Karrierefaktor 3. Juli 2018

Burnout-Prävention: Mit diesen Tipps schützen Sie sich davor

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Leistung wird in Deutschland selten anhand von Ergebnissen definiert, sondern an der Zeit, die ein Mitarbeiter im Büro verbracht hat. Die allgemeine Annahme: Wer von früh bis spät am Schreibtisch sitzt, der schafft eine ganze Menge und hat daraus resultierend beste Aussichten auf Erfolg. Dass diese Aussage vorn und hinten hinkt, ist vielen egal. Sie powern sich stattdessen weiter aus, schieben Überstunden und sind auch im Urlaub permanent für den Chef erreichbar – alles für das höhere Ziel des beruflichen Aufstiegs. Was sicherlich eine ganze Zeit gut geht und irgendwann vielleicht wirklich zum Durchbruch führt, ist allerdings auch eine enorme Belastung für die eigene Gesundheit. Burnout hat sich längst vom Randphänomen zur „Volkskrankheit“ entwickelt. Lesen Sie hier, was Sie tun können, um sich davor zu schützen.

 

Der Einfluss der modernen Arbeitswelt auf das Burnout-Syndrom

Noch vor wenigen Jahren sprach niemand über so etwas wie Burnout und plötzlich leidet scheinbar jeder vierte Erwerbstätige unter dem Syndrom. Wie kann das sein?

Fakt ist: Bis heute gibt es keine einheitliche Definition von Burnout – einen Zustand, der übrigens nicht als Krankheit anerkannt wird. Auch im Hinblick auf die Ursachen für das Syndrom sind sich Wissenschaftler noch immer uneinig. Was jedoch unumstritten ist, ist der Einfluss von beruflichem Stress auf Burnout-Patienten. Oder mit anderen Worten: Es gibt eine direkte Verbindung zwischen beruflichen Herausforderungen und einem Burnout.

Dass Burnout noch vor wenigen Jahren kaum Beachtung fand, liegt unter anderem auch daran, dass sich die Anforderungen an Erwerbstätige durch Digitalisierung und Globalisierung in letzter Zeit stark verändert haben. Der Leistungsdruck in vielen Branchen steigt ins Unermessliche, viele Arbeitgeber erwarten permanente Erreichbarkeit von ihren Mitarbeitern und Überstunden gehören längst zum guten Ton.

Das Resultat dieser sich immer mehr verdichtenden Arbeitskultur: Mehr und mehr Menschen leiden unter einem dauerhaften Zustand körperlicher und geistiger Erschöpfung – sprich: unter Burnout.

 

GrĂĽnde fĂĽr Burnout

Der Hauptauslöser für Burnout kann am einfachsten mit „Überarbeitung“ zusammengefasst werden. Wer über einen längeren Zeitraum über seine Kraft arbeitet und dabei alle Energiereserven restlos aufbraucht, neigt viel eher dazu, sich ausgebrannt und erschöpft zu fühlen. Doch auch (permanenter) psychischer und physischer Stress sind der ideale Nährboden für das Burnout – ein Grund, warum gerade Führungskräfte enorm zu diesem Syndrom neigen.

Weitere GrĂĽnde fĂĽr Burnout sind unter anderem:

  • Ăśberforderung
  • permanente Erreichbarkeit
  • ReizĂĽberflutung (in der digitalen Welt)
  • immer komplexere Projekte und Aufgaben
  • Deadlines und Zeitdruck

Jeder Mensch ist unterschiedlich stark anfällig für Burnout. Während die einen „von Haus aus“ eine gewisse Veranlagung mitbringen, sind andere außerordentlich stressresistent und damit beinahe schon „immun“ gegen Burnout. Das wiederum führt dazu, dass es bei nahezu jedem Betroffenen einen anderen Auslöser für die Symptome des Burnouts – u.a. Müdigkeit, sinkende Leistungsfähigkeit, sozialer Rückzug und innere Leere – gibt.

 

So schĂĽtzen Sie sich vor dem Burnout

So unterschiedlich die Auslöser von Burnout auch sind – es gibt ebenfalls eine ganze Reihe von Maßnahmen, die dabei helfen, dem Syndrom den Kampf anzusagen. Grundsätzlich gilt: Burnout-Prävention kann und muss zu jeder Zeit stattfinden – also nicht nur dann, wenn ein Betroffener die ersten Anzeichen des dauerhaften Erschöpfungszustandes bemerkt. Es lohnt sich demnach, ein paar der nachfolgenden Maßnahmen in die tägliche Routine aufzunehmen.

 

Energieräuber erkennen und minimieren

Für die einen ist es das Smartphone, für die anderen der wöchentliche Besuch bei den Schwiegereltern – jeder Mensch hat gewisse Faktoren in seinem Leben, die merklich an den Kraftreserven zehren und daher auch als Energieräuber bezeichnet werden können.

Um einen Burnout vorzubeugen, ist es von großer Wichtigkeit, diese Energieräuber im ersten Schritt zu definieren und im zweiten zu minimieren. Das bedeutet konkret: Nicht nur das Smartphone als negativen Einfluss erkennen, sondern auch konkrete Maßnahmen einleiten, um den Energieräuber in Schach zu halten.

 

Energiequellen erkennen und in den Fokus rĂĽcken

Neben den Energieräubern gibt es selbstverständlich auch Energiequellen. Diese dürfen natürlich keinesfalls eliminiert, sondern müssen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden. Wer sich mit Energieräubern und Energiequellen auseinandersetzt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, dass letzte zahlenmäßig überlegen sind. Den meisten Menschen fallen einfach viel mehr Dinge, Personen und Tätigkeiten ein, die ihnen Kraft spenden als solche, die ihnen die Energie nehmen.

Wie schon bei den Räubern ist auch bei den Energiequellen ein Zwei-Phasen-Denken notwendig: Erst einmal ausfindig machen und benennen und anschließend entsprechende Maßnahmen einleiten. Wer sich wirksam vor Burnout schützen will, der sollte sich regelmäßige Auszeiten gönnen, in denen man sich ausgiebig einer Energiequelle widmet. Hierbei kann es sich zum Beispiel um die folgenden Tätigkeiten handeln:

  • Sport treiben
  • meditieren
  • gärtnern
  • lesen
  • Tagebuch schreiben
  • malen
  • …

An dieser Stelle wird deutlich, dass es kein „Allheilmittel“ gegen Burnout gibt. Jeder, der potentiell von dem Erschöpfungssyndrom betroffen sein kann, muss selbst herausfinden, was ihm gut tut – und was ihm unnötig viel Energie raubt.

 

Klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben ziehen

In einer Phase, in der Begriffe wie Work-Life-Blending oder Work-Life-Integration Hochkonjunktur feiern, wirkt es fast schon blasphemisch, zu sagen, dass Arbeit und Privatleben klar voneinander getrennt werden mĂĽssen.

Denn auch wenn wir uns alle eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie wünschen, führen verwischte Grenzen früher oder später zu dauerhaftem Stress. Das beste Beispiel hierfür ist das Firmensmartphone, das unter Umständen auch am Wochenende oder im Urlaub nie weit entfernt liegt. Allein die Möglichkeit, dass der Chef oder ein Kollege anrufen könnte, sorgt bei vielen für so viel Stress, dass sich der Burnout langsam anschleicht.

Wissenschaftler sind auĂźerdem auch davon ĂĽberzeugt, dass das Arbeiten im Home Office langfristig Einfluss auf die Burnout-Gefahr hat. An dieser Stelle wird deutlich, warum es beispielsweise so wichtig ist, das Arbeitszimmer klar vom Rest der Wohnung oder des Hauses zu trennen.

 

Ausreichend und gesund schlafen

Wer tagsüber gute Leistungen erbringen will, muss sich in der Nacht ausruhen. Schlaf ist eine der wichtigsten Burnout-Präventionsmaßnahmen im Speziellen und Gesundheits-Präventionen im Allgemeinen. Denn im Schlaf regeneriert sich der Körper. Er baut Stress ab und schöpft neue Energie.

 

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Viele Patienten, die vom Burnout betroffen sind, geben an, dass sie irgendwann vom Alltag ĂĽberrollt wurden und sich deswegen in die soziale Isolation zurĂĽckgezogen haben.

Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, schon vor Auftreten des Syndroms Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen – beispielsweise in Form von einem Lieblingsort in der Natur oder auch mental im Kopf. Auf diese Weise kann man immer dann, wenn man merkt, dass alles um einen herum zu viel wird, „flüchten“, durchatmen und neue Energie tanken.

 

Fazit: Burnout ist kein Schicksal, dem man sich ergeben muss

Egal ob Top-Manager oder berufstätige Zweifach-Mutter, Student im Prüfungsstress oder Facharbeiter kurz vor dem Ruhestand – niemand ist vor dem Burnout sicher. Aber auch niemand muss sich diesem Schicksal einfach so ergeben.

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, um dem Syndrom den Kampf anzusagen und sich selbst vor der dauerhaften Erschöpfung zu schützen. Im Zentrum aller präventiven Aktivitäten sollte stets das Wichtigste stehen: Das eigene Wohlergehen. Wenn man dieses nie aus den Augen verliert und aktiv fördert, hat man gute Chancen, das Schreckgespenst Burnout zu besiegen.

 

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