Karrierefaktor 11. Dezember 2018

Privates Surfen im B├╝ro: Was ist erlaubt und was nicht?


Privat im Internet surfen, obwohl die berufliche Pflicht ruft? – Das hat wahrscheinlich jeder Erwerbst├Ątige schon einmal gemacht. Doch auch wenn eine private E-Mail, eine kurze Urlaubsrecherche und ein Blick in die sozialen Medien harmlos erscheinen, handelt es sich hierbei um ein gro├čes Streitthema zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Damit Sie m├Âglichen Konflikten in Zukunft sicher aus dem Weg gehen, finden Sie in diesem Beitrag alle wichtigen Informationen rund um das Thema „privat surfen am Arbeitsplatz“.

 

Grunds├Ątzlich herrscht ein Verbot

Auch wenn das private Surfen in vielen B├╝ros meist bis zu einem gewissen Grad geduldet wird, herrscht ein grunds├Ątzliches Verbot – und zwar auch, wenn dieses im Arbeitsvertrag nicht eindeutig geregelt und festgehalten ist.

Der Grund hierf├╝r: Wer aus privaten Gr├╝nden im Internet surft, kann nicht seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nachgehen und riskiert damit schnelle eine Abmahnung. Wer mehrmals beim Surfen erwischt wird, kann im schlimmsten Fall sogar gek├╝ndigt werden. Sie sollten sich es sich daher immer zweimal ├╝berlegen, ob die neueste Eilmeldung wichtiger als Ihr Arbeitsverh├Ąltnis ist.

 

Das offene Gespr├Ąch zum Vorgesetzten suchen

Um herauszufinden, wie das Unternehmen dem privaten Surfen gegen├╝bersteht, reicht ein Blick in den Arbeitsvertrag meist nicht aus. Wie weiter oben bereits erw├Ąhnt, wird das Thema hier h├Ąufig gar nicht angesprochen. Um dennoch Klarheit zu erlangen, hilft ein ganz einfacher „Trick“.

Sprechen Sie Ihren Vorgesetzten gezielt an und fragen Sie, wie das private Surfen im B├╝ro gehandhabt wird. Oftmals werden Sie eine ├╝berraschend positive R├╝ckmeldung erhalten – immerhin wissen auch Arbeitgeber: Die Dosis macht das Gift.

Forscher konnten inzwischen sogar herausfinden, dass sich gelegentliches Surfen mit privatem Hintergrund sogar positiv auf das Arbeitsklima auswirken kann. Mitarbeiter, denen das gestattet ist, sind in der Regel viel eher bereit, ├ťberstunden zu leisten als Kollegen, denen das private Surfen konsequent verboten wird.

 

Darf mein Chef meinen Browserverlauf ├╝berwachen?

Das Verbot vom exzessiven Surfen im Internet ist die eine Sache. Die ├ťberwachung durch den Chef eine ganz andere.

Selbst wenn der besuch von Klatschseiten, Onlineshops, Reiseportalen und sozialen Medien ausdr├╝cklich untersagt ist, hat der Arbeitgeber keinen Freifahrtschein, wenn es um die ├ťberwachung seiner Mitarbeiter geht. Eine Kontrolle – beispielsweise des Browserverlaufs – ist nur zul├Ąssig, wenn ein klarer Verdacht vorliegt.

Auch E-Mails, die privat verschickt wurden, darf der Chef nicht einfach lesen. In beiden F├Ąllen greift das Pers├Ânlichkeitsrecht des Angestellten.

 

Viren, Trojaner und illegale Downloads

Ein Blick ins Onlinebanking-Portal ist meist keine Trag├Âdie. Doch was ist, wenn sich der Mitarbeiter auf teils zwielichtigen Seiten herumtreibt und beispielsweise einen Trojaner oder Virus bekommt?

In diesem Fall muss der sogenannte Grad der Fahrl├Ąssigkeit gekl├Ąrt werden. Kommt heraus, dass der Mitarbeiter grob fahrl├Ąssig gehandelt hat (das hei├čt: Es ist klar, dass die besuchte Seite nicht vertrauensvoll ist), dann kann er f├╝r den entstehenden Schaden haftbar gemacht werden. Au├čerdem muss er sich auf eine Verwarnung einstellen.

Etwas anders verh├Ąlt es sich, wenn illegale Dateien – beispielsweise Filme oder Musik – heruntergeladen werden. Das ist eine Straftat, f├╝r die zun├Ąchst einmal der Besitzer des Computers oder Laptops haftbar gemacht wird – also in der Regel der Arbeitgeber.

Diesem wird es jedoch nicht schwer fallen, herauszufinden, wer der eigentliche ├ťbelt├Ąter war. Eine (fristlose) K├╝ndigung ist in diesem Fall noch die mildeste Strafe…

 

Privates Surfen: Wann riskiere ich eine K├╝ndigung?

  • stundenlanges Surfen/massiver Missbrauch (= Missachtung der Arbeitspflicht)
  • Besuch von Seiten mit pornografischem Inhalt (= Gef├Ąhrdung des Rufs der Firma)
  • Download illegaler Dateien (= Straftat)
  • Viren, Trojaner, Mallware und Co. (= Gefahr f├╝r die IT-Sicherheit)

Ob eine fristlose K├╝ndigung gerechtfertigt ist oder nicht, muss oftmals vor Gericht ausgefochten werden. Die bisherige Rechtssprechung zeigt jedoch, dass viele Richter den Schaden f├╝r Arbeitgeber erkennen und den Prozess zu ihren Gunsten entscheiden.

 

Darf die private Nutzung des Internets von „jetzt auf gleich“ verboten werden?

In vielen B├╝ros herrscht eine gewisse laissez-faire-Mentalit├Ąt. Arbeitgeber erlauben ihren Mitarbeitern das private Surfen, solang die Erf├╝llung ihrer Arbeitspflicht nicht darunter leidet. Eine durchaus gesunde Einstellung. Doch was, wenn die Stimmung pl├Âtzlich kippt?

Sollte sich der Chef umentscheiden und das private Surfen ausdr├╝cklich verbieten, dann darf dies nicht von einem auf den anderen Tag umgesetzt werden. Das Gewohnheitsrecht gibt vor, dass eine schrittweise Angleichung stattfinden muss.

 

Finden Sie den gesunden Mittelweg

Ob es wirklich clever ist, den Mitarbeitern das private Surfen am Arbeitsplatz vollst├Ąndig zu verbieten, k├Ânnen wir an dieser Stelle nicht beurteilen. Sicherlich gibt es einige Gr├╝nde, die deutlich daf├╝r sprechen – aber eben auch genug, die verdeutlichen: Hin und wieder mal privat im Internet unterwegs sein, ist kein Beinbruch f├╝r das Unternehmen.

Damit am Ende alle Beteiligten zufrieden sind, ist es wichtig, einen gesunden Mittelweg zu finden. Sprechen Sie das Thema deshalb – falls notwendig – gezielt an und schlagen Sie beispielsweise eine Mitarbeiterversammlung daf├╝r vor. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer Hand in Hand an einer L├Âsung arbeiten, stehen die Chancen gut, das am Ende alle mit dieser leben k├Ânnen.

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