Karrierefaktor 11. Mai 2017

Was tun, wenn Kollegen mobben?


Beleidigungen, sexuelle Bel√§stigung, Ausgrenzung, Herabw√ľrdigung der Leistung ‚Äď Mobbing im Job hat viele Gesichter. Sch√§tzungen zufolge leiden hierzulande √ľber eine Million Menschen unter den Schikanen ihrer Kollegen oder ihres Chefs. Die genaue Zahl kennt jedoch niemand, da die Betroffen aus Scham, Resignation oder aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes oftmals lieber Schweigen, als sich gegen die Angriffe zu wehren.

 

Was ist Mobbing √ľberhaupt?

Der Begriff leitet sich aus dem Englischen ‚Äěto mob somebody‚Äú ab und l√§sst sich mit ‚Äějemanden angreifen‚Äú oder auch ‚Äějemanden bedr√§ngen‚Äú √ľbersetzen. Allerdings kann nicht jede Stichelei eines Kollegen gleich als Mobbing bezeichnet werden. Erst dann, wenn √ľber eine l√§ngere Zeit hinweg ein Fehlverhalten vorliegt, gilt der Begriff als angebracht. Dies bringt mit sich, dass Mobbingopfer erst √ľber mehrere Wochen hinweg die verletzenden √Ąu√üerungen bzw. Handlungen ertragen m√ľssen, bevor sie offizielle Schritte gegen die √úbelt√§ter einleiten k√∂nnen.

So vielf√§ltig wie das Mobbing selbst k√∂nnen auch die Gr√ľnde hierf√ľr sein. Denkbar ist etwa, dass eure Kollegen neidisch sind, weil ihr ein besseres Verh√§ltnis zu eurem Vorgesetzten habt oder eure Leistungen h√§ufiger gelobt werden. Vielleicht brilliert ihr bei Teammeetings auch immer mit genialen Ideen und gebt den anderen so das Gef√ľhl, diese ausstechen zu wollen.

Ein andere Ursache könnte sein, dass eure Kollegen einfach keine Verbindung zu euch aufbauen können, weil ihr vom Charakter zu unterschiedlich seid oder eine völlig andere Lebensweise pflegt. Und schließlich wäre da auch noch die Langeweile als Aspekt, wegen dem schon viele Dummheiten begangen worden sind.

 

Das könnt ihr tun, wenn ihr gemobbt werdet

Ignorieren

Wird euch das Leben am Arbeitsplatz schwer gemacht, habt ihr diverse M√∂glichkeiten, darauf zu reagieren. Zu Beginn wird h√§ufig die Strategie des Ignorierens angewandt. Dabei schenkt man den Angriffen keine Beachtung, in der Hoffnung, dass der Mobber sich alsbald gelangweilt f√ľhlt und aufgibt. Manchmal kann dieser Plan durchaus funktionieren. In manchen F√§llen werden die √ľblen Attacken auf diese Weise jedoch nur noch verst√§rkt, da sich die mobbende Person nicht damit abfinden m√∂chte, dass ihr ihm die kalte Schulter zeigt.

Zur Rede Stellen

Eine andere M√∂glichkeit ist, sich dem Mobber aktiv entgegenzustellen. Dies kann zum Beispiel verwirklicht werden, indem ihr ihn allein oder Zeugen ansprecht und ihn darauf hinweist, dass sein Verhalten unangemessen ist. Hilfreich kann es zudem sein, wenn euch andere Kollegen unterst√ľtzen und den Mobber ebenfalls zu Rede stellen.

Doch egal, ob ihr die passive oder aktive Rolle w√§hlt: F√ľhrt auf jeden Fall ein Mobbing-Tagebuch, in dem ihr genau festhaltet, wann und wo euch welche Perfidit√§t angetan wurde. So habt ihr einen Beweis, wenn ihr mit eurem Anliegen vor den Chef tretet oder den Mobber anzeigt.

K√ľndigung

Schwierig wird es, wenn der Vorgesetzte selbst am Geschehen beteiligt ist oder euch nicht ernst nimmt. Hier bleibt oft nur noch die K√ľndigung als letzter Ausweg. Erhaltet ihr dagegen Unterst√ľtzung von der Chefetage, k√∂nnt ihr mit diesem die m√∂glichen Sanktionen gegen den mobbenden Kollegen besprechen und dar√ľber reden, ob interne Jobalternativen (beispielsweise ein Abteilungswechsel) vorhanden sind. In gr√∂√üeren Unternehmen gibt es zudem meist einen Betriebsrat, bei dem ihr um Hilfe bitten k√∂nnt.

Rechtliche Folgen

Hat sich eure Situation entweder durch das Zurechtweisen des Mobbers oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes normalisiert, solltet ihr dar√ľber nachdenken, ob ihr eine Anzeige erstatten wollt. Viele Betroffene verzichten auf diesen Schritt, weil sie sich nicht noch einmal mit der durchgestandenen Situation auseinandersetzen m√∂chten. Dennoch kann eine Verurteilung des Mobbers dabei helfen, die psychischen Verletzungen besser zu verarbeiten.

 

Fazit

Egal ob Sch√ľler, Azubi oder Arbeitnehmer ‚Äď Mobbing kann heutzutage unabh√§ngig von Alter und Branche jeden treffen. Wurdet ihr Opfer solcher Anfeindungen, k√∂nnt ihr entweder versuchen, nicht auf diese einzugehen oder euch mutig dem Mobber stellen. Bringt dies keinen Erfolg, hilft nur der Gang zum Chef oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes, um der Situation zu entkommen. Anschlie√üend sollte je nach Ausma√ü der Angriffe √ľberlegt werden, ob man den T√§ter anzeigen m√∂chte.

Und wenn ihr das n√§chste Mal mitbekommt, dass einer eurer Kollegen gemobbt wird, dann bietet diesem ruhig von selbst eure Hilfe an, etwas gegen die Situation zu tun. Denn oft scheitert ein erfolgreicher Kampf gegen die mobbende Person einfach nur daran, dass sie keine Unterst√ľtzung erh√§lt.

 

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