Karrierefaktor 5. April 2017

Was ist brutto, was bleibt netto?

Brutto-netto
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Im Arbeitsvertrag steht etwas vom Bruttogehalt, und die Zahl sieht eigentlich ganz gut aus. Warum aber ist dann das, was monatlich auf dem Konto landet, so viel geringer? Das liegt daran, dass vom Bruttogehalt noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden, ehe du das Nettogehalt überwiesen bekommst.

 

Die Steuern

Monat für Monat wird ein bestimmter Teil deines Bruttolohns einbehalten und als Lohnsteuer an das Finanzamt abgeführt. Diese Lohnsteuer ist eine Vorleistung auf die Einkommensteuer, die einmal im Jahr fällig wird. Es kann sich durchaus für dich lohnen, trotz der bereits einbehaltenen Lohnsteuer eine Steuererklärung einzureichen. Hattest du zum Beispiel Werbungskosten, kann es sein, dass du Geld vom Finanzamt zurückbekommst. Wie hoch deine Steuern sind, hängt von der Höhe deines Bruttogehalts ab. Sie können 14 bis 45 Prozent davon ausmachen.

 

Bist du ein Mitglied der Kirche, wird auch deine Kirchensteuer abgezogen. Sie orientiert sich an der Höhe deiner Einkommensteuer und kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. Das ist einer der Gründe, weshalb du beim Brutto-Netto-Rechner immer dein Bundesland mit angeben musst.

 

Die verschiedenen Steuerklassen

Die Höhe deiner Steuern richtet sich auch danach, welcher Steuerklasse du angehörst. Es gibt die Klassen I bis VI. Hier ist ein kleiner Überblick:

  • Steuerklasse I: Bist du ledig oder lebst du dauerhaft getrennt, gehörst du zur Steuerklasse I. Gleiches gilt, wenn du in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebst.
  • Steuerklasse II: Eigentlich wärst du ein Kandidat für Klasse I, aber du bist alleinerziehend. Daher hast du Anrecht auf die Entlastung für alleinerziehende. Auch Verwitwete Steuerzahler werden hier eingeordnet.
  • Steuerklasse III: Bist du verheiratet und lebst nicht dauernd getrennt, verdienst aber deutlich mehr als dein/e Partner/in, kannst du die Steuerklasse III wählen und er/sie die Steuerklasse V. So geht von deinem höheren Gehalt weniger ab als von dem anderen, deutlich geringeren, was letztendlich in der Gesamtsumme euch beiden zugutekommt.
  • Steuerklasse IV: Bist du verheiratet, und ihr beide verdient in etwa gleich viel, ist diese Steuerklasse die beste für euch.
  • Steuerklasse V: Siehe Steuerklasse III
  • Steuerklasse VI: Sie ist für dich als Arbeitnehmer am wenigsten vorteilhaft. Hier wirst du für ein zweites Dienstverhältnis eingeordnet.

 

Nettogehalt: Das sind die Abgaben zu den Sozialversicherungen

Neben den Steuern werden weitere Beträge eingehalten. Zum Beispiel ist es Pflicht, dass du in der Krankenkasse bist. Die Beiträge dafür werden zur Hälfte von dir und zur Hälfte von deinem Arbeitgeber gezahlt. Gleiches gilt für die Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Pflegeversicherung. Dein Anteil geht dabei noch vom Bruttogehalt ab.

Sozialversicherungspflichtig ist jeder, der als nicht selbstständig Beschäftigte/r über 450 Euro im Monat verdient. Auch die Beiträge zu den Sozialversicherungen hängen von der Höhe deines Einkommens ab: Je mehr du verdienst, desto mehr musst du auch zahlen. Auch der Solidaritätszuschlag wird monatlich einbehalten.

 

Was haben Kinder mit brutto und netto zu tun?

In den meisten Brutto-Netto-Rechnern musst du angeben, ob du Kinder hast. Das liegt daran, dass du pro Kind einen sogenannten Kinderfreibetrag bekommst. Dies ist ein Betrag deines gesamten Einkommens, der dir zusteht, ohne dass er besteuert wird. Ob du diesen nutzt oder das Kindergeld, wird im individuellen Fall errechnet: Habt ihr ein relativ hohes Einkommen, das versteuert werden muss, ist für euch der Kinderfreibetrag günstiger.

Bei einem verhältnismäßig geringen Einkommen hingegen dürfte sich das Kindergeld besser auf eure Finanzen auswirken. Das Finanzamt prüft in der Einkommensteuerveranlagung euren Fall und entscheidet dann zu euren Gunsten, welche Möglichkeit genutzt wird.

 

Bei der Gehaltsverhandlung mitdenken

Wenn dein möglicher zukünftiger Arbeitgeber mit dir über das Gehalt spricht, musst du immer im Kopf behalten, dass es um das Bruttojahresgehalt geht. Geteilt durch zwölf Monate und abzüglich aller Steuern und Sozialabgaben sieht diese Zahl schon ganz anders aus. Am besten kannst du dich auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten, wenn du dir im Vorfeld schon die verschiedenen Möglichkeiten durchspielst: Du kannst ja in etwa einschätzen, welches Gehalt realistisch wäre. Gib die verschiedenen Summen schon einmal vorab im Brutto-Netto-Rechner ein und schau dir an, was netto übrig bleibt.

 

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