In diesen F├Ąllen haftet Ihr Arbeitnehmer

 

Wenn es im Berufsleben zu Schadensf├Ąllen kommt, geraten Arbeitnehmern und Arbeitgeber oft aneinander. Wer tr├Ągt die Verantwortung? Wer muss wann haften? Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Artikel.

 

Arbeitnehmer ist jeder, der aufgrund eines arbeitsrechtlichen Vertrags, dazu verpflichtet ist, Dienstleistungen f├╝r ein Unternehmen zu erbringen.

Im Gegenzug f├╝r die Arbeitsleistung, muss der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine angemessene entgeldliche Verg├╝tung erhalten.

 

Was droht dem Arbeitnehmer bei einem Schadensfall?

Bei einem verursachten Schaden, der Ihren Arbeitgeber, einen Kollegen oder eine betriebsfremde Person betrifft, kann es sein, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Abmahnung oder eine K├╝ndigung erteilt. Dar├╝ber hinaus k├Ânnen Sie sogar zum Schadenersatz herangezogen werden.

Im Prinzip tritt wie beim Arbeitgeber die Haftung in Kraft, wenn:

  1. Sie gegen Ihre rechtlichen Pflichten versto├čen,
  2. dadurch einen Schaden verursachen und
  3. vors├Ątzlich oder fahrl├Ąssig handeln.

Die arbeitsvertraglichen Pflichten sind breit gef├Ąchert. Auch ├ťberm├╝dung, pl├Âtzliche Arbeits├╝berlastung etc. sind erst einmal schadensurs├Ąchliche Fehler, die als Verletzung rechtlicher Pflichten gesehen werden.

 

Warum sch├╝tzt die Rechtsprechung den Arbeitnehmer oft?

In der Regel haben Arbeitnehmer keinen Einfluss auf betriebliche Abl├Ąufe, da sie lediglich erst auf eine Unterweisung hin, eine bestimmte Arbeitsleistung ausf├╝hren. Dar├╝ber hinaus sind Arbeitnehmer im Falle eines Schadensfalls nicht in der Lage, hohe Verlustbetr├Ąge mit ihrem Lohn auszugleichen. Dank der Rechtsprechung wird die Verantwortung des Arbeitnehmers stark reduziert.

Im Gro├čen und Ganzen gelten folgende Haftungsregeln:

  1. Volle Haftung bei Vorsatz und grober Fahrl├Ąssigkeit.
  2. Aufteilung der Haftung mit dem Arbeitgeber bei mittlerer Fahrl├Ąssigkeit.
  3. Keine Haftung bei leichtester Fahrl├Ąssigkeit.

Unterschiedsmerkmale bei einer Fahrl├Ąssigkeit:

Grobe Fahrl├Ąssigkeit liegt vor, wenn man naheliegende Sorgfaltsregeln, die jeder befolgt h├Ątte, missachtet. Z.B. m├╝sste man bei einem Verkehrsunfall rote Ampeln ignoriert, Alkohol getrunken oder ohne Freisprechanlage telefoniert haben.

Mittlere Fahrl├Ąssigkeit liegt vor, wenn es keine Anhaltspunkte f├╝r grobe Fahrl├Ąssigkeit gibt. Zudem wird der Arbeitnehmer durch die objektive Gef├Ąhrlichkeit, die H├Âhe des Schadens, seine Verg├╝tung, seine Stellung in der Betriebshierarchie, die Versicherung des Arbeitgebers und das bisherige Arbeitsverh├Ąltnis entlastet.

Leichteste Fahrl├Ąssigkeit liegt bei einem Ausnahmefall vor, in dem der Arbeitnehmer von vornherein ein geringes Verschulden hat. Ein solcher Ausnahmefall ist z.B. ein durch extreme ├ťberforderung geleisteter Fehler, der mit der bisherigen Arbeitserfahrung der Situation nicht gewachsen war. Solche F├Ąlle kommen in der Praxis eher selten vor.

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