Karrierefaktor 20. MĂ€rz 2013

5 Fragen an: Yasmin Barth

5 Fragen an Yasmin Barth

Mein Name ist Yasmin Barth, ich bin GrĂŒnderin und Inhaberin von „Meine erfolgreiche Bewerbung“. Schon wĂ€hrend meiner Ausbildung als Kauffrau fĂŒr BĂŒrokommunikation festigte sich mein Interesse am Schreiben. In meiner TĂ€tigkeit bei einem Headhunter entdeckte ich ganz neue Möglichkeiten, wie ich diese sogenannte Schreib-Leidenschaft in Verbindung mit Menschen kombinieren kann. WĂ€hrenddessen nutzte ich meine Chance und sammelte Erfahrungen mit der Verfassung von qualitativ hochwertigen Bewerbungsunterlagen. Durch das tĂ€gliche Lesen einer Großzahl von Bewerbungen lernte ich schnell, welche Bewerber in Klein-, Mittelstand- und Großunternehmen Beachtung finden und welche Art von Bewerbungen direkt ausgeschlossen werden. So weiß ich heute genau, worauf es beim Schreiben von Bewerbungen tatsĂ€chlich ankommt. Von dem Know-how, was ich mir ĂŒber die Jahre aneignete, haben schon viele meiner Kunden profitiert. Sie sind dank meiner Hilfe schneller zum VorstellungsgesprĂ€ch eingeladen worden und haben daraufhin grĂ¶ĂŸtenteils eine Arbeitsstelle gefunden.

1. „Hiermit bewerbe ich mich fĂŒr […]“ – Wie gestalten Bewerber ein individuelles Bewerbungsschreiben?

ZunĂ€chst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die individuelle Gestaltung eines Bewerbungsschreibens das A und O ist. Kaum ein Personalchef liest sich ein Anschreiben durch, welches mit Standardfloskeln versehen ist oder komplett kopierte SĂ€tze enthĂ€lt. Zudem kommt hinzu, dass der Personaler genau weiß, wie viel MĂŒhe sich der Bewerber mit seiner Bewerbung gemacht hat. Ganz nach dem Motto: „Der erste Eindruck zĂ€hlt“. Dem Bewerber stehen also nur 30 Sekunden zur VerfĂŒgung, um den Personalchef von seinen Bewerbungsunterlagen zu ĂŒberzeugen. Nicht zu unterschĂ€tzen ist die Recherche vor dem Schreiben Ihrer Bewerbung. Umso besser Sie ĂŒber das Unternehmen Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihr Anschreiben ausformulieren. Überlegen Sie sich den Motivationsgrund fĂŒr Ihren Wunscharbeitsplatz ganz genau. Ein individuelles Anschreiben enthĂ€lt eine speziell auf das Unternehmen und den Bewerber zugeschnittene Einleitung. Sie sollte folgende Fragen beantworten:

  • Warum bewerben Sie sich gerade in diesem Unternehmen?
  • Warum sind Sie der richtige Kandidat fĂŒr die Position?
  • Wie bzw. mit welchen FĂ€higkeiten, Kenntnissen und / oder Qualifikationen können Sie sich von anderen Bewerbern abheben?

Im Hauptteil ist es wichtig, dass auf das Qualifikationsprofil eingegangen wird und der Bewerber einige der geforderten Qualifikationen mitbringt. Die Soft Skills wie „schnelle Auffassungsgabe“, „Lernbereitschaft“, „FlexibilitĂ€t“ usw. sollten aufgrund der GlaubwĂŒrdigkeit möglichst mit beruflichen oder persönlichen Erfahrungen wiedergelegt werden. Kaum ein Bewerber wĂŒrde zugeben, dass er beispielsweise nicht motiviert ist.

Auch die Formulierung eines individuellen Schlusssatzes wird of unterschĂ€tzt. Versetzen Sie sich einmal in die Lage des Personalchefs. Sie lesen tĂ€glich Hunderte von Bewerbungen und bei jeder zweiten Bewerbung lesen Sie „Über eine Einladung zum VorstellungsgesprĂ€ch freue ich mich“. Abgesehen davon, dass Ihr komplettes Bewerbungsanschreiben im Aktiv formuliert werden sollte und Wörter wie „mĂŒsste“, „könnte“, „sollte“ usw. nicht wirklich zur Überzeugung beitragen, klingt doch ein Schlusssatz wie „Der Gedanke, schon bald mit Leidenschaft und Engagement zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen, reizt mich sehr“ wesentlich interessanter.

2. Welche Informationen sollten im Bewerbungsanschreiben unbedingt vorhanden sein?

Das Bewerbungsschreiben sollte auf keinen Fall eine Wiedergabe des Lebenslaufs darstellen. Der Motivationsgrund sollte direkt zu Beginn der Einleitung in den Vordergrund gestellt werden, damit Sie sich so von anderen Bewerbern abheben können. DarĂŒber hinaus sollte das Anschreiben keine AufzĂ€hlung von stichpunktartigen Aufgaben enthalten. Formulieren Sie Ihre derzeitige Funktion in zwei bis drei SĂ€tzen. Sofern Sie sich auf eine ausgeschriebene Annonce bewerben, behalten Sie dabei die Stellenausschreibung im Auge. Außerdem sollte Ihr Bewerbungsschreiben einen aussagekrĂ€ftigen Betreff beinhalten. So kann die Bewerbung direkt zugeordnet und wenn erforderlich an die entsprechende Stelle weitergeleitet werden. Bewerben Sie sich auf eine Stellenanzeige, so sollte unter dem Betreff die Fundstelle der Annonce mit Datumsangabe aufgelistet werden.

3. Wie sollten Bewerber mit LĂŒcken im Lebenslauf umgehen?

Da Ehrlichkeit am lĂ€ngst wĂ€hrt, sollte der Bewerber im Lebenslauf keine Unwahrheiten dazu dichten. Wenn falsche Tatsachen nach der Einstellung des Bewerbers auffliegen, kann es fĂŒr ihn sehr unangenehm werden. Besser ist es, gleich bei der Wahrheit zu bleiben. Das A und O des Lebenslaufs besteht darin, möglicherweise vorhandene „LĂŒcken“ zu schließen. Aber nicht nur das, sie sollten auch plausibel erklĂ€rt werden. Nicht jeder Bewerber kann einen „geradlinigen“ Lebenslauf vorzeigen. Auch wenn Sie Ihr Studium nicht beendet oder eine Reise durchgefĂŒhrt haben – es gibt manchmal Dinge, die man besser nicht von sich preisgeben möchte. Bereiten Sie sich auf eventuelle Nachfragen im VorstellungsgesprĂ€ch gezielt vor. Überlegen Sie sich im Vorhinein, was Sie darauf antworten können und wie Sie sich dabei von Ihrer „Schokoladenseite“ prĂ€sentieren. Gehen Sie selbstbewusst mit Auszeiten um, wobei sich eine lĂ€ngere Reise beispielsweise als Auslandsaufenthalt darstellen lĂ€sst, bei dem Sie Ihre Sprachkenntnisse verbessert oder aufgefrischt haben.

4. Wie wichtig sind Auslandserfahrungen fĂŒr die Bewerbung?

Auslandserfahrungen können je nach Position, immer zu einem positiven Effekt in einer Bewerbungsphase beitragen. Vor allem, wenn sie dazu dienen, um die sprachlichen FÀhigkeiten stets zu verbessern. Sie sind aber auch zum Nutzen, um die unterschiedlichen Kulturen im Ausland detailliert kennenzulernen und zu erfahren, wie die Menschen dort arbeiten und leben.

5. Verbessern Auftritte in sozialen Netzwerken die Chancen von Bewerbern?

Bedingt. Das kommt ganz darauf an, wie der Bewerber sich in den sozialen Netzwerken prĂ€sentiert. Nutzt er die sozialen Netzwerke zum Beispiel, um nach geeigneten Stellen Ausschau zu halten, so sollte der Bewerber sich in Communities von seiner besten Seite prĂ€sentieren. Das heißt: Partybilder mit Alkohol und Drogen etc. sind ein absolutes Tabuthema. Neben aussagekrĂ€ftigen Bildern sollten auch ansprechende Texte an erster Stelle stehen. Befinden Sie sich in der Bewerbungsphase, sollte man zuerst das Internet nach eigenen Inhalten durchforsten. Zumeist hilft es schon, wenn Sie bei der Suchmaschine Google Ihren Vor- und Zunamen eingeben. Finden Sie unanstĂ€ndige Details ĂŒber sich, so sollten Sie diese, bevor Sie sich bewerben auf jeden Fall löschen.

 

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