Karrierefaktor 24. Februar 2015

Im Job: So gehen Sie mit tratschenden Kollegen um

Intrigen
© K.- P. Adler

Nahezu jeder Mensch ist mit einer Situation, die im negativ aufgestoßen ist schon einmal in LĂ€sterei geflĂŒchtet, statt den GegenĂŒber direkt mit dem Problem zu konfrontieren. HĂ€ufig sind die GrĂŒnde hierfĂŒr auch nicht Boshaftigkeit oder Ablehnung sondern wesentlich trivialer. Eigentlich fehlt die Motivation oder Wichtigkeit um das Problem anzusprechen, kurz von der Seele reden möchte man es sich aber trotzdem. Problematisch wird es, wenn Sie solche Situationen wiederholt wahrnehmen, sodass das GefĂŒhl aufkommt, Sie seien das Lieblingsthema das Kaffeeklatschs Ihrer Kollegen. Dann gilt es zu handeln.

Ruhig reflektieren

Wenn Sie mitbekommen, dass im BĂŒro ĂŒber Sie getratscht wird, sollten Sie die Situation zunĂ€chst in Ruhe fĂŒr sich reflektieren. Haben Sie mitbekommen worĂŒber genau die Kollegen gesprochen haben? Gab es in den letzten Tagen einen Vorfallen, bei dem Sie in ein FettnĂ€pfchen getreten oder mit einem Kollegen aneinander geraten sind? Haben Sie Ihre Kollegen erstmals auf „frischer Tat ertappt“ oder hatten Sie schon mehrfach das GefĂŒhl, dass hinter Ihrem RĂŒcken getuschelt wird?

Sprechen Sie im nĂ€chsten Schritt mit Vertrauenspersonen am und außerhalb des Arbeitsplatzes ĂŒber die Situation. Eine externe Sichtweise auf die Dinge ermöglicht hĂ€ufig noch einmal eine ganz andere Wahrnehmung und kann Ihnen entsprechend Feedback geben, ob Sie die Situation richtig verstanden oder eventuell auch fehlinterpretiert haben. Damit gehen Sie gestĂ€rkter in ein mögliches KonfrontationsgesprĂ€ch.

MissverstÀndnis oder böse Absicht?

Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass die Kollegen nicht nur einmal ein ungĂŒnstiges Ventil fĂŒr ein MissverstĂ€ndnis gewĂ€hlt haben, sondern böswillig tratschen, sollten Sie das GesprĂ€ch suchen. Gehen Sie zunĂ€chst zu der betreffenden Person und sprechen Sie diese direkt an. Wichtig ist es dabei, dass Sie Ihren Verdacht nicht wie einen Vorwurf oder eine Anklage formulieren, sondern viel mehr erklĂ€ren, wie Sie die Situation wahrgenommen haben. WĂ€hlen Sie deswegen einen Einstieg wie „Ich hatte das GefĂŒhl, dass…“, „Ich habe wahrgenommen, dass…“ und vermeiden Sie SatzanfĂ€nge mit „Du hast…“, da Sie von Ihrem GesprĂ€chspartner schnell als Angriff verstanden werden und so zu einer Eskalation fĂŒhren können. Suchen Sie das GesprĂ€ch außerdem ruhig mit etwas zeitlichem Abstand zu dem betreffenden Vorfall, sodass Sie sicher sein können, dass es Ihnen gelingt, ruhig und sachlich zu bleiben – auch bei Provokationen Ihres GesprĂ€chspartners.

Nach diesem GesprĂ€ch sollten Sie auch diesen Schritt und die ErklĂ€rungsversuche Ihres Kollegen noch einmal in Ruhe reflektieren und ĂŒberlegen, ob Sie sich mit dessen Sichtweise und Entschuldigung abfinden können oder nicht.

Die nÀchste Instanz

Kommen Sie nach einigen Tagen zu dem Schluss, dass Sie in Ihrem Team weiter unglĂŒcklich sind, weiterhin ĂŒber Sie getratscht wird oder die Lage sogar noch eskaliert, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Vorgesetzten ĂŒber die Situation sprechen. Wenn Sie Ihrem Chef hier nicht voll vertrauen, suchen Sie sich einen Ansprechpartner in der Personalabteilung.

FĂŒr das Ansprechen der Thematik mĂŒssen Sie sich auf keinen Fall schĂ€men! Mobbing wird leider ein immer wichtigeres Thema in unserer Arbeitswelt und viele Arbeitnehmer versuchen allein gegen diese Zusatzbelastung am Arbeitsplatz zu kĂ€mpfen oder reden das Thema klein, in dem Sie die Kollegen als tratschend statt mobbend abtun. Der Übergang ist jedoch leider fließend und der Versuch solche Boshaftigkeiten auszuhalten, wird Ihnen den Spaß an der Arbeit rauben.

Deswegen gilt: So schwierig es im ersten Moment auch sein mag, suchen Sie bei Konflikten mit den Kollegen den Weg nach vorne und flĂŒchten Sie sich nicht in ein einsames Schneckenhaus. Auch wenn es vielleiht nicht sofort so scheint: Dauerhaft ist dies die beste Lösung!

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