Karrierefaktor 6. November 2018

Oh du Peinliche! Wie Sie sich richtig auf der Weihnachtsfeier verhalten


Alle Jahre wieder… finden sich zwischen November und Januar einzelne Abteilungen oder vollständige Belegschaften zum feuchtfröhlichen Miteinander ein und verbringen ein paar „besinnliche“ Stunden miteinander. Es ist die Zeit der Weihnachtsfeiern – und damit auch eine Zeit, in der sich Mitarbeiter in einem Minenfeld der Fettnäpfchen wiederfinden. Wie Sie aus diesem unversehrt herauskommen? Der nachfolgende Beitrag gibt Ihnen ein paar wertvolle Tipps für die Weihnachtsfeier mit auf den Weg.

 

Darf ich auf der Weihnachtsfeier Alkohol trinken?

Weihnachtsfeier und Alkohol – das sind zwei Themen, die irgendwie zusammengehören, aber trotzdem mit Vorsicht genossen werden sollten. Wenn es um Glühwein, Sekt, Bier und Co. geht, dann gilt – wie auf jeder Firmenveranstaltung –: immer nur in Maßen, nie in Massen.

Ein Gläschen Sekt, ein Becher Glühwein oder eine Flasche Bier sind selbstverständlich in Ordnung – nicht zuletzt, weil sie häufig dafür sorgen, dass die allgemeine Stimmung etwas aufgelockert wird. Doch alles darüber hinaus kann Ihren Ruf und schlimmstenfalls Ihren Job gefährden.

Halten Sie sich beim Konsum von alkoholischen Getränken auf der Weihnachtsfeier unbedingt zurück. Es ist absolut in Ordnung, nach dem Anstoßen auf Wasser oder Punsch umzusteigen. Denn wer sich einen betrunkenen Auftritt auf der Weihnachtsfeier leistet, verliert nicht nur schnell das Vertrauen des Arbeitgebers, sondern auch den Respekt der Kollegen.

Tipp: Zurückhaltung gilt vor allem dann, wenn Kollegen und Vorgesetzte wissen, dass Sie nach der Veranstaltung noch mit dem Auto nach Hause fahren. In diesem Fall sollten Sie schon das erste alkoholische Getränk dankend ablehnen.

 

Wie gehe ich auf der Weihnachtsfeier richtig mit meinem Vorgesetzten um?

Im entspannten Rahmen einer Weihnachtsfeier ist es durchaus in Ordnung, gängige Umgangsformen etwas zu lockern (die Betonung liegt auf „etwas“!).

Auch wenn der Chef für ein paar Stunden von seiner Hierarchiestufe hinunter klettert, bedeutet das keinesfalls, dass Sie ihm um den Hals fallen und ihn duzen können. Es gilt, ein gesundes Mittelmaß zu finden, mit dem sich alle Beteiligten wohlfühlen.

Wenn Sie absolut nicht wissen, wie Sie Ihrem Vorgesetzten auf der Weihnachtsfeier entgegentreten sollen, dann warten Sie, bis dieser den ersten Schritt machen. Dann können Sie sich der Umgangsform anpassen und dem Fettnäpfchen souverän ausweichen.

 

Ist auf der Weihnachtsfeier ein Flirt mit dem Kollegen erlaubt?

Flirts im Büro sind keine Seltenheit. Darum ist es auch nicht verwunderlich, wenn in der lockeren Atmosphäre einer Weihnachtsfeier hie und da die Funken fliegen. Gerade weil die Veranstaltung abseits des Arbeitsplatzes stattfindet, trauen sich viele Mitarbeiter hier, endlich in die Offensive zu gehen.

Bedenken Sie hierbei immer: Ein Flirt unter Kollegen ist etwas, was auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn das „Objekt Ihrer Begierde“ kein Interesse zeigt, sollten Sie die Annäherungsversuche sofort unterbinden. Alles andere driftet nämlich gefährlich schnell in Richtung sexuelle Belästigung.

Lese-Tipp: Verliebt in einen Kollegen: So gehen Sie richtig mit der Situation um

 

Ich habe keine Lust auf die Weihnachtsfeier – Muss ich trotzdem hingehen?

Nicht jeder Mitarbeiter ist ein Fan von Weihnachtsfeiern. Die Liste der „Keine Lust“-Gründe ist lang und reicht

  • von: „Die Feier findet auĂźerhalb der Arbeitszeit statt!“
  • ĂĽber: „Ich will nicht noch mehr Zeit mit meinen (ätzenden) Kollegen verbringen.“
  • und: „Letztes Jahr hat sich der Chef so peinlich benommen, das will ich nicht noch einmal erleben.“
  • bis hin zu: „Als hätte ich im Dezember nicht schon genug Termine.“

Arbeitgeber können ihre Arbeitnehmer nicht dazu zwingen, zur Weihnachtsfeier zu erscheinen. So etwas wie eine Teilnahmepflicht ist daher nicht umsetzbar. Um dennoch nicht negativ aufzufallen, sollten Sie auch bei mangelhafter Bereitschaft zur Veranstaltung erscheinen und wenigstens für eine Stunde bleiben.

Wenn Sie eine frühzeitige Flucht planen, ist es nicht notwendig, sich eine haarsträubende Ausrede einfallen zu lassen. Ein knappes „Ich habe im Anschluss noch etwas vor.“ genügt. Wie gesagt: Die Weihnachtsfeier ist kein Pflichtprogramm. (Erscheinen schadet trotzdem nicht.)

 

Welche Kleidung ist zur Weihnachtsfeier angebracht?

Die Wahl der richtigen Kleidung hängt natürlich davon ab, was das Unternehmen zur Weihnachtsfeier geplant hat.

Während ein ausgedehnter Ausflug auf den Weihnachtsmarkt vor allem nach einem warmen Mantel und einer kuscheligen Mütze verlangt, wird es bei der klassischen Indoor-Veranstaltung schon etwas komplizierter.

Hier gelten in der Regel (falls nicht anders üblich oder angekündigt) die Dresscodes Casual bis Business Casual. Erlaubt sind also beispielsweise Kleider, Stoffhosen, Blusen und Hemden, Pullover und knielange Röcke. Anzug, Kostüm und die dazugehörigen Accessoires dürfen zur Weihnachtsfeier gern im Kleiderschrank bleiben.

Beim Griff nach der Jeans sollten Sie sich fragen, ob dieses Kleidungsstück auch im Büro „erlaubt“ ist. Falls ja: Tragen Sie sie gern zur Weihnachtsfeier. Falls nein: Lassen Sie lieber die Finger davon.

Tipp: Wenn Sie eine Einladung zur Weihnachtsfeier erhalten, ist der gewĂĽnschte Dresscode oftmals darauf vermerkt. Ist dem nicht so und/oder sind Sie neu im Unternehmen, ist es kein Problem, die Kollegen nach ihrer Kleiderwahl zu befragen.

 

Wer zahlt auf der Weihnachtsfeier?

Kaum etwas ist so unangenehm wie ein Ende der Weihnachtsfeier, bei dem niemand so genau weiß, wer Speisen und Getränke bezahlt.

Darum empfiehlt es sich, bestenfalls schon im Vorfeld zu klären, wer welche Kosten übernimmt. Denkbar sind beispielsweise diese Konstellationen:

  • Der Arbeitgeber ĂĽbernimmt alle Kosten
  • Der Arbeitgeber zahlt das Essen, die Mitarbeiter ihre Getränke
  • Der Chef/Vorgesetzte/Abteilungsleiter zahlt die erste Runde GlĂĽhwein

Auf einer offiziellen Weihnachtsfeier ist es ĂĽblich, dass der Arbeitgeber den GroĂźteil der Kosten ĂĽbernimmt. Organisieren die Mitarbeiter jedoch unter sich eine kleine Zusammenkunft in der Weihnachtszeit, mĂĽssen sie diese in der Regel selbst bezahlen.

Tipp: Falls Sie die Weihnachtsfeier eigenverantwortlich organisieren, lohnt es sich, den Vorgesetzten um eine „Finanzspritze“ zu bitten. Dieser kann oftmals ein kleines Budget (beispielsweise 20 Euro pro Mitarbeiter) zur freien Verfügung bereitstellen.

 

Wie lange sollte ich auf der Weihnachtsfeier bleiben?

Diese Frage kann nur sehr schwer beantwortet werden – denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn Sie beispielsweise mit der ganzen Belegschaft auf einem Schiff dinieren und anschließend die Aussicht auf die Stadt vom Wasser aus genießen, wird es äußerst schwer sein, sich vorzeitig davonzustehlen.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie zur Weihnachtsfeier erscheinen, dann sollten Sie nach Möglichkeit nicht schon nach wenigen Minuten wieder flüchten. Natürlich kann es immer sein, dass andere Termine Sie unter Zeitdruck setzen. Doch wenn Sie einen positiven Eindruck bei der Geschäftsleitung hinterlassen wollen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen die Veranstaltung.

Und noch eine Faustregel: Je aufwändiger die Weihnachtsfeier organisiert wurde, desto länger sollten Sie auf dieser verweilen. Bei einem kurzen Umtrunk auf dem Weihnachtsmarkt dürfen Sie demnach eher verschwinden als beim oben erwähnten Schiffs-Dinner.

Tipp: Geben Sie der Weihnachtsfeier eine Chance! Auch wenn Sie am Anfang keine Lust auf die Veranstaltung haben, kann es durchaus passieren, dass Sie hier eine gute Zeit erleben.

 

Darf ich auch bei Krankschreibung zur Weihnachtsfeier?

Laut Arbeitsgesetz muss sich der Arbeitnehmer im Krankheitsfall so verhalten, dass seine Genesung gefördert wird. Das bedeutet nicht in jedem Fall, das Bett zu hüten und ein Medikament nach dem anderen zu schlucken.

Wenn es die Krankheit erlaubt und der Kontakt zu Kollegen vielleicht sogar gesundheitsfördernd sein kann, spricht nichts gegen die Teilnahme an der Weihnachtsfeier. Ist das Gegenteil der Fall, sollten Sie lieber zuhause bleiben.

Um wirklich auf Nummer Sicher zu gehen, empfiehlt es sich, die Situation im Vorfeld mit dem Arbeitgeber zu besprechen. Greifen Sie ruhig zum Telefonhörer, um die Meinung des Vorgesetzten zu erfragen. Hat dieser nichts gegen Ihre Teilnahme an der Weihnachtsfeier, spricht absolut nichts dagegen, sie zu besuchen.

Lese-Tipp: Krankschreiben lassen für einen freien Tag: Das müssen Sie unbedingt beachten!

 

Positiven Eindruck beim Chef hinterlassen

Sie sehen: Für jedes Problem rund um das Thema Weihnachtsfeier gibt es eine Lösung. Auch wenn Sie vielleicht nicht der größte Fan dieser Veranstaltung sind, sollten Sie ihr doch mit einer grundlegenden Offenheit entgegentreten.

GenieĂźen Sie die Zeit mit den Kollegen abseits des Schreibtisches, lassen Sie sich gutes Essen schmecken und nutzen Sie die Gelegenheit, um beim Smalltalk einen positiven Eindruck bei Ihrem Chef zu hinterlassen.

Aus dieser Perspektive betrachtet wirkt die Weihnachtsfeier doch gleich viel angenehmer, oder?

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