Karrierefaktor 12. Juni 2019

Was tun gegen die Arbeitssucht? 7 praktische Tipps fĂŒr betroffene Workaholics


Was von den einen gern mĂŒde belĂ€chelt und von anderen als „Standard“ abgetan wird, ist in der Tat ein echtes Problem fĂŒr mehr und mehr Menschen. Die Rede ist von der sogenannten Arbeitssucht. Betroffene, die auch als Workaholics bezeichnet werden, gelten nicht nur als besonders fleißig und gewissenhaft, sondern regelrecht besessen von ihrer Arbeit. Was fĂŒr so manchen Chef nach einem wahr gewordenen Traum klingen dĂŒrfte, ist in Wirklichkeit eine echte Gefahr. Denn: Fortschreitende Arbeitssucht kann verschiedene gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen wie Depressionen, Stress, Schlafstörungen und Burnout mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene wissen, was sie gegen die AbhĂ€ngigkeit von der „Droge Arbeit“ tun können.

Lese-Tipp: Lieben Sie Ihre Arbeit oder sind Sie schon ein Workaholic? In diesem Beitrag verraten wir Ihnen 7 Anzeichen fĂŒr eine (beginnende) Arbeitssucht.

 

Arbeitszeiten genau dokumentieren

ErwerbstĂ€tige, die als Workaholic bezeichnet werden können, sind sich des Ausmaßes der Problematik hĂ€ufig gar nicht richtig bewusst. Ein erster wichtiger Schritt ist es daher, sich genau vor Augen zu fĂŒhren, wie viel Platz im Leben die Arbeit tatsĂ€chlich einnimmt.

HierfĂŒr eignet sich ein ebenso einfacher wie genialer Trick: Schnappen Sie sich Zettel und Stift oder legen Sie eine digitale Datei an und notieren Sie ĂŒber mehrere Wochen alle Zeiten, die Sie mit Arbeit verbringen.

Achtung: Hierzu gehört nicht nur die PrĂ€senzzeit am Arbeitsplatz. Auch Home Office, Dienstreisen, geschĂ€ftliche Verabredungen zum Mittagessen und das „kurze“ Telefonat mit dem Chef nach Feierabend sollten in der Auflistung festgehalten werden.

Wenn Sie Ihre Arbeitszeiten ĂŒber einen gewissen Zeitraum akribisch dokumentiert haben, werden Sie bald einen sehr guten Eindruck davon erhalten, wie viel Raum Ihr Job tatsĂ€chlich in Ihrem Leben beansprucht. Das wiederum ist die ideale Basis fĂŒr weitere Maßnahmen gegen die Arbeitssucht.

 

Arbeitszeit bewusst abbauen

Es klingt so einfach und ist doch so schwer: Damit Sie als Workaholic nicht in eine unaufhaltsame Negativspirale geraten, die Sie frĂŒher oder spĂ€ter krank macht, mĂŒssen Sie den „Ausstieg“ schaffen und weniger arbeiten.

Das funktioniert am ehesten, indem Sie Ihre Arbeitszeit bewusst verkĂŒrzen und konsequent nach Feierabend nicht mehr erreichbar sind. In der Praxis setzen Sie dieses Vorhaben am besten um, indem Sie:

  • sich vornehmen, jede Woche nur X Überstunden zu machen
  • das Firmenhandy nach Feierabend ausschalten
  • Ihre Kollegen und Vorgesetzten bitten, Ihren „RĂŒckzug“ zu respektieren
  • Ihre bisherige Organisation ĂŒberdenken und Wege finden, (noch) effektiver zu arbeiten
  • aufhören, Ihre Leistung ĂŒber (Arbeits-)Zeit zu definieren

 

Alternativen schaffen

Die Arbeitssucht ist im Kern eine Sucht wie jede andere auch. Wer von der „Droge“ Arbeit loskommen möchte, sollte sich unbedingt einen Ausgleich suchen, um die anfĂ€ngliche Leere zu kompensieren.

Was fĂŒr Raucher hĂ€ufig Kaugummis und SĂŒĂŸigkeiten sind, hat im Fall der Workaholics noch viel mehr Gesichter. Um sich von der Arbeit abzulenken, können Sie beispielsweise:

  • ein Instrument erlernen
  • Ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern
  • AusflĂŒge mit Familie und Freunden unternehmen
  • mehr Zeit mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin verbringen
  • ein neues Hobby beginnen
  • lesen
  • Musik hören
  • Filme und Serien schauen

Wie Sie sehen: Es gibt unzĂ€hlige (sinnvolle) Alternativen zur Arbeit. Probieren Sie gern verschiedene Maßnahmen aus, um herauszufinden, was Ihnen wirklich liegt und hilft, sich vom Arbeitsdrang abzulenken.

 

to do-Listen schreiben

FĂŒr Workaholics ist es absolut selbstverstĂ€ndlich, Arbeit, die tagsĂŒber nicht geschafft wurde, mit nach Hause zu nehmen. Hin und wieder mag das in Ordnung sein, doch langfristig betrachtet stellt diese Praxis eine hohe psychische Belastung dar.

Wenn Sie sich gerade ertappt fĂŒhlen und entschlossen sind, etwas gegen Ihre Arbeitssucht zu tun, dann hilft Ihnen vielleicht dieser kinderleichte Tipp:

Notieren Sie am Ende des Arbeitstages (das heißt: wenn Ihre Arbeitszeit vertraglich zu Ende ist) alle Aufgaben, die Sie nicht geschafft haben, auf einem Zettel. Lassen Sie diesen anschließend ganz bewusst auf Ihrem Schreibtisch liegen, um Ihrem Gehirn zu signalisieren: Diese to dos bleiben am Arbeitsplatz und kommen nicht mit nach Hause.

Sie werden von der psychologischen Wirkung dieses kleinen Tricks ĂŒberrascht sein. Er hilft Ihnen nĂ€mlich nicht nur dabei, Berufs- und Privatleben voneinander zu trennen, sondern garantiert auch, dass Sie am nĂ€chsten Tag keine wichtige Aufgabe vergessen haben.

 

Lernen, „nein“ zu sagen

Ein möglicher Grund fĂŒr eine fortschreitende Grund ist die mangelnde Bereitschaft, „nein“ zu sagen. Nicht wenige ErwerbstĂ€tige fĂŒhlen sich ihrem Arbeitgeber gegenĂŒber verpflichtet, zu jeder Zeit „abzuliefern“ – auch wenn Sie eigentlich schon hoffnungslos ĂŒberlastet sind.

Um diesem Teufelskreis zu entkommen, ist es unverzichtbar, Aufgaben hin und wieder abzulehnen und an Kollegen zu ĂŒbergeben.

 

Die Notbremse ziehen

Wenn Sie merken, dass Sie Ihr Problem trotz aller BemĂŒhungen nicht in den Griff bekommen, sollte Sie ĂŒber weitreichendere Maßnahmen nachdenken: Ziehen Sie die Notbremse und gönnen Sie sich eine mehrwöchige Auszeit.

Es mag in Ihrer jetzigen Situation vielleicht unmöglich erscheinen, der Arbeit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum fern zu bleiben. Doch wenn Ihnen Ihre Gesundheit und Ihr geistiges Wohl am Herzen liegen, sollten Sie spĂ€testens jetzt lernen, die richtigen PrioritĂ€ten zu setzen.

Eine Auszeit – beispielsweise in Form von einem Sabbatical – muss nicht unbedingt in Form eines Urlaubs verbracht werden. Wenn Sie keine Lust verspĂŒren, ferne LĂ€nder zu entdecken, können Sie es sich beispielsweise auch im heimischen Garten bequem machen.

Wichtig ist vor allem, dass Sie sich ein Umfeld schaffen, das Sie möglichst gut von der Arbeit ablenkt und Ihnen die Möglichkeit bietet, sich neuen GedankengÀngen zu widmen.

 

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Auch wenn es viele Betroffene nicht wahrhaben wollen: Eine fortgeschrittene Arbeitssucht ist eine psychische Erkrankung und kann als solche auch professionell behandelt werden.

NatĂŒrlich kostet der Schritt zum Psychotherapeuten oder zu den anonymen ArbeitssĂŒchtigen sehr viel Überwindung. Allerdings sollte Ihnen auch immer klar sein, was auf dem Spiel steht, wenn Sie weitermachen wie bisher: Nicht nur Ihre geistige, sondern auch Ihre körperliche Gesundheit.


Viele Workaholics wissen gar nicht, dass sie von einer Arbeitssucht betroffen sind. Und die, die sich der Problematik bewusst sind, beginnen hÀufig viel zu spÀt, etwas dagegen zu tun.

Fakt ist: Wer sich der „Besessenheit vom Job“ immer mehr hingibt und alle anderen Aspekte des (privaten) Lebens ignoriert, gerĂ€t schnell in eine fatale AbwĂ€rtsspirale. Diese ist nicht nur eine Gefahr fĂŒr zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch fĂŒr die Gesundheit.

Achten Sie daher unbedingt auf die Anzeichen einer Arbeitssucht und handeln Sie entsprechend, wenn Sie bemerken, dass Sie ein Workaholic geworden sind.

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