Frauen und Karriere: Diese Mythen stimmen nicht
Die Bonner AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin des Messe-Kongresses women&work, hat zum zweiten Mal Frauen bundesweit nach ihren WuÌnschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber befragt. An der aktuellen Umfrage, die in Kooperation mit dem Wirtschaftsweiber e.V., dem einzigen Netzwerk lesbischer Fach- und FuÌhrungskrĂ€fte, durchgefuÌhrt wurde, haben uÌber 3.000 Frauen teilgenommen. FuÌnf Mythen wurden widerlegt. Positiv gesprochen: Frauen sind verschieden. Sie wollen fuÌr ihre Arbeit angemessene Entlohnung. Sie wollen Karriere machen. Sie wollen in FuÌhrung gehen und dabei unterstuÌtzt werden. Sie reduzieren Familienfreundlichkeit nicht auf Kinderbetreuung.
Es haben 3.104 Frauen ab 20 bis uÌber 50 Jahren an der Befragung teilgenommen. Insgesamt wurden 80 Kriterien abgefragt, aufgeteilt auf acht Kategorien: Allgemeine Kriterien der Arbeitgeberwahl (z.B. Standort des Unternehmens), Unternehmensstrategie und Unternehmensorganisation, Arbeitszeiten, VerguÌtung, Arbeitgeber-Image, Unternehmenskultur und Umgangsformen, Familienfreundlichkeit / Familieneinrichtungen, UnterstuÌtzung und Beratung fuÌr Frauen.
Widerlegung von fuÌnf Mythen
Die Ergebnisse können eindeutig fuÌnf Mythen zum Thema „Frauen und Karriere“ widerlegen.
- Mythos 1: âFuÌr Frauen spielt das Gehalt keine Rolleâ widerlegt! Gleicher Lohn fuÌr gleiche Arbeit ist fuÌr 94% der Frauen wichtig bzw. sehr wichtig, gefolgt von der âGehaltsentwicklungâ (93%). Auch ein âtransparentes VerguÌtungssystemâ bewerten 87% der Frauen als ein wichtiges Arbeitgeberwahl-Kriterium. âHier sehen wir eine deutliche VerĂ€nderung zu den Ergebnissen der ersten Befragung von 2011/2012,â kommentiert Melanie Vogel, Initiatorin der Studie. âDamals lag das Kriterium âEinstiegsgehaltâ auf Platz 26, heute auf Platz 12.â
- Mythos 2: âFrauen wollen keine Karriere machenâ widerlegt! FuÌr rund 65% der befragten Frauen ist Karriere wichtig bzw. sehr wichtig. Nur 7% bewerten Karriere als unwichtig. Allerdings nimmt die Wichtigkeit von Karriere bei Frauen uÌber 40 Jahren signifikant ab.
- Mythos 3: âFrauen wollen nicht in FuÌhrung (gehen)â widerlegt! Auch dieser Mythos ist widerlegt. 4 von 5 Frauen (78,9%) finden âAufstiegsmöglichkeitenâ wichtig bzw. sehr wichtig, fuÌr 72,8% der Befragten sind âFrauen in FuÌhrungspositionenâ bzw. âFuÌhrungspositionen auch in Teilzeitâ sehr wichtige Kriterien in Bezug auf die AttraktivitĂ€t von Arbeitgebern und deutlich mehr als die HĂ€lfte der Befragten (61,4%) wuÌnschen sich âfrauenspezifische Angebote, um die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen zu erhöhenâ.
- Mythos 4: âFrauen wollen ein familienfreundliches Unternehmenâ widerlegt! Von den abgefragten Kriterien aus dem Fragenblock âFamilienfreundlichkeitâ ist kein einziges unter den Top 10 gelandet. Der âBetriebskindergartenâ ist nur fuÌr etwas mehr als die HĂ€lfte der Befragten relevant, wĂ€hrend die âUnterstuÌtzung bei PflegenotfĂ€llenâ mit 72,8% das wichtigste Kriterium aus der Kategorie ist. âEs ist ganz wichtigâ, sagt Melanie Vogel, âdass die Unternehmen verstehen, dass Familienfreundlichkeit nicht gleich Frauenfreundlichkeit bedeutet. Ein Betriebskindergarten ist kein Garant fuÌr eine erfolgreiche Karriere im Unternehmen. Das haben Frauen verstanden und legen andere WertmaĂstĂ€be bei der Beurteilung eines Arbeitgebers an.â
- Mythos 5: âAlle Frauen sind gleichâ widerlegt! Die Umfrage zeigt dagegen klar: WuÌnsche und Anforderung der Frauen an Arbeitgeber sind lebensphasenorientiert. Berufseinsteigerinnen legen signifikant weniger Wert auf eine âFrauenquote bei der Stellenbesetzungâ, Frauen zwischen 41-50 Jahren ist der âFrauenanteil in FuÌhrungâ um 25 Prozentpunkte wichtiger als Frauen zwischen 26-30 Jahren. Hier zeigen sich auch die Unterschiede zwischen heterosexuellen Frauen, denen âElternzeitregelung/ Arbeitsplatzgarantieâ um 33 Prozentpunkte wichtiger ist als den lesbischen Frauen. Die wiederum legen um 29 bzw. 32 Prozentpunkte mehr Wert auf âRegenbogen/LGBTNetzwerkeâ und âGleichstellung von Lebenspartnerschaften und Ehe
bzgl. Arbeitgeberleistungenâ. Susanne Hillens, Vorstandsfrau der Wirtschaftsweiber: âArbeitgeber unterschĂ€tzen bisher, wie sie mit einer Diversity-Kultur hinsichtlich sexueller Orientierung Top-KrĂ€fte.
Alle Frauen sind gleich? Nein!
Frauen sind verschieden. Die Studie weist nach, dass die Zielgruppe der „Frauen“ das gesamte Diversity-Spektrum erfasst und sich daraus völlig unterschiedliche WuÌnsche und Anforderungen ergeben â je nach Alter, Lebenserfahrung, sexueller Orientierung und in manchen FĂ€llen sogar je nach Region, in der die Frauen leben. Ihre WuÌnsche und Anforderungen an (potenzielle) Arbeitgeber sind zwar Ă€hnlich, einen âMasterplanâ zur Umsetzung kann es jedoch aufgrund der Vielschichtigkeit der Zielgruppe nicht geben. Susanne Hillens: âEs gibt keine Kochrezepte, aber die Bereitschaft zu FlexibilitĂ€t in der Auseinandersetzung seitens der Unternehmen wuÌrden lesbische Frauen honorieren.â Frauen fordern von ihren Arbeitgebern FlexibilitĂ€t. Nicht der Betriebskindergarten macht sie allein selig, sondern gute und gerechte Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten und Förderung sind gefragt. âUnternehmen, die wertschĂ€tzend und wertschöpfend mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen und auf ein diskriminierungsfreies Betriebsklima sowie eine kollegiale Zusammenarbeit und eine entsprechende FuÌhrungskultur achten, gehören langfristig zu den Gewinnernâ, zieht Melanie Vogel als ResuÌmee aus der Befragung.








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