Karrierefaktor 10. Juli 2018

5 Signale, die auf einen notwendigen Jobwechsel hinweisen

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Als die englische Punkrockband The Clash in den 1980er Jahren ihren Hit „Should I stay or should I go?“ schrieb, hatten sie höchstwahrscheinlich keinen unliebsamen Job im Hinterkopf – immerhin konnten die Mitglieder längst von ihrer Musik leben. Doch um genau diese unangenehme Situation soll es im nachfolgenden Beitrag gehen.

Die Frage „Bleiben oder gehen?“ hat sich wahrscheinlich jeder Erwerbstätige schon einmal gestellt. Meist, wenn der Chef mal wieder seine Wut an einem ausgelassen hat, die Anzahl der Überstunden einen neuen Highscore knackt oder man zum wiederholten Mal feststellt, dass einen die tägliche Arbeit einfach nur noch langweilt. Doch was genau sind eigentlich die entscheidenden Signale, die darauf hinweisen, dass ein Jobwechsel unvermeidlich ist?

 

Anzeichen #1: Stillstand

Sie merken seit Monaten, vielleicht sogar seit Jahren, dass Ihre Karriere stagniert? Zwar freuen Sie sich darüber, dass Ihr Gehalt und Ihre Position im Betrieb stabil sind, doch sind auch keine Fortschritte oder Weiterentwicklungen in Sicht?

Stillstand ist eines der wichtigsten Signale, die klar für einen Jobwechsel sprechen – vorausgesetzt natürlich, der Erwerbstätige beabsichtigt berufliche Veränderungen und gibt sich mit dem Status Quo nicht zufrieden.

 

Was in dieser Situation zu tun ist

Bitten Sie um ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und fragen Sie ganz gezielt nach Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Wo gibt es noch Potential nach oben? Eine solche Frage unterstreicht oftmals, wie wichtig es Ihnen ist, voranzukommen. Unter Umständen ist das Gespräch also die Eintrittskarte für die nächste Karrierestufe.

Wenn der Vorgesetzte jedoch keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten in Aussicht stellen kann, ist es vermutlich endgültig an der Zeit, sich nach einem neuen Job umzuschauen.

 

Anzeichen #2: Unterforderung

Alle Welt spricht vom Burnout. Doch wussten Sie, dass es auch ein sogenanntes Boreout-Syndrom gibt? Gemeint ist hiermit ein Zustand permanenter Unterforderung und Langeweile.

Boreout kann für Betroffene ähnlich zermürbend und belastend wie die „große Schwester“ Burnout sein. Wer ständig am Arbeitsplatz unterfordert ist, Aufgaben unnötig aufbläht, um länger als zwei Stunden etwas zu tun zu haben und seinen Horizont über Monate hinweg nicht erweitern kann, steht an einer entscheidenden Kreuzung des eigenen Karriereweges. Weitermachen wie bisher oder nach neuen Herausforderungen suchen? Die Antwort dürfte klar sein.

 

Was in dieser Situation zu tun ist

Auch in diesem Fall kann unter Umständen ein Gespräch mit dem Vorgesetzten helfen – schließlich haben diese oftmals keine Ahnung, dass der Mitarbeiter von seinen bisherigen Aufgaben unterfordert und gelangweilt ist. Ein eindeutiger Hinweis und die Bitte um neue Zuständigkeitsbereiche bringen oftmals frischen Wind in den Arbeitsalltag.

Doch Vorsicht! Dieser Aufschwung kann trügerisch sein. Wenn der Job allgemein als langweilig wahrgenommen wird, wird sich die Unterforderung schon nach kurzer Zeit wieder einschleichen. Spätestens dann ist der Jobwechsel unausweichlich.

 

Anzeichen #3: Neugierde

Sie haben Lust, in eine völlig andere Branche zu schnuppern? Könnten es sich vorstellen, in einem Startup zu arbeiten? Oder sogar ein eigenes Business aufzubauen?

Wenn die Neugierde in einem wächst, kann das ebenfalls ein eindeutiges Anzeichen dafür sein, über einen Jobwechsel nachzudenken. Denn sie zeigt an, dass Sie noch lange nicht an Ihrer beruflichen Endstation angekommen sind.

Was in dieser Situation zu tun ist

Nehmen Sie sich einen bewussten Moment Zeit, einen Zettel und einen Stift, machen Sie es sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich und notieren Sie Ihre (heimlichen und unheimlichen) beruflichen Wünsche. Denken Sie hierbei ruhig groß, also auch an Fragen wie: Wo möchte ich in fünf Jahren stehen?

Wenn sich die Punkte, die Sie aufschreiben, so gar nicht mit Ihrer aktuellen Arbeitssituation decken, dann wissen Sie, was zu tun ist. Es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu wagen und berufliche Veränderungen einzuläuten.

 

Anzeichen #4: Furcht

Die sonntägliche Angst vor dem nahenden Beginn der neuen Arbeitswoche ist leider ein weit verbreitetes „Phänomen“. Nicht wenige Menschen beschleicht schon in der Mitte des Wochenendes ein ungutes Gefühl, wenn sie daran denken, dass sie bald wieder zur Arbeit müssen.

Die Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein; angefangen beim Mobbing über den cholerischen Chef bis hin zur Erkenntnis, den Anforderungen der eigenen Arbeit nicht gewachsen zu sein.

 

Was in dieser Situation zu tun ist

Grundsätzlich ist das kein Grund, Hals über Kopf den Job zu kündigen. Zunächst einmal sollten Sie ganz genau analysieren, was die Ursache für Ihre Angst ist und sich überlegen, wie Sie diese beseitigen können.

Lautet die Antwort „gar nicht“ und lässt die Furcht auch nach der Konfrontation mit dem Problem nicht nach, dann ist ein Jobwechsel vermutlich die einzige Lösung, die Ihnen Seelenheil verspricht.

Zusatz-Tipp: Denken Sie bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle immer an den Faktor, der Ihnen zuvor Angst eingejagt hat. Waren Sie beispielsweise von Ihren Aufgaben überfordert, sollten Sie sich nicht unbedingt auf einen Job bewerben, in dem noch mehr von Ihnen gefordert wird.

 

Anzeichen #5: Ungerechtigkeit

Zugegeben, der Satz „Das ist aber ungerecht!“ ruft schnell das Bild eines bockenden und wütend auf den Boden stampfenden Kindes hervor und lässt sich nur schwer mit der allgemeinen Professionalität der Arbeitswelt vereinbaren. Doch auch hier ist Ungerechtigkeit ein regelmäßiger (ungebetener) Gast, der unter gewissen Umständen auf die Notwendigkeit eines Jobwechsels hindeuten kann.

Das beste Beispiel hierfür ist die permanente und unbegründete Benachteiligung eines Kollegen, der eigentlich Lob und Anerkennung für seine Arbeit verdient hätte. Wenn Sie jetzt zustimmend nicken und feststellen, dass Sie sich in genau einer solchen Situation befinden, dann könnte ein Jobwechsel die Lösung des Problems sein.

 

Was in dieser Situation zu tun ist

Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz muss immer angesprochen werden – egal ob Sie einen Jobwechsel beabsichtigen oder nicht. Denn wenn die Benachteiligung totgeschwiegen wird, wird sie mit der Zeit wahrscheinlich immer stärker.

Doch leider ist es auch so, dass die, die der Ungerechtigkeit bezichtigt werden, das nur ungern und äußerst selten zugeben. Ein klärendes Gespräch, bei dem auch eigene Fehler eingeräumt werden, ist daher eher die Ausnahme. Wenn Sie das Gefühl haben, auch später weiter ungerecht behandelt zu werden, ist es das beste, nach neuer Arbeit Ausschau zu halten.

 

Diese Aspekte sind kein Grund für einen Jobwechsel

  • Kritik vom Chef oder von Kollegen
  • persönliche Diskrepanzen
  • Fehler
  • nervige/anstrengende Kunden
  • Frust nach einem schlechten  Tag

Die Signale, die auf einen eventuellen Jobwechsel hinweisen, sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Umso wichtiger ist es, regelmäßig in sich hinein zu horchen und sich zu fragen, ob die aktuelle berufliche Situation wirklich die ist, die einen glücklich macht.

(Selbst-)Reflexion und die Bereitschaft mit anderen zu kommunizieren, sind hierfür unverzichtbare Werkzeuge. Denn nur so können Sie etwas am Status Quo ändern.

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