Karrierefaktor 8. Juli 2015

5 Fragen an: Angelika Höcker

Interview mit Angelika Höcker

Angelika Höcker steht fĂŒr nachhaltige, glaubwĂŒrdige und unterhaltsame Performance. Sie trainiert seit mehr als 20 Jahren die Schwerpunkte FĂŒhrung, Team und Change Management und begleitet Menschen in Organisationen in lebendigen, wirkungsvollen Change-Prozessen. DafĂŒr wurde sie mehrfach national (u.a. „Deutscher Trainingspreis“) und international ausgezeichnet. Sie ist MitgrĂŒnderin von Höcker Networks, einem interdisziplinĂ€ren Team, das fĂŒhrend in der Entwicklung innovativer Fortbildungsmethoden und Qualifizierungsmaßnahmen ist.

1. „Erfolgreich sind Menschen, die sich in ihrem Handeln an Werten orientieren“ – Welche Werte sind im speziellen gemeint?

Um erfolgreich zu sein, raten wir unseren Kunden sich mit ihrem eigenen „Wertesammelsurium“ auseinanderzusetzen, eine Wertehierarchie aufzustellen und so heraus zu filtern, an welchem Wert sich alle anderen ausrichten. Diesen Wert nennen wir handlungsweisend, er bestimmt all das Handeln und Tun. Prominentes Beispiel ist das Biophilie-Postulat nach Erich Fromm und Rupert Lay: „Versuche in deinen Handlungen und deinen Entscheidungen eigenes und fremdes personales (soziales, emotionales…) Leben eher zu mehren, denn zu mindern.“

Umgangssprachlich passt hier die goldene Regel: Was du nicht willst, dass man dir tu, das fĂŒge keinem anderen zu.“

Die bewusste Auseinandersetzung damit bestĂ€rkt die persönliche, an sozialvertrĂ€glichem Handeln ausgerichtete innere IdentitĂ€t, das gibt uns Orientierung und Kraft und stĂ€rkt so unsere EntscheidungsfĂ€higkeit und lĂ€sst jeden Einzelnen ethisch moralisch handeln. Es gibt also nicht die richtigen Werte, sondern die aus der persönlichen Reflexion herausgefilterten, die uns in unserem sozialvertrĂ€glichen Handeln stĂŒtzen, damit wir ethisch moralisch verhalten.

2. Welche (beruflichen) Vorteile bringt es mit sich, wenn das Leben ‚wert-voll‘ gestaltet wird?

Fragen wir uns doch, wie ist und verhĂ€lt sich zum Beispiel eine FĂŒhrungskraft, die selber so handelt, wie sie selbst gerne behandelt werden möchte, die transparent in Ihren Entscheidungen und in Ihren Handlungen ist, die personales, emotionales soziales Leben eher mehreren will, als es zu mindern. Ist das nicht eine Person, die Ausstrahlung hat, die viele fĂŒr ihre Gradlinigkeit, ihre Offenheit und ihre Art der Kommunikation eher bewundert, mit der viele gerne zusammenarbeiten? Ich glaube die Vorteile liegen auf der Hand, ganz abgesehen davon, was es mir selbst nutzt, wenn ich

mich mit meinen Werten bewusst auseinandergesetzt habe und bei jeder Reflexion weiter reife, Selbstreflexion hat bekanntlich noch nie geschadet.

3. Wie wichtig ist eine funktionierende Teamarbeit fĂŒr ein Unternehmen?

Aus meiner Sicht ist die funktionierende Teamarbeit fĂŒr den Erfolg eines Unternehmens, so wie wir sie definieren, essentiell. NĂ€mlich als eine Arbeit, in der es um gemeinsame Problemlösungen und Entscheidungen durch Erkenntnisfortschritt und Konsens geht. Das bedeutet echtes Ringen um Bedingungen und das Reduzieren von TĂ€uschungen, nicht um Anerkennungsdiskussionen und MachtkĂ€mpfe in Gruppen.

4. Muss ein guter Chef teamfÀhig sein?

Infolgedessen muss ein Chef in der Lage sein, die Problemlösungsprozesse und Entscheidungen in einem Team jenseits von Hierarchie und GeltungskÀmpfen zu moderieren, dann und erst dann ist er teamfÀhig und nimmt seine Verantwortung wahr.

5. Gibt es ‚SelfMade-Methoden‘ fĂŒr zu Hause, die das Leben ‚wert-voller‘ gestalten?

Das Zauberwort heißt Selbstreflexion, trainieren Sie ihre SelbstreflexionsfĂ€higkeit und fragen Sie sich immer wieder, was lĂ€sst mich so oder so handeln und wenn es morgen in der Zeitung stĂ€nde, was wĂŒrde ich dann tun? Setzen Sie sich mit Ihren Werten auseinander, finden Sie heraus welcher Wert Sie leitet, unterscheiden Sie die Aspekte, die Sie in ihrer Sozialisation geprĂ€gt haben – realisieren Sie was Ihnen als Verbote und Gebote mit auf den Weg gegeben worden ist, eruieren Sie fĂŒr was Ihnen Ihr Umfeld Anerkennung und Zuwendung zollt. So haben Sie auf jeden Fall einen bewussteren Überblick ĂŒber die endogenen und exogenen Anteile Ihrer Moral und können sich bewusst fĂŒr das entscheiden, was heute fĂŒr Sie ethisch moralisch vertretbar ist. Hilfreich kann an der Stelle ein Werteprofil aufbauend auf dem Entwicklungsmodell von Clare W. Graves sein.

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