Karrierefaktor 28. Februar 2017

Ein professionelles Arbeitszeugnis erstellen: Was sollten Arbeitgeber beachten?


In gr├Â├čeren Unternehmen ist das Verfassen des Arbeitszeugnisses Aufgabe der Personalabteilung – aus gutem Grund: Denn bei einer Bewerbung ist die Beurteilung durch fr├╝here Arbeitgeber mindestens genauso wichtig wie die genaue Qualifikation eines Bewerbers.

Wurden ├Ąhnliche T├Ątigkeiten in einem anderen Betrieb ├╝bernommen und war der Arbeitgeber bisher zufrieden, dann d├╝rften auch f├╝r das kommende Arbeitsverh├Ąltnis keine Schwierigkeiten zu erwarten sein. Doch die Formulierung eines solchen Arbeitszeugnisses birgt viele Risiken. Was sollte beachtet werden?

Arbeitszeugnis erstellen: Gesetzliche Vorgaben beachten

Vor einigen Jahren war durchaus noch ├╝blich, ├╝ber viele Jahre in demselben Unternehmen angestellt zu sein. Diese Praxis wird immer seltener, im Durchschnitt wird eine Stelle alle drei bis vier Jahre neu besetzt. F├╝r den Arbeitnehmer ist der Jobwechsel durchaus lukrativ, denn mit jeder neuen Stelle steigt ├╝blicherweise auch das Gehalt. Voraussetzung f├╝r die h├Âher dotierten Posten ist unter anderem auch ein gutes Arbeitszeugnis.

Arbeitgeber sind dabei zu einer Erstellung des einfachen Arbeitszeugnisses verpflichtet, welches eine Beschreibung der im Unternehmen wahrgenommenen T├Ątigkeiten enthalten muss. ├ťblich ist allerdings die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses samt Beurteilung der Person. Der Gesetzgeber schreibt diese ausf├╝hrlichere Form zwar nicht vor; ├╝blich ist diese Variante hingegen schon. Wird ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt, m├╝ssen einige Dinge beachtet werden.

So ist es beispielsweise nicht erlaubt, negative Formulierungen zu verwenden. Damit soll verhindert werden, dass einem ehemaligen Mitarbeiter durch ein schlechtes Zeugnis der weitere berufliche Aufstieg verhagelt wird. Auch Angaben ├╝ber m├Âgliche Abmahnungen, den K├╝ndigungsgrund oder das Gehalt haben im Arbeitszeugnis nichts verloren.

Software und Fachliteratur helfen weiter

Die Pflicht zur freundlich erscheinenden Formulierung ist nicht unproblematisch: Nicht selten wird um einzelne Halbs├Ątze vor Gericht gerungen, weil Arbeitnehmer sich ungerecht beurteilt f├╝hlen. Um ein garantiert rechtssicheres Arbeitszeugnis zu erstellen, kann eine Software oder Fachliteratur helfen, wie sie beispielsweise bei Haufe im Angebot sind.

Die meisten Produkte enthalten eine gro├če Auswahl zu passenden Formulierungen in vielen Themenbereichen, sodass sich das Arbeitszeugnis gleicherma├čen schnell wie individuell erstellen l├Ąsst. Vor allem lassen sich die Redewendungen konkret entschl├╝sseln: Denn aufgrund der Gesetzeslage werden auch positiv klingende Formulierungen verwendet, um negative Eigenschaften herauszuheben.

Das scheinbar freundlich klingende Kompliment „Durch seine P├╝nktlichkeit war er uns stets ein Vorbild.“ l├Ąsst mangelnde Kompetenz durchblicken – denn die P├╝nktlichkeit sollte zu einer Selbstverst├Ąndlichkeit geh├Âren, die keiner Erw├Ąhnung bedarf.

Die Internet-Recherche ist kein guter Ratgeber

Aufgrund dieser Fallstricke besteht vor allem das Risiko, dass ausscheidende Angestellte, zu negativ beurteilt werden, auch wenn sich das Unternehmen tats├Ąchlich nur ungern vom bisher tadellosen Mitarbeiter trennt. Genauso fl├╝chten sich viele Verantwortliche in Phrasen, die sich schnell durch eine Suche im Internet finden lassen.

Das Arbeitszeugnis wirkt dadurch unpers├Ânlich und verliert an Aussagekraft – womit sich der Verfasser selbst kein gutes Zeugnis ausstellt.

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