Endlich Schluss mit Mobbing!

Es gibt zwei BegriffserklÀrungen, die das PhÀnomen Mobbing definieren. Eine Definition stammt von Heinz Leymann, der Mobbing am Arbeitsplatz untersucht hat.

Laut Leymann spricht man von Mobbing, wenn Arbeitnehmer stÀndige Auseinandersetzungen mit Kollegen oder Vorgesetzten haben und dabei die schwÀchere Position einnehmen.

Wenn die folgenden Feindseligkeiten lÀnger als sechs Monate andauern, liegt mit Sicherheit Mobbing vor:

  • MĂŒndliche oder schriftliche Drohungen
  • Ignoranz
  • Abwertende Blicke
  • Schlecht ĂŒber das Mobbingopfer sprechen
  • Man macht sich ĂŒber das Handicap eines Kollegen lustig
  • Verbreitung von GerĂŒchten
  • Betroffener wird jedes Mal angeschrien und beschimpft
  • Arbeitnehmer greifen NationalitĂ€t und Religion ihres Kollegen an
  • Arbeitsweise wird oftmals kritisiert
  • GewalttĂ€tige und sexuelle Übergriffe
  • BeschĂ€digung von Eigentum

DarĂŒber hinaus hat das Landesgericht ThĂŒringen auch noch eine juristische ErklĂ€rung fĂŒr Mobbing verfasst:

„Im arbeitsrechtlichen VerstĂ€ndnis erfasst der Begriff des „Mobbing“ fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander ĂŒbergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die nach Art und Ablauf im Regelfall einer ĂŒbergeordneten, von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung förderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschĂŒtzte Rechte wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen. Ein vorgefasster Plan ist nicht erforderlich. Eine Fortsetzung des Verhaltens unter schlichter Ausnutzung der Gelegenheiten ist ausreichend. Zur rechtlich zutreffenden Einordnung kann dem Vorliegen von falltypischen Indiztatsachen (mobbingtypische Motivation des TĂ€ters, mobbingtypischer Geschehensablauf, mobbingtypische VerĂ€nderung des Gesundheitszustandes des Opfers) eine ausschlaggebende Rolle zukommen, wenn eine KonnexitĂ€t [= eine Verbindung, M. Hensche] zu den von dem Betroffenen vorgebrachten Mobbinghandlungen besteht. Ein wechselseitiger Eskalationsprozess, der keine klare TĂ€ter-Opfer-Beziehung zulĂ€sst, steht regelmĂ€ĂŸig der Annahme eines Mobbingsachverhaltes entgegen.“

Welche rechtlichen Konsequenzen hat Mobbing?

Die Diffamierungen und Anfeindungen im Fall von Mobbing, sind schon fĂŒr sich alleine genommen rechtswidrig. Demnach sind Beschimpfungen, Erniedrigungen und sinnlose Arbeitsanweisungen rechtlich gesehen zu unterlassen. Arbeitnehmer, die grundlos gekrĂ€nkt werden, können unverzĂŒglich eine Strafanzeige erstatten. Bei einer ungerechtfertigten Abmahnung, hat der Arbeitnehmer das Recht die RĂŒcknahme zu verlangen.

Welche Rechte können Betroffene gegenĂŒber Kollegen geltend machen?

Wird das Mobbingopfer von seinen Arbeitskollegen

  • diffamiert,
  • wegen Hautfarbe, Geschlecht oder ethnischer Herkunft verachtet,
  • sexuell genötigt und
  • in irgend einer Weise verletzt,

dann kann es UnterlassungsansprĂŒche geltend machen und die TĂ€ter wegen ĂŒbler Nachrede, Körperverletzung oder sexueller Nötigung anzeigen.

Welche Rechte haben Betroffene gegenĂŒber Ihrem Arbeitgeber?

In einigen FĂ€llen kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber selbst den Anstoß fĂŒr die Schikanen gibt. Er verursacht also:

  • Ehrverletzungen
  • Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen
  • BelĂ€stigungen jeglicher Art.

Der Betroffene hat das Recht eine Unterlassung zu verlangen und den Arbeitgeber strafrechtlich zu verklagen.

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