Institut fĂŒr Forschungsinformation und QualitĂ€tssicherung veröffentlicht wurde, geht hervor: „In den letzten gut 10 Jahren sind in Deutschland, mit leicht steigender Tendenz, pro Jahr etwa 24.000 Promotionen abgeschlossen worden. Im Vergleich zu den LĂ€ndern des OECD-Raums werden in Deutschland mit diesen knapp 2,5 Prozent pro Alterskohorte ĂŒberdurchschnittlich viele Personen promoviert. Nur Portugal, die Schweiz, Schweden und Finnland verzeichnen noch höhere Promoviertenanteile.“

Es ist zwar nicht selten, dass Promovenden eine Promotion nutzen, um schlechte Lagen auf dem Arbeitsmarkt zu ĂŒberbrĂŒcken, theoretische Ansatzpunkte bestĂ€tigen jedoch, dass ein Doktortitel Renditen bringt. Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist dabei, dass der Titel zunĂ€chst als Investition in das Humankapital gesehen werden kann. Wie auch andere Bildungsinvestitionen steigert auch die Promotion die Qualifikation der Person und ist mit höherem Einkommen in Verbindung zu bringen. Gleichzeitig spiegelt ein Doktortitel Motivation, ProduktivitĂ€t, Ausdauer und Leistungsbereitschaft wieder, was fĂŒr viele potenzielle Arbeitgeber entscheidende Auswahlkriterien sind. Die mit dem Doktortitel einhergehenden Privilegien grĂŒnden außerdem nicht auf reinem Prestige, sondern viel mehr auf den verbesserten Zugangsvoraussetzungen fĂŒr hohe Positionen in Unternehmenshierarchien. Die Vorteile eines Doktortitels im Überblick:

  • Höhere Verdienstmöglichkeiten
  • Bessere Chancen auf hohe Positionen
  • Vorteil beim Berufseinstieg
  • Wertvolle Investition in das Humankapital
  • Prestige
  • soziale Anerkennung

Praxisnahe Konsequenzen

Festzuhalten bleibt allerdings, dass sich der Doktortitel nicht in allen FÀchern lohnt. Der deutsche Arbeitsmarkt ist berufsfachlich klar strukturiert, wodurch sich in verschiedenen ArbeitsmÀrkten sehr unterschiedliche Situationen in Bezug auf das Angebots- und Nachfrage-VerhÀltnis ergeben. Daher kann es durchaus vorkommen, dass promivierte Personen in gewissen Branchen keine Vorteile aus ihrem Titel ziehen können. Es hÀngt also nicht allein vom Titel ab, ob eine adÀquate BeschÀftigung möglich ist.

Bei einem Blick auf den Trend ist zu beobachten, dass Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an Bedeutung gewinnen und die Top-Positionen mit entsprechenden FĂŒhrungskrĂ€ften inklusive Doktortitel besetzt werden. Die folgenden vier Fachrichtungen der Promotionen sind unter den Vorstandsvorsitzenden in den DAX-30 Unternehmen laut Daten des Instituts fĂŒr Forschungsinformation und QualitĂ€tssicherung prĂ€gend:

  • Ingenieurswissenschaften 37%
  • Rechtswissenschaften 21%
  • Betriebswirte 21%
  • Naturwissenschaften 21%

Im richtigen Fach promoviert, profitieren Doktoren zweifelsfrei von ihrem Titel. Denn ArbeitsplÀtze sind heute mehr denn je ein wertvolles und knappes Gut. Um aus der Masse der Bewerber mit unterschiedlichem Bildungsniveau herauszustechen, ist ein Doktortitel ein nicht zu unterschÀtzendes Merkmal.

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