Gastbeitrag Gastbeitrag 17. April 2015

Ein Buch für die Karriere

Gabriele Borgmann
Gabriele Borgmann
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Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich“ – so lautet der wohl berühmteste Satz in der Literatur. Leo Tolstoi begann mit diesen Worten seinen Roman „Anna Karenina“. Er malte ein Gedankenbild: Glück kann langweilig sein. Diese Einsicht lässt sich leicht auf Unternehmen übertragen. Ein Image ohne Kick ist wie ein Gleichklang am Markt. Denn das Glück eines Unternehmens hängt ab von eigenwilligen, unverwechselbaren Momenten. Die können zuweilen Aufmerksamkeit erreichen und genau darum geht’s im Business. Wie schön, wenn diese Momente 200 Seiten füllen und am Ende ein Buch entsteht.

90.000 Bücher erscheinen jährlich. Rund ein Drittel sind Sachbücher und Ratgeber. Geschrieben von Autoren, die auf die drängenden Fragen der Zeit eine Antwort wissen. Mit einem Buch in der Hand, so denken sie zudem, entsteht Beachtung. Das ist wahr – falls ein Buch etwas Eigenes enthält. Dann sehen Medien hin, dann werden Leser aufmerksam. So beginnt jeder Bucherfolg mit dem ersten Satz und hört mit dem Schlusspunkt längst nicht auf, weil er aus vielen Facetten besteht: aus einer guten Schreibstimme, aus Struktur und Themenstringenz und einer PR in Dauerschleife. Das alles klingt nach einem herausfordernden Projekt. Das ist es auch.

Ein Buch schreibt niemand nebenher. Vom Exposé bis zum Bucherfolg wird ein Jahr vergehen – ein Jahr, in dem die Gefühle Kapriolen schlagen. Da nagt der Zweifel, ob das Thema relevant ist. Da droht eine Schreibblockade, weil die Skriptphase an den Kräften zehrt. Der Tipp der Schreibforscher lautet: dranbleiben, durchhalten, den Blick vom großen Ganzen auf die einzelnen Kapitel lenken. Dazu gibt es Techniken. Eine wirksame Methode, um dem Text Tiefe zu verleihen, ist der Feinschliff: Der Autor betrachtet jede Seite zunächst als Rohtext. Er schreibt munter und frei an seiner Kapitelgliederung entlang, so wie die Worte sprudeln, so sind sie gut. Mit dieser Einsicht kehrt die Leichtigkeit des Schreibens zurück. Die Gedanken dürfen über das Blatt fließen. Das kitzelt die rechte Gehirnhälfte der Kreativität. Kein innere Kritiker steht im Weg, kein Ringen um Worte unterbricht den Flow. Was folgt, ist der Feinschliff, die Überarbeitung in fünf Schritten.

  • Stimmen Aufbau und Logik im Text?
  • Spinnt sich der rote Faden durch jeden Absatz?
  • Sind die Verben überraschend und treffend?
  • Wo verhindern Adjektive die Textprägnanz?
  • Wann geben Passiv und Schachtelsätze dem Text eine Schwere?

In dieser Weise reift Kapitel um Kapitel das Buch. Bis zum Schlusspunkt. Dieser Punkt ist jener besondere Moment des Glücks, der sich mit nur einem Wort umschreiben lässt: Geschafft.

Gabriele Borgmann - Vom Exposé zum Bucherfolg

Kaum ein Autor wird mit seinem Buch reich. Was zählt, das ist das Gefühl, seine Karriere sinnvoll voranzubringen: Der Bekanntheitsgrad steigt, der Expertenstatus erhöht sich. Aufträge folgen und Glaubwürdigkeit wächst. Was kann sich ein Unternehmer mehr wünschen? Ein zweites Buch.

 

Gastbeitrag Gastbeitrag von: Gabriele Borgmann
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Über den/die Autor(in)

Gabriele Borgmann arbeitet als Ghostwriterin und Autorin für Sach- und Unternehmensbücher, als Positionierungs- und Schreibberaterin für Autoren und Unternehmer. In ihrem aktuellen Buch „Vom Exposé zum Bucherfolg“ fächert sie die Phasen von der Idee bis zur PR auf. Sie bietet Schreibtechniken für Sachbücher und Unternehmensbücher, bietet einen 360-Grad-Blick für eine gelungene Buch-PR.


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Gabriele Borgmann

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