Gastbeitrag Gastbeitrag 16. Februar 2015

Überzeugend prĂ€sentieren: So nehmen Sie den Raum ein

ĂŒberzeugend prĂ€sentieren
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Im zweiten Teil der Kurzserie unserer Gastautorin Laura Baxter erfahren Sie, warum der Raum eine entscheidende Rolle fĂŒr Ihre PrĂ€sentation spielt und wie es Ihnen gelingt, ihn mit Ihrer Energie zu fĂŒllen.

Jeder von uns wird durch die verschiedenen Rollen, die wir tĂ€glich spielen, definiert. Die Rollen, die wir annehmen und ablehnen, zeigen wer wir sind und welche Werte wir haben. Sie mĂŒssen fĂŒr Ihr Unternehmen eine PrĂ€sentation bei einem Event halten? Die Rolle, die Sie dann einnehmen, ist eine Teilmenge aus Ihrer Rolle als Angestellter und der des Vortragenden. Wenn Sie eine der beiden einnehmen, betreten Sie ein bestimmtes Aktionsfeld. Wann betreten Sie das Feld des Vortragenden? WĂ€hrend der 15 Minuten, die Ihr Vortrag andauert? Das ist falsch! Sie betreten dieses Feld jedes Mal, wenn Sie an Ihrer PrĂ€sentation arbeiten. Stellen Sie sich vor, wie Sie auf der BĂŒhne stehen und die Worte sagen, die Sie sich zurecht gelegt haben. Welche Gesten wollen Sie zur UnterstĂŒtzung anbringen? Eine so elaborierte Vorbereitung hilft Ihnen dabei, im Moment des Vortrages vollkommen in Ihrer Rolle aufzugehen. Wenn Sie erst beim Betreten der BĂŒhne in die Rolle wechseln, ist das zu spĂ€t. Damit schwĂ€chen Sie Ihre PrĂ€sentation und nehmen sich selbst die gewĂŒnschte PrĂ€senz. Nehmen Sie die Felder, die Sie betreten, ganz bewusst wahr. Nur so können Sie alle Ihre Rollen mit echter PrĂ€senz fĂŒllen. Seien Sie sich selbst der Situation, in der Sie sich befinden, bewusst. Alle anderen Rollen haben solange Sendepause.

Machen Sie sich mit dem Raum vertraut, in dem Ihr Vortrag stattfinden wird. Mit einem Blick hinein ist es jedoch nicht getan. Nehmen Sie sich die Zeit, ihn kennenzulernen und zu erspĂŒren. Die wenigsten Menschen spĂŒren tatsĂ€chlich den Raum, den sie gerade betreten. Sie nehmen die anderen Menschen wahr, vielleicht noch die Dekoration. Aber sie lassen sich nicht die Zeit, eine Verbindung herzustellen. Ein Raum – also seine Ausmaße, seine Form, das Material, aus dem er gebaut ist – beeinflusst jeden, der sich darin befindet. Lernen Sie, ihn bewusst wahrzunehmen und werden Sie ein Teil von ihm. „Untersuchen“ Sie den Raum anhand der folgenden Fragen: Ist er groß oder klein? Woraus bestehen die WĂ€nde? FĂŒhlen Sie sich kalt oder warm an? Wie sind Boden und Decke beschaffen? Ist der Boden hart oder mit Teppich ausgelegt? Ist er hell und weit, oder dĂŒster und beengend? Wie ist die Akustik? Lebendig oder eher trocken? Können Sie Ihr Echo hören? Sprechen Sie in den Raum hinein und fĂŒllen Sie ihn mit Ihrer Stimme. Stellen Sie sich vor, wie Sie Ihre Energie im Raum ausbreiten. Das mag Ihnen beim ersten Mal seltsam vorkommen – aber ich versichere Ihnen, es hilft. So bekommen Sie ein GespĂŒr dafĂŒr, wie Sie sprechen mĂŒssen und wie Sie Ihre PrĂ€senz am besten zum Strahlen bringen.

Den Raum einnehmen und mit Energie fĂŒllen

Eine Person betritt den Saal, GesprĂ€che verstummen und alle Köpfe drehen sich in ihre Richtung. Kennen Sie dieses PhĂ€nomen? Bevor Sie sagen, dass dies eine FĂ€higkeit ist, die man entweder hat oder nicht – das stimmt nicht. Diese Art der PrĂ€senz – Die Kunst den Raum einzunehmen – kann trainiert werden. Jeder strahlt ein elektromagnetisches Feld aus und je nach dem kann dieses Feld raumfĂŒllend groß oder sehr klein sein; Sie können sein Ausmaß selbst beeinflussen. Ein Beispiel: Sie kommen zu spĂ€t zu einer Veranstaltung. Das ist Ihnen unangenehm und Sie huschen in den Raum und mischen sich so unauffĂ€llig wie möglich unter die Teilnehmer. Dann ziehen Sie Ihr energetisches Feld eng um sich, um kein Aufsehen zu erregen. Bei einem Vortrag sollten Sie das Gegenteil tun: Machen Sie sich groß und fĂŒllen Sie den Raum mit Ihrer Anwesenheit. Stellen Sie sich vor, dass tief aus Ihrer Mitte ein Licht brennt und Ihren Körper erfĂŒllt. Senden Sie die Energie aus Ihrem Körper heraus bis in die oberen Ecken des Saals und stellen Sie sich vor, wie Sie damit die Zuhörer „umarmen“. Jetzt haben Sie den Raum eingenommen. Noch ein Tipp: Auch Ihr Publikum strahlt Energie aus. Sorgen Sie dafĂŒr, dass kein energieleerer Raum zwischen Ihnen und den Zuhörern entsteht, sonst fĂŒllen die anderen ihn mit ihrer Energie auf. Das beste Beispiel ist die eingangs beschriebene Situation: Der Vortragende nimmt den Raum nicht ein und vermag seine Zuhörer nicht zu fesseln. Die Teilnehmer beschĂ€ftigen sich mit ihren Gedanken und der Redner dringt nicht zu ihnen durch. Hier haben Sie es mit einem „Energie-Kampf“ zu tun. Machen Sie sich grĂ¶ĂŸer und „drĂ€ngen“ Sie die Energie des Publikums zurĂŒck, um ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen.

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Gastbeitrag Gastbeitrag von: Laura Baxter
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Über den/die Autor(in)

Die amerikanische OpernsĂ€ngerin und PrĂ€sentationsexpertin Laura Baxter beschĂ€ftigt sich seit ĂŒber 20 Jahren mit der Wirkung der Stimme und des Körpers im Zusammenhang mit nonverbaler Kommunikation und MenschenfĂŒhrung. Ihre umfangreiche BĂŒhnenerfahrung nutzt Sie, um FĂŒhrungspersonen dabei zu helfen, schwierige Situationen zu meistern und auch die Divas unter den Mitarbeitern zu zĂ€hmen. Neben ihrer TĂ€tigkeit als Keynote Speakerin lehrte Laura Baxter an der FakultĂ€t der berĂŒhmten Duke University, und unterrichtet seit 1999 Gesang und Sprecherziehung an der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg.


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