Karrierefaktor 30. September 2011

Endlich Schluss mit Mobbing!

Schluss mit Mobbing
© gradt

Es gibt zwei Begriffserklärungen, die das Phänomen Mobbing definieren. Eine Definition stammt von Heinz Leymann, der Mobbing am Arbeitsplatz untersucht hat.

Laut Leymann spricht man von Mobbing, wenn Arbeitnehmer ständige Auseinandersetzungen mit Kollegen oder Vorgesetzten haben und dabei die schwächere Position einnehmen.

Wenn die folgenden Feindseligkeiten länger als sechs Monate andauern, liegt mit Sicherheit Mobbing vor:

  • M√ľndliche oder schriftliche Drohungen
  • Ignoranz
  • Abwertende Blicke
  • Schlecht √ľber das Mobbingopfer sprechen
  • Man macht sich √ľber das Handicap eines Kollegen lustig
  • Verbreitung von Ger√ľchten
  • Betroffener wird jedes Mal angeschrien und beschimpft
  • Arbeitnehmer greifen Nationalit√§t und Religion ihres Kollegen an
  • Arbeitsweise wird oftmals kritisiert
  • Gewaltt√§tige und sexuelle √úbergriffe
  • Besch√§digung von Eigentum

Dar√ľber hinaus hat das Landesgericht Th√ľringen auch noch eine juristische Erkl√§rung f√ľr Mobbing verfasst:

„Im arbeitsrechtlichen Verst√§ndnis erfasst der Begriff des ‚ÄěMobbing‚Äú fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander √ľbergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die nach Art und Ablauf im Regelfall einer √ľbergeordneten, von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung f√∂rderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Pers√∂nlichkeitsrecht oder andere ebenso gesch√ľtzte Rechte wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen. Ein vorgefasster Plan ist nicht erforderlich. Eine Fortsetzung des Verhaltens unter schlichter Ausnutzung der Gelegenheiten ist ausreichend. Zur rechtlich zutreffenden Einordnung kann dem Vorliegen von falltypischen Indiztatsachen (mobbingtypische Motivation des T√§ters, mobbingtypischer Geschehensablauf, mobbingtypische Ver√§nderung des Gesundheitszustandes des Opfers) eine ausschlaggebende Rolle zukommen, wenn eine Konnexit√§t [= eine Verbindung, M. Hensche] zu den von dem Betroffenen vorgebrachten Mobbinghandlungen besteht. Ein wechselseitiger Eskalationsprozess, der keine klare T√§ter-Opfer-Beziehung zul√§sst, steht regelm√§√üig der Annahme eines Mobbingsachverhaltes entgegen.“

Welche rechtlichen Konsequenzen hat Mobbing?

Die Diffamierungen und Anfeindungen im Fall von Mobbing, sind schon f√ľr sich alleine genommen rechtswidrig. Demnach sind Beschimpfungen, Erniedrigungen und sinnlose Arbeitsanweisungen rechtlich gesehen zu unterlassen. Arbeitnehmer, die grundlos gekr√§nkt werden, k√∂nnen unverz√ľglich eine Strafanzeige erstatten. Bei einer ungerechtfertigten Abmahnung, hat der Arbeitnehmer das Recht die R√ľcknahme zu verlangen.

Welche Rechte k√∂nnen Betroffene gegen√ľber Kollegen geltend machen?

Wird das Mobbingopfer von seinen Arbeitskollegen

  • diffamiert,
  • wegen Hautfarbe, Geschlecht oder ethnischer Herkunft verachtet,
  • sexuell gen√∂tigt und
  • in irgend einer Weise verletzt,

dann kann es Unterlassungsanspr√ľche geltend machen und die T√§ter wegen √ľbler Nachrede, K√∂rperverletzung oder sexueller N√∂tigung anzeigen.

Welche Rechte haben Betroffene gegen√ľber Ihrem Arbeitgeber?

In einigen F√§llen kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber selbst den Ansto√ü f√ľr die Schikanen gibt. Er verursacht also:

  • Ehrverletzungen
  • Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen
  • Bel√§stigungen jeglicher Art.

Der Betroffene hat das Recht eine Unterlassung zu verlangen und den Arbeitgeber strafrechtlich zu verklagen.

Newsletter abonnieren

Was bringt meine Karriere voran? Regelmäßige Tipps zu Karriere & Weiterbildung...

E-Mail-Adresse eintragen:
 Ich habe die Datenschutzerkl√§rung & Widerrufshinweise zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine E-Mailadresse zum Versand des Newsletters elektronisch erhoben und gespeichert wird. Hinweis: Sie k√∂nnen Ihre Einwilligung jederzeit f√ľr die Zukunft hier per E-Mail an Karrierefaktor.de widerrufen.

 

Karrierefaktor von: Karrierefaktor
177 0 2


Bildnachweis Vorschaubild:
© gradt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Top-Artikel

Weiterbildung

Ein gelungener Start f√ľr Ihre englische E-Mail

Wie gut sind Ihre englischen E-Mails? Können Sie sicher verkehren und haben Sie stets die richtigen ...
Weiterlesen »

Karrierefaktor von: Karrierefaktor
72853 0 1
Firmenfahrzeug Im Job

Dienstwagen statt Gehaltserhöhung: Wann sich der Deal lohnt

Wenn der Chef die Bitte nach einer Gehaltserhöhung immer wieder ablehnt, bleibt noch die ...
Weiterlesen »

Karrierefaktor von: Karrierefaktor
36578 0 5
Gehalt

Wann muss das Gehalt auf dem Konto sein?

Ein monatliches Gehalt ist eine schöne Form von Sicherheit: Du kannst planen, einen Dauerauftrag ...
Weiterlesen »

Karrierefaktor von: Karrierefaktor
24725 0 0

Legende: Karrierefaktor = Karrierefaktor   Gastbeitrag = Gastbeitrag



Karrierefaktor

Google+