Zukunftsmarkt 50plus: Von wegen alte Eisen!

Was f√§llt Ihnen auf, wenn Sie die Stellenanzeigen einer Zeitung aufschlagen oder sich online auf Jobb√∂rsen umsehen? √úberall hei√üt es ‚ÄěWir suchen Verst√§rkung f√ľr unser junges, dynamisches Team‚Äú oder ‚Äějunge, motivierte Mitarbeiter gesucht‚Äú. Darf es nicht auch mal ein √§lterer Mitarbeiter mit fundierter Erfahrung sein? Die Politik hat schon vor Jahren entschieden, dass wir alle √ľber das 60. Lebensjahr hinaus arbeiten gehen m√ľssen. Doch die Frage ist, wo? Sobald ein Unternehmen aus betrieblichen Gr√ľnden Stellen abbauen muss, werden erst einmal die √§lteren Mitarbeiter mit einer Abfindung in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Andere werden mit Erreichen des Rentenalters pensioniert ‚Äď und die Stelle wird nicht neu besetzt, sondern einfach gestrichen. Und wenn doch neue Mitarbeiter gesucht werden, sind diese, √ľberspitzt formuliert, idealerweise Anfang 20 und verf√ľgen √ľber mindestens 10 Jahre Berufserfahrung. Tats√§chlich w√ľrden viele √§ltere Menschen sogar gerne √ľber die Pensionierung hinaus arbeiten, kommen aber nicht gegen die vielerorts immer noch herrschenden Vorurteile √ľber die Leistungsf√§higkeit √§lterer Angestellter an. Dabei gibt es weltweit keine Studie, die beweisen w√ľrde, dass mit zunehmendem Alter die Produktivit√§t der Menschen sinken w√ľrde. Im Gegenteil, alle aktuellen Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass die Leistungsf√§higkeit sogar steigt. Kurz gefasst: Die Jungen laufen zwar schneller, aber die Alten kennen die Abk√ľrzungen. Unternehmen verschwenden auf Grund ihrer Altersphobie leichtfertig Potenzial und Erfahrung. Ein verheerender Fehler, der sich jetzt in aller Deutlichkeit bemerkbar macht: Wegen der niedrigen Geburtenraten fehlt es in vielen Branchen an Fachkr√§ften.

Gemischte Teams: Setzen Sie auf langjährige Berufserfahrung und junge Talente

Die Generation 50plus hat im Beruf noch lange nicht ausgedient, auch wenn viele Unternehmen sie das glauben machen. Zwar sind die √Ąlteren ihren j√ľngeren Kollegen in Punkto k√∂rperliche F√§higkeiten unterlegen. Doch sie gleichen geringere Ausdauer und Schnelligkeit meist durch Erfahrung und soziale Kompetenz mehr als aus. Weitere ihrer St√§rken sind unter anderem:

  • Sie sind souver√§ner bei komplexen Sachverhalten. Je un√ľbersichtlicher die Situation, desto sinnvoller ist die F√§higkeit zur Priorisierung.
  • Die Selbsteinsch√§tzung √§lterer Menschen ist realistischer. Sie sind sich ihrer St√§rken und Schw√§chen bewusst.
  • Ihr Entscheidungsverhalten ist wirklichkeitsnah, weil sie auf ein h√∂heres Ma√ü an Erfahrung zur√ľckgreifen k√∂nnen.
  • Sie haben oft einen ausgepr√§gten Sinn daf√ľr, was machbar ist und welche Ressourcen daf√ľr n√∂tig sind. Sie gehen die ihnen gestellten Aufgaben pragmatischer an.
  • Sie sind entspanntere Teamplayer, da sie oftmals die F√§higkeit besitzen, in Teams ebenso r√ľcksichtsvoll wie entschieden mitzuarbeiten. Sie m√ľssen sich nicht mehr profilieren und um jeden Preis in den Mittelpunkt dr√§ngen.

J√ľnger bedeutet nicht zwangsl√§ufig besser, sondern einfach anders. W√§hrend das menschliche Gehirn altert, verliert es zwar an F√§higkeiten, es gewinnt aber auch neue hinzu, zum Beispiel den Umgang mit Problemen oder den Blick f√ľr den Gesamtzusammenhang. Auf Grund ihrer Erfahrung k√∂nnen √§ltere Menschen eine Situation schneller einsch√§tzen, w√§hrend sich J√ľngere besser auf Details konzentrieren k√∂nnen. Unternehmen tun gut daran, diese F√§higkeiten miteinander zu verbinden. Der Schl√ľssel zum Zukunftserfolg liegt f√ľr Unternehmen in einem Generationen-Mix aus √§lteren und j√ľngeren Mitarbeitern, aus Innovation und Erfahrung, der frei von starren und √ľberholten Altersvorgaben ist. Denn die ‚ÄěAlten‚Äú von heute haben absolut nichts mehr mit den alten Menschen von gestern gemein, die durch schwere k√∂rperliche Arbeit ausgelaugt und gebrechlich waren. Unternehmen sollten sich daher nicht nur auf √§ltere Mitarbeiter, sondern gerade im Dienstleistungssektor auch auf eine immer gr√∂√üer werdende Zahl √§lterer Kunden einstellen. Es kann daher ein wettbewerbsentscheidender Vorteil sein, wenn Unternehmen die Altersstruktur ihrer Besch√§ftigten daran ausrichten und speziell f√ľr die Generation 50plus √§hnlich alte Kundenberater und Verk√§ufer einsetzen. Im Gegensatz zu ihren j√ľngeren Kollegen kennen sie die Themen und Fragen, die √§lteren Menschen wirklich auf den N√§geln brennen und schaffen so ein hohes Ma√ü an Empathie und Identifikation.

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