Karrierefaktor 10. Mai 2017

Wie bewerbe ich mich richtig?


Du bist auf der Suche nach einem Job und möchtest bei der Bewerbung natĂŒrlich keine Fahler machen. Das ist kein Hexenwerk, aber du musst dafĂŒr viele einzelne Dinge beachten. Wir zeigen dir hier welche das sind.

 

Stellenanzeige genau lesen

Wenn dir eine Stellenanzeige gut gefĂ€llt, musst du sie aufmerksam lesen. Viele Arbeitgeber bitten zum Beispiel um Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung oder um den Termin, an dem du zu arbeiten beginnen könntest. Diese Punkte solltest du nicht außer Acht lassen, auch wenn sie in manchen Bewerbungsanleitungen ĂŒbergangen werden.

Sie zu vergessen, hieße, dass du schon beim ersten Kontakt nicht auf den potenziellen neuen Chef eingehst. Achte also bei deiner Bewerbung darauf, dass du alles erfĂŒllst, worum in der Stellenanzeige gebeten wird.

 

Die Art der Bewerbung

Jetzt hast du so viele hochwertige Bewerbungsmappen gekauft, aber die Unternehmen wollen alle nur eine Onlinebewerbung per Mail oder im Bewerbungstool auf der Unternehmenswebsite? Oder du schickst deine Bewerbung lieber per Mail, weil das gĂŒnstiger ist, obwohl in der Anzeige um eine Mappe auf postalischem Weg gebeten wird? Das ist der falsche Schritt.

Richte dich immer nach dem, was der mögliche Arbeitgeber verlangt. Behalte dabei im Hinterkopf, dass du die Bewerbung in Deutschland anders aufbaust als etwa die fĂŒr ein amerikanisches oder britisches Unternehmen. Falls jemand eine Kurzbewerbung als ersten Eindruck wĂŒnscht, schickst du ihm lediglich ein Anschreiben und deinen Lebenslauf.

 

Kein Anschreiben von der Stange

Vor allem, wenn du dich bei vielen Unternehmen bewirbst, ist die Versuchung groß, einfach immer das gleiche Anschreiben rauszuschicken, nur mit dem verĂ€nderten Unternehmensnamen. Damit steigerst du allerdings nur die Chance, dass deine Bewerbung direkt in der Altpapiertonne landet. Personaler sehen sehr genau, wer sich mit dem Unternehmen im Vorfeld beschĂ€ftigt hat und wer einfach wahllos Bewerbungen verteilt.

Lies dir stattdessen die Unternehmenswebsite durch und suche auch im Internet nach Treffern fĂŒr den Namen: Gibt es interessante Pressemitteilungen aus der letzten Zeit oder wurden Artikel ĂŒber deinen potenziellen Arbeitgeber verfasst? Gehst du im Anschreiben auf Aktuelles oder auf Besonderheiten der Firma ein, sehen die Leute, dass du dich ernsthaft damit auseinandergesetzt hast.

 

Kurze Rede, langer Sinn

Dein Anschreiben sollte eine Seite nicht ĂŒberschreiten. Komm also kurz und kernig zum Punkt: Zeige auf, warum das Unternehmen fĂŒr dich spannend ist, dank welcher Erfahrungen und FĂ€higkeiten du die Arbeit dort voranbringen und ab wann du fĂŒr wie viel Gehalt dort anfangen könntest. MĂŒssen Personaler schon beim Anschreiben blĂ€ttern und auf Seite zwei weiterlesen, muss die LektĂŒre schon richtig spannend sein, damit sie nicht das Interesse verlieren.
 

Lebenslauf auf dem neuesten Stand

Die Bewerbung muss schnell raus, und der Lebenslauf vom letzten MÀrz ist doch noch gut? Falsch gedacht. Deinen Lebenslauf musst du grundsÀtzlich auf den neuesten Stand bringen: Hat sich an deinen Sprachkenntnissen etwas verÀndert, hast du eine Fortbildung gemacht oder deine EDV-FÀhigkeiten erweitert?

Selbst wenn du nichts anderes verÀndern möchtest als Ort, Datum und Unterschrift, musst du das Dokument noch einmal anfassen.
Ob du einen tabellarischen Lebenslauf benutzt oder einen amerikanischen, bei dem dein aktueller Job an erster Stelle steht, musst du je nach Bewerbung entscheiden. In traditionellen Branchen verwendest du am besten weiterhin den tabellarischen, wĂ€hrend du in jungen und stark international orientierten Branchen den amerikanischen Lebenslauf beifĂŒgst.

Achte darauf, dass du deine Sprach- und EDV-Kenntnisse genau angibst: Gib in beiden FĂ€llen an, auf welchem Niveau sich deine FĂ€higkeiten bewegen. Beim Thema EDV solltest du auch ins Detail gehen. „Office“ ist keine genaue Angabe, schreibe stattdessen besser, wie gut du Word, Excel, Powerpoint usw. jeweils beherrschst.

 

Mit einem LĂ€cheln

In Deutschland sehen es die meisten Arbeitgeber noch immer gern, wenn du dich mit einem Foto bewirbst. Nimm dafĂŒr nicht irgendeines, sondern lass es extra fĂŒr diesen Anlass machen. Zieh dir ordentliche und schicke Kleidung an und sorg dafĂŒr, dass deine Frisur sitzt. Du solltest seriös und freundlich wirken. Frauen ĂŒbertreiben es besser nicht mit dem Schmuck und dem Make-up.

FĂŒr MĂ€nner ist je nach Branche ein Anzug mit Krawatte Pflicht, sonst ist es zumindest gut, ein ordentliches Hemd zu tragen. Geh zu einem Fotografen der Bewerbungsbilder anbietet. Hier setzt man dich ins rechte Licht, sagt dir, wie du den Kopf halten und wann du lĂ€cheln sollst. HĂ€ufig sind die Ergebnisse schön anzusehen.

 

Zeugnisse und Qualifikationsnachweise

Du hast das Anschreiben, den Lebenslauf, das Bewerbungsbild – dann fehlen ja nur noch deine Zeugnisse. Ehe du jetzt aber alles mit in die Mappe legst, was du jemals bekommen hast, solltest du eine Auswahl treffen. Wird es die Personaler im Marketingunternehmen wirklich interessieren, dass du dein Schulpraktikum beim Flughafen gemacht hast? WĂ€hle von Praktika nur die Zeugnisse aus, die fĂŒr diesen Beruf relevant sind.

In die Mappe gehören deine Arbeitszeugnisse, soweit vorhanden, dein Zeugnis des Berufsausbildungsabschlusses oder des Hochschulabschlusses und dein letztes Schulzeugnis. Bist du ĂŒber 40 Jahre alt, kannst du auf Letzteres auch verzichten. Ordne die Zeugnisse so, dass das neueste vorne ist. Hast du Fortbildungen gemacht und dafĂŒr Qualifikationsnachweise bekommen, die fĂŒr diesen Job wichtig, sind, gehören sie natĂŒrlich auch in die Mappe!

 

Das BewerbungsgesprÀch

Es hat geklappt und du wurdest zu einem GesprĂ€ch eingeladen? Herzlichen GlĂŒckwunsch! Jetzt musst du dich sorgfĂ€ltig vorbereiten. Lies noch einmal alles, was du ĂŒber das Unternehmen finden kannst. Schau dir die Website an – gibt es hier Fotos der BĂŒros? Wie sehen die Kollegen aus, wie scheint die Stimmung zu sein? Je mehr du im Vorfeld in Erfahrung bringst, desto besser.

Suche dir schon im Vorfeld die Kleidung aus, die du tragen möchtest, und sorge dafĂŒr, dass sie sauber und ordentlich ist. Druck dir eine genaue Wegbeschreibung aus. Besser ist es sogar, wenn du den Weg schon einmal abfĂ€hrst, um sicherzugehen, dass du nicht lange suchen musst.

Nimm dir Zeit am Tag des GesprĂ€chs: Iss etwas, zieh dich ohne Stress sorgfĂ€ltig an und plane fĂŒr den Weg etwas Zeit als Puffer mit ein. Ein Stau oder eine Streckenstörung bei der Bahn treten immer in den unmöglichsten Situationen auf. Komm pĂŒnktlich, sei freundlich und offen, dann wird das GesprĂ€ch angenehm verlaufen. Du bist gut vorbereitet, und Interesse besteht von beiden Seiten. Also viel GlĂŒck!

 

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