Karrierefaktor 2. Juli 2014

5 Fragen an: Jumi Vogler

Interview Jumi Vogler
© Jumi Vogler
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Jumi Vogler ist Expertin für Spitzenleistungen mit Begeisterung und Humor als Erfolgsstrategie. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik an der LMU München und der FU Berlin und einer Schauspielausbildung wurde sie als Dramaturgin in die Künstlerische Leitung des Staatsschauspiels Hannover berufen. Gleichzeitig arbeitete sie als Dozentin an der Universität Hannover im Fachbereich Germanistik. Mit ihrem Know-how über Kommunikation, Führung und Motivation wechselte Jumi Vogler in die Wirtschaft als Personalentwicklerin der Volkswagen AG und ist heute mit ihrem Spezialgebiet Humor als Speakerin, Autorin und Trainerin tätig.

1. Spaß bei der Sache lässt die Arbeit besser gelingen. Ihrer Meinung nach ist das nicht nur ein Klischee?

Ich arbeite mit der Erfolgsstrategie Humor in Unternehmen. Dies ist eine Philosophie, eine ethische Grundeinstellung. Dabei ist Humor nicht gleichzusetzen mit Witz oder Spaß. Tatsächlich geht es um eine andere Unternehmenskultur, die ganzheitlich ist und von Wertschätzung, Respekt, Freude und auch Spaß geprägt ist, um zu motivieren – Kunden wie Mitarbeiter. So schafft Humor Wachstum. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass wir dort, wo wir Freude erleben und Spaß haben, mehr leisten. Also: Kein Klischee.

2. Kann es nicht auch gefährlich werden, wenn man die Arbeit nur noch als einen einzigen Witz betrachtet?

Sicher, aber darum geht es ja beim Humor nicht. Der Begriff wird in Deutschland leider oft missverstanden. Die Tiefe von Humor, der Bezug zu Menschlichkeit und Wertschätzung ist wenig bekannt. Humor ist vor allem eine Notfallstrategie in Krisensituationen und Veränderungsprozessen – Nicht um Krisen wegzulachen, sondern um durch ihn zu kreativen Lösungen zu kommen. Und das ist dringend notwendig.

3. Was können Arbeitnehmer tun, wenn Ihnen die Freude an Ihrer Tätigkeit fehlt?

Den Job wechseln? Heiraten? Kinder kriegen? Es gibt keine Gießkannenlösung, also auch keine einfache Antwort auf diese Frage. Grundsätzliche würde ich sagen: Wenn der Beruf einen anödet, ist er der falsche. Wenn es eine vorübergehende Phase ist, muss man sie aushalten. Wenn man Konflikte hat, muss man sie lösen. Menschen können aber tatsächlich etwas tun, um sich selbst zu motivieren. Jeden Morgen und zwischendurch, eine kleine Humormeditation: Einatmen und bei Ausatmen wirklich breit lächeln; ein paar Minuten lang. Das verändert die Eigenwahrnehmung kolossal. Es gibt mittlerweile Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter spezielle Angebote haben, um motivierter und stressresistenter zu werden: von der Massage bis zur Sportangeboten, von Humorworkshops zu Lachyoga bis hin zur unternehmenseigenen Kabarettgruppe. Das alles hilft aber nichts, wenn man den eigenen Job nicht mag. Da hilft nur eins: Mit Humor Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

4. Was ist wichtiger: Eine erfüllende Aufgabe oder ein freudiges und freundliches Team für die Zusammenarbeit?

Das kommt ganz auf die Bedürfnisse des Einzelnen an. Durch eine humorvolle Kommunikation kann man jedoch positiv auf die Stimmung im Team einwirken und die Zusammenarbeit verbessern. Die meisten glauben, dass Kommunikation im Berufsleben sehr einfach sei, da man ja nur Informationen austauschen müsse und Gefühle dabei nichts zu suchen hätten. Falsch gedacht! Mit dieser Einstellung scheitern Projekte, Karrieren und Aufträge. Wer mit einem Augenzwinkern in Gespräche geht, ist deshalb erfolgreich, weil er Menschen emotional berührt, sie sogar in Krisen und Konflikten zum Lächeln oder Lachen bringt und die Stimmung hebt. Diejenigen, die diese Gefühle auslösen, befinden sich außerdem automatisch auf der Gewinner-Seite.

5. Welchen Vorteil hat eine humorvolle Führungskraft gegenüber trockenen, sachorientierten Chefs?

Das Wissen um das Wesen des Menschen. Dadurch ist die humorvolle Führungskraft erfolgreicher als der sachorientierte, was die Menschenführung betrifft. Humor schafft Wachstum. Persönliches und ökonomisches. Erfolg lacht!

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