Karrierefaktor 11. April 2017

Wer verdient was?

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Ehe du dich für eine Berufsausbildung oder ein Studium entscheidest, ist es sicher spannend zu wissen, was man in den unterschiedlichen Job so verdienen kann. Sicher hast du schon einmal gehört, dass man nach einem Studium bessere Chancen auf ein hohes Gehalt hat als nach einer Ausbildung. Das stimmt relativ oft, aber nicht immer.

 

Gut bezahlte Berufe nach dem Studium

Es gibt Branchen, in denen ist die Nachfrage nach guten Fachkräften deutlich höher als die Zahl der fähigen Arbeitssuchenden. Das bedeutet, dass auch Einsteiger schon ein recht hohes Gehalt erzielen können – je nach Unternehmen um 50.000 Euro und mehr. Dazu zählen zum Beispiel Ingenieure in der Energie- und der Automobilwirtschaft sowie in der Chemie und der Verfahrenstechnik. Wirst du Consultant oder Revisor, spielst du ebenfalls in dieser Klasse mit.

IT-Experten werden überall gesucht, vor allem aber in der Luft- und Raumfahrt werden sie auch exzellent bezahlt. Naturwissenschaftler können als Produktmanager gut absahnen, und wer nach dem Jurastudium als Unternehmensjurist bei einem großen Konzern unterkommt, bringt seine Schäfchen auch schnell ins Trockene.

 

Gute bezahlte Berufe nach der Ausbildung

Es gibt eine Branche, bei deren Boom kein Ende in Sicht ist, und zwar die Informations- und Kommunikationstechnologie. IT-Fachkräfte werden händeringend gesucht, und zwar in jeder Branche. Hier musst du nicht einmal ein Studium absolviert haben – es reicht, wenn du eine Ausbildung in einem Betrieb gemacht hast, um vom Gehalt her weit oben mitmischen zu können.

Schließlich hast du Fähigkeiten, die sehr gefragt sind und die nicht viele Menschen (für den Arbeitsmarkt jedenfalls bei Weitem nicht genug!) vorweisen können. Ganz ähnlich sieht es im Bereich Handel, Einkauf und Vertrieb aus: Hast du deinen Beruf von der Pieke auf gelernt, wirst du mindestens ebenso gut bezahlt wie jemand, der nach einem Studium zu arbeiten beginnt.

 

Es gibt weitere Ausbildungsberufe, die ein gutes Gehalt versprechen. Vor allem als Fluglotse bekommst du nach deiner Ausbildung in Deutschland mindestens 72.000 Euro im Jahr; je nach Größe des Flughafens und der Dauer deiner Berufszugehörigkeit bringst du es im Jahr auch auf eine sechsstellige Summe. Kein Wunder, dass der Job extrem begehrt ist.

Etwas bodenständiger, aber mit einem Gehalt von 30.000 bis über 70.000 Euro durchaus angenehm bezahlt sind die Berufe der Bank- oder Versicherungskaufleute. Stahlbetonbauer haben ebenfalls ein angenehmes Auskommen mit einem Gehalt, das sich zwischen 24.000 und 34.000 Euro bewegt.

 

Das solltest du nur studieren, wenn du es liebst

Hat dein Studium mit der Tourismusbranche zu tun, solltest du einen Teil deines Lohns aus dem Job selbst ziehen; auf dem Konto findest du als Akademiker verhältnismäßig wenig. Gleiches gilt für viele Geisteswissenschaften oder „was mit Medien“ – hier kannst du in Lehre und Forschung gute Jobs finden oder ein eigenes Unternehmen gründen. Ohne Ideen für eine Spezialisierung allerdings wirst du auf dem Arbeitsmarkt erst einmal kleine Brötchen backen: Zahlreiche Agenturen warten nur auf solche Absolventen, denen sie für lange Arbeitsstunden ein Gehalt von 24.000 bis 30.000 Euro zahlen können.

 

Die Tops und die Flops

Die Durchschnittszahlen haben ergeben, dass die besten Gehälter in Deutschland an

• Oberärzte
• Fondsmanager
• Accountants für Investitionsgeschäfte
• Fachärzte
• Angestellte im Finanzmanagement großer Unternehmen

gezahlt werden.

Die geringsten Gehälter gehen dagegen im Durchschnitt an

• Reinigungskräfte
• Fahrstuhlführer
• Zimmerservicepersonal
• Kassierer
• Kellner
• Friseure
• Küchenhilfen
• Call-Center-Agenten

 

Durchschnittszahlen kommen aber dadurch zustande, dass sehr unterschiedliche Zahlen mit in die Berechnung einfließen. Gehalt ist nicht gleich Gehalt: Es gibt mehrere Faktoren, die darauf einwirken.

 

Unterschiedliche Bezahlungen in unterschiedlichen Branchen

Es gibt Berufe, die in jeder Branche gebraucht werden. Wie oben erwähnt, gehören zum Beispiel IT-Fachkräfte dazu, aber auch Buchhalter, Personalleiter, Sekretäre und weitere Angestellte, die nicht zwingend in der Branche arbeiten müssten, in der sie gelernt haben. Diese werden in den verschiedenen Branchen teils sehr unterschiedlich bezahlt.

Weit über dem Durchschnitt etwa liegen die Gehälter im Maschinen- und im Anlagenbau, in der Pharmaindustrie, der Chemie und der Verfahrenstechnik. Auch in der Investitionsgüterbranche, in der Medizin- oder der Softwaretechnik sowie in Banken und in der Biotechnologie kannst du einen guten Schnitt machen.

 

Weniger gut hingegen sieht es für Menschen mit demselben Beruf in Zeitarbeitsfirmen und in Call Centern aus. Auch Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen zahlen schlechter, ebenso wie Hotels und Gaststätten, Autohäuser und der Einzelhandel. Handwerk und Dienstleistungen sowie die Rechtsberatung sind ebenfalls im Minus, wenn man beim Gehalt vom Durchschnitt ausgeht.

 

Entsprechend kannst du erwägen, dich mit deinen Fähigkeiten in einer der lukrativeren Branchen zu bewerben – oder du bleibst bei dem, was du dir ausgesucht hast, weil es dir Freude bereitet und dir sinnvoll erscheint. Zufriedenheit im Beruf ist mehr wert als Geld!

 

Gehalt unterscheidet sich nach Region und Unternehmen

Wahrscheinlich hast du gestutzt, als du von einem Gehalt zwischen 30.000 und 70.000 Euro gelesen hast. Das ist schließlich eine ziemlich große Spanne! Viel genauer geht es aber leider nicht: Natürlich steigt das Gehalt während des Arbeitslebens noch an, doch das kann diesen großen Unterschied nicht erklären. Tatsächlich ist es so, dass kleinere Unternehmen oft weniger bezahlen können als große Konzerne.

 

Innerhalb einer Großstadt wirst du in vielen Fällen mehr verdienen als in wenig erschlossenen Gegenden auf dem Land, und auch sonst weist Deutschland eine sehr bunte Gehalts-Landkarte auf: Noch immer verdienst du durchschnittlich in den ehemaligen Bundesländern der BRD mehr als in den Ländern der ehemaligen DDR, und gleichzeitig gibt es ein Süd-Nord-Gefälle: Die Löhne und Gehälter in Bayern und Baden-Württemberg sind vergleichsweise hoch. Allerdings gilt das auch für die Lebenshaltungskosten: Diese musst du immer mit berücksichtigen, wenn du dir Gedanken darüber machst, ob dich dein aktuelles Gehalt zufriedenstellt.

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