Gastbeitrag Gastbeitrag 23. Februar 2015

Generation Y: Die Sinnsucher unter den ArbeitskrÀften

AnsprĂŒche der Gen Y

In den Unternehmen sind sie lĂ€ngst angekommen. Schon ĂŒbernehmen sie erste FĂŒhrungsaufgaben. Und sie verĂ€ndern die Unternehmenskultur. Denn sie streben nicht vorrangig nach hohen Verdienstmöglichkeiten, sondern nach Entfaltungsperspektiven, individueller Freiheit und Selbstorganisation. Sie sind die Sinnsucher unter den ArbeitskrĂ€ften. Die Rede ist von der Generation Y.

„Lebenslang beim gleichen Arbeitgeber? Das ist spießig“, erklĂ€rt mir mein Neffe Alexander, 24. Er ist in Bayern geboren, hat Abi in England gemacht, dann ein Jahr bei Disney in Florida gearbeitet, in Wien studiert, ein Praktikum in Peru absolviert, und gerade hat er eine Stelle in Rotterdam angenommen.

„Die Generation Y ist die erste wirklich vernetzte, globalisierte Generation und hat ein tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr kulturelle Unterschiede. Dies versetzt sie eher in die Lage, sich in andere hineinzudenken und auf breiterer Basis mitmenschliche SolidaritĂ€t zu entwickeln“, schreibt Lynda Gratton in einem Beitrag fĂŒr GDI Impuls.

Selbstdarsteller

Die Generation Y favorisiert wechselnde Positionen, in denen sie sich genauso intuitiv ausprobiert, wie sie es mit digitalen Anwendungen tut. Wohlergehen sei ihnen wichtiger als wohlhabend zu sein, sagt der Zukunftsforscher Horst Opaschowski.

Lernen, leisten, leben, so laute ihre Wertewelt. Sie haben fĂŒr alles ein offenes Ohr, sind wissbegierig und konsensbereit. Sie „verkaufen“ sich selbstbewusst bis zur SelbstĂŒberschĂ€tzung. Gute Selbstdarstellung – das haben sie auf ihrer Profilseite bei Facebook gelernt.

Selbstoptimierer

„An Bedeutung gewinnen Fragen zu Sinn, Spaß, Weiterentwicklung und Weiterbildung. Anforderungen an den Arbeitsplatz sind Abwechslung, Mitbestimmung, keine Langeweile, ein spannendes Unternehmen, mit dem man sich identifizieren kann“, erlĂ€utert Iris Gordelik, CEO der Gordelik AG in einem Interview mit der Kommunikationsfachzeitschrift Intre.

Sind diese jungen Leute denn faul und dumm, wie manche meinen? Sie habe nicht das GefĂŒhl, dass diese Generation weniger leisten will. Sie sehe eher, dass die Unternehmen fĂŒr diese Young Professionals mehr leisten mĂŒssen, sagt die renommierte Personalberaterin.

Spannende Aufgaben

Qualifizierten Digital Natives geht es vor allem um spannende Aufgaben, experimentelle FreirĂ€ume und bereichernde Erfahrungen, jedoch kaum darum, wie viele Mitarbeitende man unter sich hat. Alphahierarchische Unternehmenslandschaften mit Drill und Order sind fĂŒr sie nicht akzeptabel. FĂŒhrungsverantwortung verliert bei ihnen an AttraktivitĂ€t. AutoritĂ€t per se wird sofort hinterfragt.

AltĂŒblicher Statuskram und Insignien der Macht sind von wenig Belang. Wertvoll ist nicht der, der einen dicken Dienstwagen fĂ€hrt, sondern derjenige, der die Community durch seine Impulse bereichert. Wer den wertvollsten Content liefert, wird von ihnen am meisten geschĂ€tzt – und findet sich im Zentrum ihrer Netzwerke wieder. Im Web hat der Einfluss, dem viele folgen. „AutoritĂ€t“ wird dort verdient und nicht von oben ernannt.

Suche nach Sinn

Und wenn sie mehrere Job-Angebote haben, entscheiden sie sich fĂŒr das mit dem Sinn-Plus. Diese Grundeinstellung befruchtet inzwischen den kompletten Arbeitsmarkt. Die Menschen wollen nicht einfach nur noch mehr Geld verdienen. Sie wollen bei ihrer Arbeit glĂŒcklich sein.

Ein Dasein, bei dem Leben und Arbeit, wenn ĂŒberhaupt, so einigermaßen in Balance ist, reicht ihnen nicht. Sie wollen, dass alles Berufliche zu einem befruchtenden und in hohem Maße befriedigenden Teil ihres Lebens wird. Das wird das „New Normal“ sein. Ich nenne es Work-Life-IntegritĂ€t. Denn Arbeitszeit ist Lebenszeit.

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Gastbeitrag Gastbeitrag von: Anne M. SchĂŒller
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Über den/die Autor(in)

Anne M. SchĂŒller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfache Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas fĂŒhrende Expertin fĂŒr das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte UnternehmensfĂŒhrung. Sie zĂ€hlt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum und hĂ€lt VortrĂ€ge und Workshops zum Thema. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Ihr Bestseller „Touchpoints“ wurde zum Mittelstandsbuch des Jahres 2012 gekĂŒrt. Ihr aktuelles Buch „Das Touchpoint-Unternehmen“ ist Managementbuch des Jahres 2014. Zu ihrem Kundenkreis zĂ€hlt die Elite der deutschen, schweizerischen und österreichischen Wirtschaft. Ab sofort bildet ihr Touchpoint Institut auch zertifizierte Touchpoint Manager aus.


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