Karrierefaktor 6. Dezember 2018

Smalltalk Tabus: Warum Sie diese 5 Gesprächsthemen beim Networking vermeiden sollten


Der Aufbau von einem beruflichen Netzwerk ist für viele Menschen, die ihre Karriere voranbringen wollen, essentiell. Darum besuchen sie regelmäßig die unterschiedlichsten Events, um dort neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekannte wiederzutreffen. Doch was in der Theorie so einfach klingt, erweist sich in der Praxis immer wieder als echte Mammut-Aufgabe. Denn: Locker-leichte Gespräche mit (teils) völlig fremden Menschen sind nicht nur für Introvertierte eine Herausforderung. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen nicht verraten, mit welchen Tipps und Tricks Sie der neue Smalltalk-König werden. Wir möchten Ihnen vielmehr ans Herz legen, welche Gesprächsthemen Sie auf der nächsten Netzwerkveranstaltung besser vermeiden sollten – und warum.

 

Smalltalk No-Go #1: Politik

Auch wenn das Thema Politik meist ein Garant fĂĽr lebhafte, nicht selten sogar hitzige Debatten ist, sollten Sie es im beruflichen Kontext besser nicht ansprechen. Das liegt vor allem an der Gefahr, in Ihrem GegenĂĽber einen Menschen mit politischen Ansichten zu finden, die Ihren komplett fremd sind.

Das Resultat einer solchen „Konstellation“ sind meist Diskussionen, die vom Hundertsten ins Tausendste führen und am Ende trotzdem kein Fazit hervorbringen, mit dem alle Beteiligten leben können. Im privaten Kontext mag das noch in Ordnung sein, doch beruflich wird es Sie keinen Schritt voranbringen.

Hinzu kommt außerdem die Gefahr, dass Sie Ihrem Gesprächspartner mit Ihren politischen Einstellungen vor den Kopf stoßen und damit (nachhaltig) vergraulen. Handelt es sich bei diesem um einen wertvollen Kontakt für Ihre berufliche Zukunft, war das eindeutig ein Schuss in den Ofen.

 

Smalltalk No-Go #2: Religion

Mit der Religion verhält es sich ganz ähnlich wie mit der Politik. Auch hier treffen oftmals Welten aufeinander und die Wahrscheinlichkeit, dass die Gesprächsteilnehmer unterschiedlicher Meinung sind, ist gar nicht mal so gering.

Doch wie verhält es sich, wenn eine Person ihren Glauben offen zur Schau stellt – beispielsweise durch eine Verschleierung oder einen Kreuzanhänger an der Kette? Auch in diesen Fällen sind Diskretion und Fingerspitzengefühl gefragt.

Wenn der Gesprächspartner Offenheit signalisiert, sind interessierte, jedoch diskrete Nachfragen in Ordnung. Grundsatzdiskussionen (bspw. über die Existenz von Gott oder die Rolle der Frau im Islam) sollten hingegen vermieden werden. Berufliche Networking-Events sind einfach nicht der passende Ort für solche Unterhaltungen.

 

Smalltalk No-Go #3: Familie und Privatleben

Es ist immer besonders verlockend, Fragen zu den Kindern, Ehepartnern und dem nächstem Urlaubsreiseziel zu stellen, weil diese im ersten Augenblick unverfänglich und wenig polarisierend wirken.

Doch bedenken Sie, dass es sich hierbei um Fragen privater Natur handelt – und der Einfluss auf Ihre Karriere (beziehungsweise die Ihres Gegenübers) entsprechend gering ist.

Smalltalk rund um Familie und Privatleben ist nur dann legitim, wenn Sie Ihren Gesprächspartner bereits kennen und sich Ihre Bekanntschaft nicht ausschließlich auf das Berufliche beschränkt.

 

Smalltalk No-Go #4: Gesundheit und Krankheit

Es ist zweifelsfrei gut gemeint, wenn man eine andere Person nach ihrem gesundheitlichen Befinden fragt. Doch sollte Sie auch hier immer ein gewisses MaĂź an Diskretion an den Tag legen.

Wenn beispielsweise allgemein bekannt ist, dass Ihr Gesprächspartner gerade mehrere Wochen im Krankenhaus lag oder kürzlich mit einer schweren Diagnose konfrontiert wurde, dann sollten Sie das Thema „Gesundheit“ besser weiträumig umschiffen. Die Gefahr, sich direkt in eine unangenehme oder gar pietätlose Situation zu manövrieren, ist einfach zu groß.

 

Smalltalk No-Go #5: Geld

„Und wie viel verdienen Sie so in dem Job?“ – Autsch! Der hat gesessen!

Auch wenn wir alle viel offener ĂĽber Geld reden und damit die Tabuisierung dieses Themas aufbrechen sollten, ist es nach wie vor keine gute Idee, beim Business- Smalltalk damit anzufangen. Der Grund hierfĂĽr liegt eigentlich auf der Hand:

Wer offen nach Gehältern fragt, riskiert es in Rekordzeit, dass sich sein Gegenüber unwohl fühlt und nach Worten ringt. Im schlimmsten Fall entsteht eine peinliche Pause, im allerschlimmsten Fall macht sich Ihr Gesprächspartner verärgert Luft und antwortet gut hörbar: „Das geht Sie überhaupt nichts an!“

 

Nonverbale Fettnäpfen beim Networking-Smalltalk

Als wären diverse Gesprächsthemen nicht schon genug Fallstricke, gibt es auch noch eine ganze Palette nonverbaler No-Gos, die Sie beim nächsten Networking-Event besser vermeiden sollten. Dann klappt es auch garantiert mit dem professionellen Smalltalk.

  • offenkundiges Gähnen: Ja, okay – manchmal kann man ein Gähnen einfach nicht unterdrĂĽcken. Doch wenn Sie beim Smalltalk beherzt den Mund aufreiĂźen und auch noch ein entsprechendes Geräusch von sich geben, sendet das Ihrem Gesprächspartner ein eindeutiges Signal: Sie langweilen mich!
  • Desinteresse: Lassen Sie sich eines gesagt sein – Egal wie gut Sie Ihr Desinteresse vermeintlich verbergen können, Ihr GegenĂĽber wird es frĂĽher oder später trotzdem bemerken. Wenn Sie feststellen, dass das Gespräch in eine uninteressante Richtung abdriftet, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie wechseln das Thema oder den Partner.
  • verschlossene Körperhaltung: Vor der Brust verschränkte Arme und ĂĽberkreuzte Beine mögen hin und wieder eine bequeme Körperhaltung sein, doch leider sind Sie auch ein Anzeichen dafĂĽr, dass Sie sich der anderen Person gegenĂĽber verschlieĂźen. Achten Sie deswegen darauf, dieser möglichst offen entgegenzutreten – und das auch durch Ihren Körper zu signalisieren.
  • fehlender Augenkontakt: Sie unterhalten sich mit einem neuen beruflichen Kontakt, doch lassen währenddessen Ihren Blick permanent durch den Raum schweifen? Absolut unprofessionell! Damit ein Gespräch fĂĽr alle Beteiligten angenehm verläuft, muss es immer auf Augenhöhe stattfinden – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
  • fehlender Abstand: Auch wenn die Netzwerkveranstaltung ĂĽberdurchschnittlich gut besucht ist, ist das noch lang kein Grund, Ihrem Gesprächspartner auf die Pelle zu rĂĽcken. Respektieren Sie dessen „Schutzzone“ und halten Sie immer etwas Abstand.
  • Blick aufs Smartphone: Auch wenn dieser Reflex als „Ich wollte nur kurz schauen, wie spät es ist.“ getarnt wird, ist der Blick aufs Smartphone extrem unhöflich – und ein Anzeichen fĂĽr Desinteresse.
  • Umschauen nach „besseren“ Gesprächspartnern: Wie wĂĽrden Sie sich fĂĽhlen, wenn Sie merken, dass Ihr GegenĂĽber eigentlich gar keine Lust auf ein Gespräch mit Ihnen hat und stattdessen schon nach einer Alternative sucht? Richtig: Schlecht. Vermeiden Sie es daher, im Raum umher zu spähen.

 

Und wie geht nun guter Smalltalk?

So ganz ohne best practice-Tipps wollen wir Sie natürlich nicht aus diesem Beitrag entlassen. Wenn Sie ideal für den nächsten Smalltalk gewappnet sein wollen, dann sollten Sie diese Punkte auf Ihren Spickzettel schreiben:

  • unverfängliche Gesprächsthemen: Reisen (Städte, Länder, Regionen), Wetter, Essen und Trinken, Medien, Börse)
  • offene Körperhaltung
  • ehrliches Interesse am Gesprächspartner
  • Blickkontakt
  • Offene Fragen
  • Nachfragen

Der nächste Smalltalk kommt bestimmt. Freuen Sie sich auf die Plaudereien – immerhin sind Sie nun bestens darauf vorbereitet.

 

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