Karrierefaktor 24. April 2017

Endlich der eigene Chef: Welche Stolperfallen lauern…


Sich seine Arbeitszeit flexibel gestalten k√∂nnen, arbeiten wo man m√∂chte und sich an keine Regeln vom Vorgesetzten halten m√ľssen – Diese Dinge fallen wohl vielen Menschen als Erstes ein, wenn sie √ľber das Thema Selbstst√§ndigkeit nachdenken.

Was sie dabei vergessen, ist, dass die beruflichen Freiheiten nicht nur Vorz√ľge, sondern auch einige Schwierigkeiten mit sich bringen k√∂nnen. Welche das sind und was man auf dem Weg in die Selbstst√§ndigkeit beachten sollte, lest ihr im folgenden Artikel.

 

Die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit

Gerade in den ersten Monaten oder sogar Jahren bedeutet die berufliche Selbstst√§ndigkeit oftmals viel Arbeit f√ľr wenig Geld. Zw√∂lf-Stunden-Tage, durchgearbeitete N√§chte und wenig bis gar keine Freizeit stellen keine Seltenheit dar. Zudem geh√∂rt das K√§mpfen um jeden (neuen) Kunden mitunter zu den schwierigsten Aufgaben, die Jungunternehmer zu bew√§ltigen haben.

Und dann w√§re da noch die qu√§lende Unsicherheit, ob man im n√§chsten Monat bzw. Jahren √ľberhaupt genug Einnahmen hat, um seine Rechnungen zu begleichen oder den aufgenommenen Kredit abzubezahlen. Darum sollte man bei einer Firmengr√ľndung neben einer vielversprechenden Gesch√§ftsidee zugleich starke Nerven mitbringen.

Die Hoffnung auf das gro√üe Geld sollte also nicht der Hauptgrund sein, weshalb man sich selbstst√§ndig macht. Vielmehr muss man Spa√ü an seinem Job haben und bereit sein, mehr als die √ľblichen acht Stunden pro Tag zu arbeiten. Und auch, wenn man sich seine Zeit frei einteilen kann, gelingt es nicht allen Menschen, zum selbst festgelegten Feierabend gedanklich wirklich abzuschalten. Zudem muss man eine gro√üe Portion Disziplin aufbringen, um sich Tag f√ľr Tag selbst neu zu motivieren.

 

Ideen ausarbeiten

Habt ihr euch ausgiebig mit den Vor- und Nachteilen der Selbstst√§ndigkeit auseinandergesetzt und festgestellt, dass dies durchaus der richtige Weg f√ľr euch sein kann, geht es an das Ausarbeiten der Gesch√§ftsidee. Bereits hier sollte man sowohl potenzielle Kunden als auch m√∂gliche Wettbewerber analysieren.

Anschlie√üend folgt die Erstellung des Businessplans. Hier geht es darum, die Gesch√§ftsidee noch einmal zu erl√§utern bzw. zu konkretisieren. Wie sieht euer Produkt oder eure Dienstleistung aus? Welche Kosten kommen f√ľr Gesch√§ftsr√§ume, Mitarbeiter, Werbung, Versicherung usw. auf euch zu? Au√üerdem sollten ihr euch m√∂glichst ausf√ľhrlich Gedanken dar√ľber machen, welche Rechtsform ‚Äď da gibt es zum Beispiel die GmbH, die GbR oder die OHG ‚Äď ihr w√§hlen wollt.

Habt ihr diesen Schritt gemeistert, k√∂nnt ihr euer Gr√ľndungskapital kalkulieren. Hier ist darauf zu achten, dass wirklich alle Kosten, die monatlich auf euch zukommen, einbezogen werden. Dies sind zum einen die betrieblichen Ausgaben, zum anderen die privaten Lebenshaltungskosten. Behaltet bei eurer Finanzplanung aber auch immer das Finanzamt und eure steuerlichen Pflichten im Hinterkopf!

Anschlie√üend beginnt der meist schwierigste Teil: die Suche nach den Finanzierungsquellen. Hierbei k√∂nnt ihr √ľberlegen, wie viel pers√∂nliches Verm√∂gen ihr investieren k√∂nnt, wer euch privat Geld leihen kann und welche Kreditkonditionen verschiedene Banken haben. Auch vom Bund sowie den Bundesl√§ndern gibt es verschiedene F√∂rderprogramme f√ľr Existenzgr√ľnder.

 

Die eigene Absicherung

Nicht zuletzt sollte nat√ľrlich an die pers√∂nliche Absicherung gedacht werden. Dies macht ihr zum einen, wie bereits oben erw√§hnt, √ľber die Wahl eurer Rechtsform. Daneben habt ihr als Selbstst√§ndiger verschiedene M√∂glichkeiten, eine Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, und Rentenversicherung abzuschlie√üen. Allerdings sind die Sozialversicherungsbeitr√§ge f√ľr Selbstst√§ndige meist sehr viel h√∂her als f√ľr Festangestellte, da alle Kosten allein getragen werden m√ľssen.

Wenn ihr wissen wollt, welche Geldsummen hierbei auf euch zukommen, dann erkundigt euch am besten bei den Krankenkassen und der Agentur f√ľr Arbeit. Daneben solltet ihr die Informationsangebote der Deutschen Rentenversicherung nutzen.

Weitere Beratungsm√∂glichkeiten zum Thema Existenzgr√ľndung findet ihr au√üerdem oft bei Hochschulen und Universit√§ten. In der Regel sind diese entweder sehr g√ľnstig oder sogar vollkommen kostenlos. Da ihr vermutlich nie wieder so leicht an wichtige Informationen kommen werdet, solltet ihr diese Chance auf jeden Fall nutzen!

Und auch, wenn die ersten Schritte in die berufliche Selbstst√§ndigkeit bereits gemacht sind, kann es nicht schaden, auch weiterhin Informationsveranstaltungen wahrzunehmen, um √ľber aktuelle Entwicklungen und Gesetze auf dem Laufenden zu bleiben.

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