Karrierefaktor 16. Juni 2017

Wie sagt man es dem Chef, dass man schwanger ist?

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Es gehört wohl zu den schönsten Dingen auf dieser Welt, zu erfahren, dass ein neues Leben im eigenen Bauch heranwächst. Nach den ersten Freudensprüngen müssen dann allerdings neben Babysachen-Shopping und dem Einrichten des Kinderzimmers wichtige Entscheidungen getroffen werden. Eine von ihnen ist, sich zu überlegen, wann man seinem Arbeitgeber die frohe Nachricht am besten überbringen sollte.

Leider haben viele Frauen immer noch Angst davor, ihrem Chef zu sagen, dass er auf ihre Anwesenheit bald erstmal einige Zeit verzichten muss. Insbesondere die Befürchtung eines Karriere-Knicks verleitet viele Frauen dazu, erst noch einige Zeit zu warten, bis sie ihre Schwangerschaft offiziell verkünden.

Darüber spielt neben der vermuteten Reaktion des Vorgesetzten aber auch die Rolle der Kollegen oftmals eine wichtige Rolle. Wer möchte sich schon gern Tag für Tag Ratschläge von anderen Personen anhören oder von nun an besonders vorsichtig behandelt werden?! Auch, wenn diese Dinge natürlich gut gemeint sind, fangen sie doch schon nach sehr kurzer Zeit an zu nerven.

 

Der richtige Zeitpunkt

Trotz allem empfiehlt es sich natürlich, den Chef bzw. die anderen Mitarbeiter irgendwann einzuweihen. Schließlich werden sie es dann, wenn man mit einem kugelrunden Bauch hinter dem Schreibtisch sitzt, ohnehin mitbekommen. Ist man dann vorher nicht offen mit der Schwangerschaft umgegangen, fühlt sich euer Chef möglicherweise vor den Kopf gestoßen. Daher empfiehlt es sich, selbst in die Offensive zu gehen. Grundsätzlich seid ihr jedoch aus rechtlicher Sicht nicht dazu verpflichtet, von eurer Schwangerschaft zu erzählen – sogar bei einem Bewerbungsgespräch darf dies verschwiegen werden. Ausnahmen stellen Jobs dar, in denen Schwangere nicht eingesetzt werden dürfen, weil durch die Arbeit das Wohl des Kindes gefährdet wäre.

Möchtet ihr euer kleines Geheimnis nicht mehr für euch behalten, ist es empfehlenswert, den Vorgesetzten nach etwa zwölf Wochen einzuweihen. Vorher sollte man trotz aller Freude lieber noch darauf verzichten, da es leider vor allem in den ersten drei Wochen einer Schwangerschaft zu Komplikationen oder sogar einer Fehlgeburt kommen kann.

 

Rechte von Schwangeren

Ein weiterer Vorteil, den ihr habt, wenn ihr die frohe Kunde nicht geheim haltet, sind die besonderen Rechte, die man bei einer Schwangerschaft genießt. So dürfen Schwangere weder gefährliche noch körperlich schwere Arbeiten verrichten und nicht zu Überstunden gezwungen werden. Zudem muss Arbeit unter Zeitdruck oder Hitze vermieden werden.

Darüber hinaus dürfen Frauen während der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung nicht entlassen werden – sofern der Chef zum Zeitpunkt der Kündigung von der Schwangerschaft wusste oder ihm dies anschließend innerhalb von vierzehn Tagen mitgeteilt wird. Eine Ausnahme kann allerdings dann gemacht werden, wenn die Kündigung auch ohne Schwangerschaft erfolgen würde. Um einen Missbrauch dieser Ausnahmeregelung zu vermeiden, ist der Arbeitgeber in einem solchen Fall dazu verpflichtet, sich für die Entlassung eine Zustimmung von der Landesbehörde für Arbeitsschutz einzuholen.

Umgekehrt wird aber auch der Arbeitgeber vor einem Missbrauch der Arbeitsrechte geschützt und darf zum Beispiel verlangen, dass ihr euch die Schwangerschaft von einem Arzt bestätigen lasst. Auf diese Weise soll vermieten werden, dass Frauen behaupten, sie seien schwanger, um eine drohende Entlassung zu umgehen.

 

Nach der Schwangerschaft

Damit sich euer Chef rechtzeitig um einen geeigneten Ersatz kümmern kann, solltet ihr ihm wenn möglich nicht nur mitteilen, dass ihr schwanger seid, sondern auch, wie lang ihr nach der Geburt eures Kindes zu Hause bleiben wollt. Vielleicht möchtet ihr ein halbes Jahr nach der Schwangerschaft wieder arbeiten, vielleicht nach einem Jahr oder sogar erst drei Jahren. Außerdem könnt ihr weitere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Job und Familie erfragen – beispielsweise ob es möglich ist, Teilzeit zu arbeiten.

Sprecht ihr diese Thematiken rechtzeitig an, wird es mit dem Verständnis und der Unterstützung eures Chefs (hoffentlich) auch kein Problem sein, später in den Beruf zurückzukehren und eure Karriere fortzuführen.

Das sollte man zum Thema noch wissen:

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