Karrierefaktor 2. Dezember 2013

Serie Interkulturelles Verständnis: Die Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts – Teil 1

international zusammenarbeiten
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Neulich in Südafrika: „Um Himmels Willen, es tut mir so leid!“ – „Was ist denn passiert???“ – „Ich bin zu spät! Das ist mir so unangenehm! In meiner ersten Arbeitswoche! Es war Stau auf der Autobahn!“ – schallendes Lachen „Ich bitte dich: „Zu spät“ darfst du ab 2 Stunden sagen, aber doch bitte nicht bei 10 Minuten!“. Diese Szene die eine Praktikantin schilderte zeigt: Das Sprichwort „andere Länder, andere Sitten“ gilt auch in der Geschäftswelt.

Aufgrund von Globalisierungsprozessen sind die Arbeitswelten in den letzten Jahren immer mehr zu einer Welt verschmolzen. Deutsche Unternehmen kaufen in Indien ein, produzieren in Bangladesch und verkaufen in die USA – und für alle Prozesse werden Fachkräfte vor Ort benötigt, denen man zu Hause vertrauen kann und die gleichzeitig im Partnerland die Geschäfte am Laufen halten. Gute Englischkenntnisse reichen hier lange nicht mehr aus. Wenn zwei Kulturen aufeinanderprallen sind vor allem interpersonelle Kompetenzen gefragt.

In unserer 5-teiligen Serie zum Thema Interkulturelles Verständnis stellen wir euch die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede vor. Dieser untersuchte in den 1970er und 1980er das Verhalten 160.000 Manager aus 60 Ländern um kulturelle Unterschiede in ihrer Arbeitsauffassung zu erforschen. Als Ergebnis unterscheidet Hofstede 5 Kulturdimensionen:

  1. Individualismus und Kollektivismus (Teil 1 der Serie)
  2. Machtdistanz (Teil 2 der Serie)
  3. Unsicherheitsvermeidung (Teil 3 der Serie)
  4. Maskulinität bzw. Work-Life-Balance (Teil 4 der Serie)
  5. Lang- oder kurzfristige Orientierung (Teil 5 der Serie).

Ziel der Serie soll es sein, dass Sie am Ende kulturelle Unterschiede bewusster wahrnehmen und beim nächsten geschäftlichen Aufeinandertreffen mit fremden Kulturen in kein Fettnäpfchen mehr treten.

Teil 1 unserer Serie erklärt den Unterschied zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen.

In individualistischen Kulturen steht die einzelne Person im Mittelpunkt, wohingegen in kollektivistischen Kulturen die Gemeinschaft im Fokus steht. Diese Annahme spiegelt sich auch in der Arbeitswelt wieder.
In individualistischen Kulturen streben Menschen nach einem Arbeitsplatz, der genug Zeit für Freizeit und ein ausgleichendes Privatleben lässt. Außerdem ist es Arbeitnehmern wichtig, die Möglichkeiten zu haben, ihren Arbeitsalltag selber zu gestalten und eigenverantwortlich zu handeln. Hierzu zählt auch, dass sie sich Herausforderungen suchen, die das Gefühl vermitteln etwas erreichen und leisten zu können. Dabei steht die Realisierung der eigenen Ziele im Vordergrund. Es wird somit deutlich, dass die individuelle Entwicklung im Mittelpunkt steht und nach Eigenverantwortung gestrebt wird. Aus dieser Einstellung folgt, dass Arbeitnehmer in individualistischen Kulturen eher unabhängig von ihrem Arbeitgeber agieren. Sie wechseln öfter den Job und sind nicht an ein Unternehmen gebunden.
In kollektivistischen Kulturen hingegen steht vor allem das physisch gute Arbeitsumfeld im Vordergrund und die erlangten Fähigkeiten werden schlichtweg angewandt. Fortbildungsmöglichkeiten werden genutzt, um bereits erlerntes zu erneuen oder auch auszubauen, jedoch wird die Herausforderung nicht bewusst gesucht. Der Fokus liegt hier somit auf den Bedürfnissen des Unternehmens und der Gemeinschaft. Eigene Ansprüche werden hingegen hinten angestellt.

In Deutschland leben wir in einer individualistischen Kultur. Wir legen viel Wert auf Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, wollen uns im Job selbstverwirklichen und Herausforderungen meistern. Diese Ansprüche sind gleichzeitig die größten Motivatoren für Arbeitnehmer in Deutschland.
Kollektivistische Kulturen sind vor allem im asiatischen Raum zu finden. Hierzu zählen beispielsweise Südkorea, Taiwan und Japan.

 

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Karrierefaktor von: Mara Brinkmann
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