Karrierefaktor 18. Dezember 2018

Facebook-FettnÀpfchen: Was tun bei Freundschaftsanfragen vom Chef und Co.?


Facebook ist fĂŒr die meisten von uns zu einem festen Bestandteil des Lebens geworden. Wir treten darĂŒber mit Freunden in Kontakt, informieren uns ĂŒber das Weltgeschehen und lachen ĂŒber lustige Videos. Kurzum: Das soziale Netzwerk hĂ€lt fĂŒr jeden den passenden Inhalt bereit und schafft es wie kein anderes Medium, uns zu unterhalten, zu informieren und zu inspirieren.

Doch trotz all dieser VorzĂŒge hĂ€lt Facebook auch immer ein paar Fallstricke fĂŒr seine User bereit. Vor allem, wenn sich berufliche und private Kontakte vermischen und die Grenzen zwischen „den zwei Welten“ mehr und mehr verschwimmen, kann es unter UmstĂ€nden ganz schön brenzlig fĂŒr Sie werden. Was Sie in den typischen FettnĂ€pfchen-Situationen tun können, möchten wir Ihnen im nachfolgenden Beitrag verraten.

 

Partyfotos bei Facebook: Eine echte Gefahr fĂŒr Ihre Bewerbung

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job, haben etliche Bewerbungen verschickt und wurden sogar schon zu einem VorstellungsgesprĂ€ch eingeladen? Herzlichen GlĂŒckwunsch, das ist zunĂ€chst einmal ein wirklich guter Grund zur Freude.

Nach der ersten Euphorie sollten Sie sich jedoch auch bald wieder auf das Wesentliche konzentrieren – nĂ€mlich die Vorbereitung auf das Jobinterview. Diese umfasst nicht nur das Formulieren von Preisvorstellungen, StĂ€rken und SchwĂ€chen, sondern immer hĂ€ufiger auch einen genauen Blick in die sozialen Netzwerke.

Es ist lĂ€ngst kein Geheimnis mehr, dass Arbeitgeber ihre potentiellen Mitarbeiter im Internet suchen und dabei immer wieder auf teils prekĂ€re Einblicke stoßen. Wenn Sie diese unangenehme Situation vermeiden wollen, dann haben Sie grundsĂ€tzlich zwei Möglichkeiten:

  • Bearbeiten Sie die PrivatsphĂ€re-Einstellungen von Ihrem Facebook-Profil so, dass ein externer Besucher (mit dem Sie nicht befreundet sind) nur die wesentlichen Informationen, Ihr Profil- und Titelbild sehen kann.
  • Werfen Sie einen Blick in Ihre öffentlichen Foto-Ordner und löschen Sie alles, was nicht fĂŒr die Augen Ihres zukĂŒnftigen Vorgesetzten bestimmt ist. Vergessen Sie auch nicht die Fotos von Freunden, auf denen Sie verlinkt wurden.

 
Ein Facebook-Profil kann außerdem durch bestimmte PrivatsphĂ€re-Einstellungen von den Google-Suchergebnissen ausgeschlossen werden. Das ist letztlich jedoch nur sinnvoll, wenn Sie nicht mit Ihrem Klarnamen in dem sozialen Netzwerk auftreten.

Zusatz-Tipp: Es ist im Zuge der Jobsuche immer eine gute Idee, sich einmal selbst im Netz zu suchen. Sie werden erstaunt (um nicht zu sagen: schockiert) darĂŒber sein, was das World Wide Web alles ĂŒber Sie zu Tage fördert. Die schlechte Nachricht: Manche Altlasten (beispielsweise aus StudiVZ- und Myspace-Zeiten) lassen sich heute kaum noch entsorgen. In diesem Fall gilt es zu hoffe, dass der neue Arbeitgeber die Fotos stillschweigend unter der Rubrik „JugendsĂŒnden“ verbucht.

 

Freundschaftsanfrage vom Chef: Wie gehe ich professionell damit um?

Dass sich Kollegen auf Facebook vernetzen (mehr dazu weiter unten), ist inzwischen Gang und GĂ€be. Doch eine Kontaktanfrage vom Chef löst bei vielen nach wie vor Irritation und Unbehagen aus. Fakt ist: Die meisten Arbeitnehmer wollen schlichtweg nicht mit Ihrem Chef bei Facebook befreundet sein – aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden.

Wenn Sie dennoch irgendwann die befĂŒrchtete Anfrage erreicht, können Sie auf unterschiedliche Weise reagieren:

  • Ordnen Sie Ihren Chef einer speziellen Kontaktliste zu, sodass er nur eingeschrĂ€nkte Einblicke in Ihr Profil erhĂ€lt. Hier erhalten Sie noch mehr Informationen zu den Freundeslisten auf Facebook.
  • ErklĂ€ren Sie Ihrem Chef in einem Vier-Augen-GesprĂ€ch, dass Sie sich fĂŒr die Anfrage bedanken, aber Facebook auch zukĂŒnftig gern als rein privates Netzwerk nutzen möchten.

 

AmĂŒsieren trotz Krankschreibung: Wenn die Kollegen zu gefĂ€hrlichen Zeugen auf Facebook werden

Es spricht absolut nichts dagegen, sich mit seinen Kollegen auf Facebook zu vernetzen – immerhin entstehen aus vielen BĂŒro-Bekanntschaften lockere und teilweise sogar feste Freundschaften. Doch unter gewissen UmstĂ€nden kann auch hieraus ein waschechtes FettnĂ€pfchen werden.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Sie werden von Ihrem Arzt krankgeschrieben, fĂŒhlen sich aber am Wochenende so gut, dass Sie auf eine Party gehen. Dort ist ein Fotograf unterwegs, der Sie beim Tanzen ablichtet. Das Bild landet auf Facebook, wo Sie wiederum von einem Freund markiert werden. Das Foto ist nun fĂŒr all Ihre Kontakte sichtbar – auch fĂŒr den Kollegen, mit dem Sie im sozialen Web zwar „befreundet“ sind, der im „echten Leben“ aber Ihr Rivale ist. Dieser wittert nun natĂŒrlich seine Chance und verpfeift Sie am Montag beim Chef.

Klingt ziemlich unfair und kindisch? NatĂŒrlich. Aber die Aktion kann Sie trotzdem eine Abmahnung oder Schlimmeres kosten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie diese Tipps befolgen:

  • Überlegen Sie sich genau, mit welchem Kollegen Sie auf Facebook vernetzt sein wollen und mit welchem nicht, es ist okay, gewisse Anfragen nicht zu akzeptieren
  • Ordnen Sie Kollegen einer bestimmten Kontaktliste zu, sodass Sie nur beschrĂ€nkte Einblicke in Ihre Social Media-AktivitĂ€ten erhalten
  • Löschen Sie prekĂ€re Markierungen und laden Sie selbst keine Fotos hoch, die Sie in Schwierigkeiten bringen könnten

 

Vergessen, sich bei Facebook abzumelden: Heikle Einblicke fĂŒr die Kollegen

Was am privaten Rechner und Smartphone in der Regel kein Problem ist, kann im BĂŒro zu einer mittelschweren Katastrophe fĂŒhren. Wenn Sie vergessen, sich bei Facebook abzumelden und ein Kollege (oder gar Ihr Chef) den Computer benutzt, erhĂ€lt er im schlimmsten Fall sehr intime Einblicke.

Was Sie dagegen tun können? Nichts! Außer natĂŒrlich immer daran zu denken, sich ordnungsgemĂ€ĂŸ abzumelden.

 

Zu viel Zeit auf Facebook: Ab wann darf der Chef meckern?

AktivitĂ€ten auf Facebook fallen unter die Kategorie „Privates Surfen im BĂŒro“. Sie werden in den meisten Unternehmen zwar geduldet, doch immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn Ihr Chef bemerkt, dass Sie vor lauter Likes und Kommentaren kaum noch Ihrer Arbeitspflicht nachgehen, ist er durchaus dazu bemĂ€chtigt, Sie zu sanktionieren.

Unser Rat lautet daher: Übertreiben Sie es nicht. Nutzen Sie Facebook und Co. möglichst nur in Ihrer Pause beziehungsweise wenn die Arbeit vorbei ist.

 

Facebook und Berufsalltag: Ein ungleiches Paar

Auch wenn Facebook von den meisten Menschen auch wĂ€hrend der Arbeitszeit und fĂŒr berufliche Zwecke genutzt wird, gilt Vorsicht, sobald die Grenzen zum Privatleben verschwimmen. Spezielle Kontaktlisten, ein umsichtiger Umgang mit Fotos und Markierungen sowie das vehemente Ablehnen gewisser Anfragen helfen Ihnen dabei, Ihren Berufsalltag und Ihre Facebook-Nutzung trotzdem in Einklang miteinander zu bringen.

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