Karrierefaktor 23. Mai 2017

Wie verabschiede ich mich von Kollegen?


Auf zu neuen Ufern! Wenn du ein Unternehmen verlässt, musst du dich von deinen Kollegen verabschieden. Was simpel klingt, hält allerdings ein paar Fallstricke parat. Wir erklären dir, wie du Fettnäpfchen beim Abschied elegant umgehst.

 

Nicht mit der T√ľr ins Haus fallen

Zuerst erf√§hrt grunds√§tzlich dein Chef, dass du gehen m√∂chtest. Dank der im Arbeitsvertrag festgelegten K√ľndigungsfrist hast du hier zeitlich nicht besonders viel Spielraum. Auch wenn es verlockend ist: Sprich nicht schon im Vorfeld mit deinen liebsten Kollegen dar√ľber. Viel zu schnell macht die Runde im Unternehmen, dass du k√ľndigen m√∂chtest. Solltest du dich noch einmal umentscheiden oder die K√ľndigung auf einen sp√§teren Zeitpunkt verschieben, kann das sehr peinlich werden. Vor allem, wenn dein Chef schon Wind davon bekommen hat.

Du k√ľndigst also ‚Äď solltest du es sofort danach allen erz√§hlen? Lass das besser, auch wenn dir das Thema auf der Seele brennt. Du hast sonst keinen ordentlichen Arbeitsalltag mehr. Es kann sein, dass einige Kollegen dich bei den Projekten nicht mehr mit einbeziehen oder dir Informationen nicht weitergeben, weil sie das Gef√ľhl haben, dass das ja sowieso nichts mehr bringt. Das kann deine letzten Wochen sehr deprimierend gestalten.

 

Der richtige Zeitpunkt

Ob du nun selbst gek√ľndigt hast oder ob dein Vertrag nicht verl√§ngert wurde: Der richtige Zeitpunkt, um dich von deinen Kollegen zu verabschieden, h√§ngt von dir ab. Hasst du Abschiedsszenen und willst sie am liebsten umgehen, kannst du an deinem letzten Arbeitstag eine nette Mail schreiben.

Deinen liebsten Kollegen kannst du nat√ľrlich schon fr√ľher davon in Kenntnis setzen, dass du gehst. M√∂chtest du gern Zeit haben, dich ordentlich zu verabschieden, und eventuell deine Kollegen noch auf einen Drink einladen, schickst du die Mail etwa eine Woche vor deinem letzten Arbeitstag.

 

An wen geht die Mail?

Manchmal wirst du den Tipp finden, das du dich per Mail von allen deinen Kollegen verabschieden solltest. Das ist in manchen F√§llen weder ratsam noch praktikabel. Arbeitest du in einem gro√üen Konzern, in dem du gar nicht alle Kollegen kennen kannst, schickst du die Mail nat√ľrlich nicht an alle.

Sie geht an deinen Chef, deine Vorgesetzten, die Kollegen deiner Abteilungen und an die aus anderen Abteilungen, mit denen du regelm√§√üig zusammengearbeitet hast. In kleinen Unternehmen schickst du die Mail nat√ľrlich an alle deine Kollegen, damit sich niemand ausgeschlossen f√ľhlt. Ein zus√§tzlicher Tipp: Ordne die Adressen in der Adressleiste streng nach dem Alphabet. Manch einer kann sich sonst zur√ľckgesetzt f√ľhlen, wenn er am Ende der Liste auftaucht. Kein Witz!

 

Das gehört NICHT in die Abschiedsmail

Je nachdem, wie dein Verh√§ltnis zu deinen Kollegen und Vorgesetzten gewesen sein mag, juckt es dir sicherlich in den Fingern, in der Abschiedsmail etwas Unkonventionelles zu schreiben. Auch wenn es dir schwerf√§llt: Verkneife dir kurze E-Mails wie „Macht’s gut, ihr Idioten“, „Danke f√ľr nichts“ oder „Auf Nimmerwiedersehen“. Das f√ľhlt sich viel weniger gut an, als du denkst, kann Kollegen treffen, die du eigentlich gar nicht so sehr meinst, und l√§sst dich in einem schlechten Licht dastehen.

Nutze diese Mail auch nicht, um deinem Chef gr√ľndlich die Meinung zu sagen, um auf Missst√§nde wie stark unterschiedliche Geh√§lter hinzuweisen oder um anderweitig Unruhe zu stiften. Bedenke immer, dass diese E-Mail nur wenig √ľber den Job aussagt, aber alles √ľber dich. Nutzt du sie f√ľr eine Revanche oder um Gift zu verspritzen, behalten dich die Leute in schlechter Erinnerung. Tu das also nicht. Schreibe auch nicht darin, wie dein neuer Arbeitgeber hei√üt.

 

So baust du die Abschiedsmail auf

W√§hle einen klaren Betreff aus, etwa „mein Abschied“ oder „letzter Arbeitstag“. Dann wissen die Empf√§nger, woran sie sind. Als Anrede eignet sich „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ ‚Äď so sehen sie gleich, dass es sich um eine Rundmail an viele Leute handelt, und erwarten nichts Pers√∂nliches. Schreibe, wann dein letzter Arbeitstag ist, und bedanke dich f√ľr die gute Zusammenarbeit. Das tust du auch dann, wenn die Zusammenarbeit zu w√ľnschen √ľbrig lie√ü. Wenn du dich in deinem Job und mit deinen Kollegen immer wohl gef√ľhlt hast, kannst du das in einem weiteren Satz erw√§hnen.

W√ľnsche deinen Kollegen alles Gute f√ľr die Zukunft und erw√§hne, dass du gerne in Kontakt bleiben w√ľrdest. Unter einem netten Abschiedsgru√ü gibst du dann deine Kontaktdaten an, etwa deine Telefonnummer und deine E-Mail, aber auch und gerade Profile bei LinkedIn, XING oder Facebook. Netzwerken wird schlie√ülich immer wichtiger, und du wei√üt nicht, wohin dich deine Karriere noch f√ľhren wird. Es kann durchaus sein, dass ein Tipp oder eine Empfehlung von einem Exkollegen einmal sehr wichtig f√ľr dich werden wird. Das ist √ľbrigens auch ein Grund, weshalb du nicht alle Br√ľcken hinter dir verbrennen solltest.

 

Mit Maß und fehlerfrei

√úberschwang, Pathos und Schleimerei kommen auch in einer Abschiedsmail nicht gut an. Danke nicht dem „besten Chef der Welt“, weise nicht darauf hin, wie viele Gehaltserh√∂hungen du bekommen hast, und erkl√§re auch nicht, dass es dir das Herz bricht, das Unternehmen zu verlassen. Vor allem, wenn du selbst gek√ľndigt hast, klingen solche Aussagen unglaubw√ľrdig. Stattdessen solltest du deine Verabschiedung von einem Rechtschreibprogramm pr√ľfen und von Freunden oder Familienmitglieder gegenlesen lassen. Ein Abgang mit Rechtschreibfehlern, √ľber die sich geh√§ssige Exkollegen lustig machen k√∂nnten, ist nicht ideal.

 

Eile mit Weile

Auch wenn du dir eigentlich sehr sicher bist, dass du die E-Mail gut verfasst hast, schicke sie nicht sofort ab. Vor allem, wenn der Abschied f√ľr dich mit Emotionen wie Trauer oder Wut verbunden ist, solltest du dir selbst noch Zeit geben. Schlaf dar√ľber, lies sie morgens mit klarem Kopf noch einmal und bitte Freunde um ihre Meinung.

Der passende Tonfall ist sachlich, aber freundlich. Beachtest du alle diese Tipps, gelingt dir ein Abschied mit Stil, der deinen Kollegen in guter Erinnerung bleibt und dir vielleicht sp√§ter interessante T√ľren √∂ffnen kann. Und nun: Viel Erfolg im neuen Job und alles Gute!

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