Karrierefaktor 11. Januar 2019

CoWorking-Knigge: Diese f√ľnf erprobten Verhaltensregeln sollten Sie kennen


Die moderne Arbeitswelt steht f√ľr Ver√§nderungen, Flexibilit√§t, Innovation und individuelle Anpassungsm√∂glichkeiten. Sie bringt immer wieder neue Arbeitsformen hervor, die diese Werte repr√§sentieren und oftmals nur noch wenig mit dem traditionellen Verst√§ndnis vom 9 to 5-Job zu tun haben. Ein ausgezeichnetes Beispiel hierf√ľr ist Coworking – also das gemeinschaftliche Arbeiten an einem zentralen Ort.

Keine Frage: Coworking erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Das Arbeitsmodell lockt l√§ngst nicht mehr nur Freelancer und junge Startup-Gr√ľnder an, sondern bietet auch den Mitarbeitern gro√üer Unternehmen attraktive Alternativen (Stichwort: Pendler). Kurzum: Coworking ist f√ľr nahezu jeden Erwerbst√§tigen eine spannende Option – wenn man denn wei√ü, wie man sich in den Spaces richtig verh√§lt.

Der nachfolgende Ratgeber kl√§rt Sie √ľber Verhaltensregeln und Fettn√§pfchen rund um das Coworking auf.

 

Ganz allgemein: Trauen Sie sich, die beißen nicht!

Eines der Ziele von Coworking-Spaces ist es, eine starke Community aufzubauen, die sich untereinander hilft, motiviert und austauscht. Nach au√üen hin wirken diese h√§ufig wie eingeschworene Gemeinschaften, die keine neuen Mitglieder dulden und jeden, der an der T√ľr klopft, im hohen Bogen hinauswerfen.

Das ist nat√ľrlich Unsinn. Coworking funktioniert nach verschiedenen Prinzipien wie Nachhaltigkeit, Kollaboration und Gemeinschaft, aber eben auch Offenheit und Zug√§nglichkeit. Vereinfacht ausgedr√ľckt: Im Coworking-Space ist jeder willkommen – auch Sie.

Wenn Sie Coworking zum ersten Mal ausprobieren, ist es v√∂llig normal, wenn Sie aufgeregt und vielleicht auch ein bisschen nerv√∂s sind. Doch genie√üen Sie dieses Gef√ľhl „wie am ersten Schultag“ unbedingt ganz bewusst – es ist schlie√ülich eine herrliche Abwechslung zum sonstigen (Berufs-)Alltag.

 

Am Anfang war das Wort: „Hallo!“

Niemand wird Sie zwingen, sich im Space mit jedem einzelnen Coworker anzufreunden und Ihre komplette Lebensgeschichte preiszugeben. Allerdings sollte Ihnen auch bewusst sein, dass man hier ein gewisses Ma√ü an Kommunikationsf√§higkeit von Ihnen erwartet. Das bedeutet in erster Linie: Gr√ľ√üen Sie die Leute, die Ihnen auf dem Flur begegnen, mit einem freundlichen und aufgeschlossenen „Hallo“ und gehen Sie auf unverf√§nglichen Smalltalk ein.

 

Unser Lese-Tipp: Smalltalk Tabus: Warum Sie diese 5 Gesprächsthemen beim Networking vermeiden sollten

√úbrigens: In Coworking-Spaces gilt das allgemeine „Du“. Es ist also durchaus legitim, wenn Sie sich gleich mit Ihrem Vornamen vorstellen und einen lockeren Umgangston anstimmen.

 

Gemeinsam statt einsam

Auch wenn es in Coworking Spaces keine „Networking-Pflicht“ oder etwas √§hnliches gibt, geh√∂rt es dennoch zum guten Ton, den Kontakt zu anderen Akteuren zu suchen – immerhin ist das der zentrale Gedanke des Coworkings, der die Spaces beispielsweise von B√ľrogemeinschaften und anderen Alternativen unterscheidet.

Wer nur auf der Suche nach einem g√ľnstigen Arbeitsplatz abseits des Home Office ist und dort von fr√ľh bis sp√§t in Ruhe gelassen werden will, der ist im Coworking-Space schlicht und ergreifend an der falschen Adresse. Wenn Sie an diesem modernen Arbeitsmodell interessiert sind, dann sollten Sie eine grundlegende Offenheit, gesunde Neugierde und ehrliche Kooperationsbereitschaft mitbringen.

 

Empfehlung: Halten Sie sich aus jeglichem Klatsch und Tratsch heraus Рauch wenn solche Gespräche noch so verlockend sein mögen. Wenn Sie etwas gegen andere Coworker sagen, dann sollte es sich dabei grundsätzlich immer nur um konstruktive Kritik handeln.

 

Wie verhält man sich in einem Open Space?

Das Herzst√ľck eines jeden Coworking-Spaces ist der sogenannte Open Space. Hier stehen mehrere Arbeitspl√§tze bereit, die flexibel von den Coworkern genutzt werden k√∂nnen. Die genaue Gestaltung und Aufteilung des Open Space variiert von Coworking-Space zu Coworking-Space.

Eines haben jedoch alle gemeinsam: Wer hier arbeitet, sollte sich nicht unbedingt wie der Elefant im Porzellanladen verhalten. Es ist nat√ľrlich v√∂llig in Ordnung, hin und wieder einen kleinen Plausch mit dem Sitznachbarn zu halten oder ihn um Rat zu bitten. Doch wenn aus dem kurzen Gemurmel eine ausgewachsene Unterhaltung wird, ist das der Moment, in dem Sie sich mit Ihrem Gespr√§chspartner besser einen separaten R√ľckzugsort suchen. Gleiches gilt auch f√ľr Telefonate, Skype Calls und andere Kommunikationsformen, die √ľber den Lautst√§rkepegel von Tastaturgeklapper und Mausgeklicke hinausgehen.

Denken Sie aber immer daran: Es ist v√∂llig normal, dass Menschen beim Arbeiten nicht mucksm√§uschenstill sein k√∂nnen. Haben Sie also keine Angst davor, hin und wieder einen Laut von sich zu geben und lauschen Sie Ihrer bevorzugten Musik einfach √ľber Kopfh√∂rer.

Abgesehen von der Ger√§uschkulisse sollten Sie sich auch Gedanken √ľber gewisse olfaktorische Aspekte machen. Hier gelten die gleichen Regeln wie in klassischen B√ľros:

  • Achten Sie auf einen angenehmen K√∂rpergeruch
  • Verwenden Sie nicht zu viel Deo und Parf√ľm
  • Verwenden Sie hin und wieder einen Kaugummi
  • Verzichten Sie darauf, Ihren D√∂ner mit Knoblauchso√üe und Zwiebeln am Schreibtisch zu essen

Und last but not least: Der Besitz anderer Coworker – vom Bleistift bis zum Laptop – ist Tabu. Also Finger weg.

Bei dieser Verhaltensregel sollte es sich nat√ľrlich um eine Selbstverst√§ndlichkeit handeln. Doch in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass manche Coworker es mit dem „Mein“ und „Dein“ nicht ganz so ernst nehmen. Werden Sie Zeuge einer solchen Situation, sollten Sie das Fehlverhalten unbedingt h√∂flich, aber direkt ansprechen.

 

Die K√ľche – Der soziale Mittelpunkt im Coworking Space

W√§hrend im Open Space die meiste Zeit konzentriert gearbeitet, ist die K√ľche in der Regel der Ort, an dem das soziale Miteinander stattfindet. Doch auch (und gerade) hier lauern einige Fettn√§pfchen, die Sie unbedingt kennen sollten.

Zun√§chst einmal die goldene Regel, die vermutlich in allen Coworking Spaces weltweit gilt: Wer die Kaffeekanne leer macht, sorgt auch daf√ľr, dass die Maschine sie wieder f√ľllt.

Es ist absolut normal, dass alle im Coworking Space dazu beitragen, dass „der Laden l√§uft“. Das hei√üt, sie kochen Kaffee, r√§umen den Geschirrsp√ľler ein und aus, l√ľften regelm√§√üig usw. Auf diese Weise entsteht ein gewisses WG-Gef√ľhl, das wiederum das Zusammenwachsen der Community f√∂rdert. Seien Sie sich also nicht zu schade, ebenfalls hin und wieder mit anzupacken.

Was f√ľr den Besitz anderer Leute im Open Space gilt, kann auch auf die K√ľche – speziell auf den K√ľhlschrank – √ľbertragen werden. Speisen und Getr√§nke, die andere Coworker mitbringen und hier unterbringen, sind in der Regel nicht f√ľr die Allgemeinheit bestimmt – es sei denn, es klebt ein entsprechendes Zettelchen daran oder der Besitzer gibt seine Mitbringsel f√ľr alle anderen frei. Dann darf man sich sehr gern bedienen.

Viele Spaces haben neben dem K√ľhlschrank auch eine vollst√§ndig ausgestattete K√ľche, die gern von jedem benutzt werden darf. Wenn Sie sich hier Ihr Mittagessen oder auch nur einen kleinen Snack zubereiten wollen, sollten Sie hinterher unbedingt daran denken, alle Spuren zu beseitigen. Niemand r√§umt gern das Chaos anderer Leute auf – egal wie gut man sich mit den anderen Coworkern versteht.

Und wenn wir einmal beim Thema Essen sind: Wer sich in einer Coworking-K√ľche niederl√§sst, um dort seine Mahlzeit zu genie√üen, darf keinen Anspruch auf Ungest√∂rtheit erheben. Es ist einfach immer jemand da, der entweder auch gerade essen oder einfach ein Gespr√§ch f√ľhren m√∂chte (oder nat√ľrlich beides). Auch hier gilt wieder: Denken Sie an den Grundgedanken des Coworkings und schotten Sie sich nicht ab. Wer keine Lust auf Unterhaltung hat, sollte zum B√§cker um die Ecke gehen.

 

Jeder Coworking-Space hat seine Guidelines – Fragen Sie danach

Auch wenn die hier vorgestellten Verhaltensregeln durchaus als allgemeing√ľltig verstanden werden k√∂nnen, ist es auch wichtig, dass Sie sich √ľber die individuellen Guidelines von jedem Space informieren. Wenn Sie diese nicht gleich bei Ihrem ersten Besuch erfahren, ist es durchaus empfehlenswert, aktiv danach zu fragen.

Auf diese Weise umgehen Sie peinliche Situationen (nicht jeder neue Coworker kennt beispielsweise von vornherein die Kaffeeregel) und signalisieren gleichzeitig, dass Ihnen ein harmonisches Miteinander wichtig ist. Das könnte man durchaus als den perfekten Start in Ihre Coworker-Karriere bezeichnen.

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