Karrierefaktor 9. Oktober 2018

5 Wege, um schlechte Kritik wegzustecken


Sie ist direkt, schonungslos und oftmals auch ziemlich schmerzhaft. Schlechte Kritik geht an den wenigsten Menschen spurlos vorbei und hinterl√§sst immer einen faden Beigeschmack. Kein Wunder, denn wer im negativen Sinne kritisiert wird, der wird mit seinen Fehlern und Schw√§chen konfrontiert. Dass diese Form des Feedbacks jedoch genauso zum Arbeitsalltag geh√∂rt wie Lob und Anerkennung, wird sp√§testens dann klar, wenn man selbst einen Kollegen auf sein Fehlverhalten hinweist. Solang die Kritik stets konstruktiv ist, ist das auch √ľberhaupt kein Problem. Doch w√§hrend uns die Rolle des Kritikers oft leicht f√§llt, ist es schon weitaus schwieriger, schlechte Kritik einzustecken. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie richtig mit negativen Stimmen umgehen.

 

Schlechte Kritik nicht persönlich nehmen

Kritik von anderen macht verletzlich, kr√§nkt unser Selbstwertgef√ľhl und beeintr√§chtigt unser permanentes Verlangen nach Anerkennung. Aus diesen Gr√ľnden f√§llt es den meisten Menschen auch so wahnsinnig schwer, Kritik nicht pers√∂nlich zu nehmen.

Und auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Negative Kritik darf nicht als Kritik an Ihrer Persönlichkeit aufgefasst werden. Wenn ein Vorgesetzter Ihre letzte Zuarbeit kritisiert, dann ist das eine Bewertung Ihrer Arbeit, nicht Ihrer Person.

Wer im Umgang mit Kritik noch unge√ľbt ist, wird hierin nur schwer einen Unterschied erkennen k√∂nnen. Doch er ist da ‚Äď zumindest dann, wenn es sich um konstruktive Kritik handelt. Zum Gegenteil ‚Äď der destruktiven Kritik ‚Äď erfahren Sie in einem der nachfolgenden Abs√§tze noch mehr.

Damit Sie in Zukunft lernen, schlechte Kritik nicht pers√∂nlich nehmen, sollten Sie damit anfangen, ein Feedback-Gespr√§ch stets objektiv zu betrachten. H√∂ren Sie Ihrem Gegen√ľber aufmerksam zu und betrachten Sie die Unterhaltung als Chance, sich zu verbessern. Immerhin beinhaltet eine gute Kritik immer auch Ratschl√§ge und nicht nur H√§me.

Weiterhin kann es helfen, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es sich um einen Austausch auf der beruflichen Ebene handelt. Ihr Kritiker ist in der Regel ein Kollege oder Vorgesetzter, der Sie privat gar nicht oder nur unzureichend kennt. Er ist also gar nicht in der Lage, Ihr persönliches Wesen zu bewerten beziehungsweise zu kritisieren.

Denken Sie immer daran: Es geht bei negativer Kritik immer um Ihr Tun, nicht um Ihr Sein.

 

Nicht in Rechtfertigungen verlieren

Viele Menschen, die eine schlechte Kritik erhalten, reagieren automatisch mit einer gewissen Abwehrhaltung. Sie sind h√§ufig eingeschnappt und beleidigt, nehmen eine abweisende K√∂rperhaltung ein und beginnen ‚Äď sofern Sie die Kritik nicht kategorisch ignorieren ‚Äď sich in Rechtfertigungen zu verlieren.

Rechtfertigungen sind Relativierungen getarnt als Erklärung. Oder mit anderen Worten: Wer sich rechtfertigt, versucht, sein eigenes Versagen unter dem Deckmäntelchen schamloser Erläuterungen zu vertuschen. Klingt ziemlich unprofessionell? Ist es auch!

Wenn Sie negative Kritik erreicht, dann ist das selten eine angenehme Erfahrung. Doch um beruflich erfolgreich zu sein, m√ľssen Sie schlichtweg lernen:

  • zuzuh√∂ren
  • anzunehmen
  • sich f√ľr die Kritik zu bedanken

Diese Herangehensweise ist alles andere als einfach und verlangt oftmals nach intensivem Training. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, die sich Ihnen bietet, um m√∂glichst professionell und souver√§n auf schlechte Kritik zu reagieren. Ihr Gegen√ľber wird dies garantiert bemerken und es Ihnen positiv anrechnen.

Was absolut fehl am Platz ist, sind diese Reaktionen:

  • Angriffshaltung
  • Trotz
  • Gegen-Kritik
  • Ignoranz

 

Um Konstruktivität bitten

Negative Kritik kann in zwei ‚ÄěKategorien‚Äú unterteilt werden: Die konstruktive und die destruktive Kritik. Sie unterscheiden sich insbesondere in diesen Punkten voneinander:

 

 
Kurzum: W√§hrend eine konstruktive Kritik nie den Menschen, sondern nur sein Fehlverhalten in den Fokus r√ľckt, konkrete Kritikpunkte nennt und diese durch Verbesserungsvorschl√§ge erg√§nzt, zielt destruktive Kritik in erster Linie darauf ab, das Selbstwertgef√ľhl des Kritisierten zu verletzen. Sie findet auf einer sehr emotionalen und daher auch verletzenden Ebene statt und fasst selten konkrete Punkte ins Auge. Stattdessen wird destruktive Kritik oftmals sehr allgemein formuliert, Verbesserungsvorschl√§ge werden nicht genannt.

Wenn Sie bemerken, dass Sie ‚ÄěOpfer‚Äú destruktiver Kritik sind, m√ľssen Sie sich diesem Schicksal keinesfalls ergeben. Es ist absolut legitim, Ihr Gegen√ľber auf die Destruktivit√§t des Feedbacks hinzuweisen und ausdr√ľcklich um konstruktive Kritik zu bitten. Wenn Sie bemerken, dass der Gespr√§chspartner von dieser Aufforderung √ľberfordert ist und sich augenblicklich zur√ľckzieht, dann k√∂nnen Sie sich recht sicher sein: Dieser Person ging es nicht darum, Ihnen zu helfen, (noch) besser zu arbeiten, sie wollte Sie lediglich degradieren.

Hier finden Sie ein paar Formulierungsbeispiele:

  • ‚ÄěViele Dank f√ľr dein/Ihr Feedback, aber kannst du/k√∂nnen Sie vielleicht noch ein wenig konkreter werden?‚Äú
  • ‚ÄěIch nehme deine/Ihre Kritik sehr gern an, wenn du/Sie mir sagen kannst/k√∂nnen, was genau ich deiner/Ihrer Meinung nach falsch gemacht habe.‚Äú
  • ‚ÄěIch bin offen f√ľr Kritik, wenn diese konstruktiv ist. Kannst du/K√∂nnen Sie mir also nochmal auf einer sachlichen Ebene erkl√§ren, warum das Feedback so negativ ausgefallen ist und vielleicht ein paar Verbesserungsvorschl√§ge nennen?‚Äú

Lassen Sie sich eines gesagt sein: Konstruktive (also berechtigte und begr√ľndete) Kritik ist oftmals schwerer zu verdauen als destruktive. Dennoch ist es wichtig, die Menschen um Sie herum darauf hinzuweisen, wenn diese Feedback geben, das nur darauf abzielt, Sie in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.

 

Emotionen (im privaten Umfeld) freien Lauf lassen

Wer immer nur alles aufnimmt und sich nie auch mal Luft macht, droht irgendwann von seinem emotionalen Ballast in die Tiefe gezogen zu werden. Wenn Sie ein Gef√ľhlsmensch sind und Kritik ‚Äď egal ob konstruktiv oder destruktiv ‚Äď noch lange an Ihnen nagt, ist es wichtig, Ihren Emotionen freien Lauf zu lassen.

Ganz wichtig: Warten Sie, bis Sie zuhause sind, ehe Sie beispielsweise laut schreien, diverse Kraftausdr√ľcke verwenden oder gar zwei, drei Tr√§nen vergie√üen. So wichtig es ist, seinen Gef√ľhlen Raum zu geben, der Arbeitsplatz ist einfach nicht der richtige Ort daf√ľr.

Lese-Tipp: 11 Angewohnheiten, die Ihrer Karriere maßgeblich schaden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Kritik auf der emotionalen Ebene zu verarbeiten. Neben den bereits genannten gibt es zum Beispiel auch diese Herangehensweise:

Schreiben Sie alles, was Sie w√§hrend und nach der Kritik gef√ľhlt haben, auf ein wei√ües Blatt Papier. Wenn Sie damit fertig sind, alle Empfindungen ‚Äď beispielsweise Verletzlichkeit, Wut, Scham und Verst√§ndnislosigkeit ‚Äď visualisiert und aus Ihrem Inneren ‚Äěbefreit‚Äú haben, zerkn√ľllen Sie das Blatt und werfen es in den Papierkorb. Es ist eine einfache Strategie, die jedoch oftmals eine erstaunlich gro√üe Wirkung entfaltet.

 

In die Zukunft schauen

Das Wundervolle an schlechter Kritik: Sie bezieht sich immer auf Situationen, die in der Vergangenheit liegen und darum nicht mehr ver√§ndert werden k√∂nnen. Oder anders formuliert: Es lohnt sich nicht, ewig lang an ihnen aufzuhalten! Blicken Sie stattdessen nach vorn und √ľberlegen Sie sich, wie Sie die ge√§u√üerte Kritik zuk√ľnftig zu Ihren Gunsten nutzen k√∂nnen.

Denken Sie immer daran: Konstruktive Kritik wird immer geäußert, um Ihnen einen Gefallen zu tun. Ergreifen Sie diese Chance dankend und verbessern Sie Ihre Arbeitsweise mithilfe des Feedbacks.

Was passiert ist, ist passiert. Nat√ľrlich kann man sich stunden- oder auch tagelang √ľber sein Versagen √§rgern und immer wieder dar√ľber nachdenken, wie man den Fehler h√§tte vermeiden k√∂nnen. Doch ‚Äď Sie haben es vermutlich schon selbst bemerkt ‚Äď wirklich f√∂rderlich ist dieses Denken auf gar keinen Fall. Nutzen Sie Ihre Energie also lieber, um den Fehler in Zukunft nicht zu wiederholen.

Fazit: Kritik darf nie als etwas Schlechtes betrachtet werden

Kein Mensch ist fehlerfrei oder perfekt. Und so kommt es, dass uns alle immer wieder negative Kritik erreichen wird. Wichtig ist, diese immer positiv aufzunehmen und als Möglichkeit der Verbesserung zu begreifen. Die modere Arbeitswelt lebt von Entwicklungen und Fortschritt. Hier hat nur der Aussichten auf Erfolg, der sich ebenfalls ständig weiterentwickelt und Fortschritte macht. Negative Kritik kann hierauf einen entscheidenden Einfluss haben.

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