Wann sind NebentÀtigkeiten erlaubt?

 

Im Wandel unserer Arbeitswelt kommt es immer hĂ€ufiger vor, dass ein Arbeitnehmer nicht nur einen, sondern gleich zwei Jobs ausĂŒbt. Die BeschĂ€ftigung ist dabei meist in einen „Hauptjob“ und einen oder mehrer sogenannte Nebenjobs untergleidert.

 

Generell versteht man unter einer NebentĂ€tigkeit jede BeschĂ€ftigung des Arbeitnehmers, die er neben seiner TĂ€tigkeit fĂŒr seinen Hauptarbeitgeber ausĂŒbt. NebentĂ€tigkeiten sind z.B.:

  • Anstellungen bei anderen Arbeitgebern,
  • ein weiterer Job beim Hauptarbeitgeber,
  • selbstĂ€ndig ausfĂŒhrende TĂ€tigkeit im Rahmen eines Dienst- oder Werkvertrags oder
  • ehrenamtliche TĂ€tigkeiten.

Wann sind NebentÀtigkeiten erlaubt?

Sind im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag keine besonderen Regelungen enthalten, sind NebentĂ€tigkeiten auch ohne Genehmigung des Arbeitgebers erlaubt. DarĂŒber hinaus ist es grundsĂ€tzlich so geregelt, dass der Arbeitnehmer nach der vertraglich festgelegten Arbeitszeit, selbst entscheiden kann, was er machen will. Jedoch gibt es auch FĂ€lle, in denen eine NebentĂ€tigkeit verboten ist.

Wann ist eine NebentÀtigkeit unzulÀssig?

Eine NebentĂ€tigkeit ist unzulĂ€ssig, wenn sie den Arbeitnehmer so sehr einspannt, sodass er seine Hauptarbeit nicht mehr adĂ€quat leisten kann, da er stĂ€ndig ĂŒbermĂŒdet ist. Unter diesen UmstĂ€nden, kann der Arbeitgeber die zweite BeschĂ€ftigung unverzĂŒglich verbieten.

Wann ist eine NebentÀtigkeit konkurrenzfÀhig und damit unzulÀssig?

WĂ€hrend der Dauer der BeschĂ€ftigung beim Arbeitgeber, darf der Arbeitnehmer keine andere TĂ€tigkeit ausĂŒben, die sich nachteilig auf das Unternehmen des Arbeitgebers auswirkt. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer im GeschĂ€ftszweig seines Arbeitgebers keine GeschĂ€fte machen darf. Arbeitnehmer mĂŒssen sich ihrem Arbeitnehmer gegenĂŒber laut Gesetz loyal verhalten. Sie unterliegen einem sogenannten Wettbewerbsverbot.

Wann ist eine NebentĂ€tigkeit wegen Überschreitung der Arbeitszeiten unzulĂ€ssig?

Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sind Regelungen darĂŒber enthalten, wie viele Stunden Arbeitnehmer wĂ€hrend eines ArbeitsverhĂ€ltnisses arbeiten dĂŒrfen. Normalerweise ist eine 48-Stundenwoche bei sechs Tagen (Montag bis Samstag) und höchstens 60 Stunden erlaubt.

Ist eine NebentÀtigkeit im Urlaub rechtswidrig?

Im § 8 Bundesurlaubsgesetz heißt es:  „WĂ€hrend des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende ErwerbstĂ€tigkeit leisten.“ Demnach dĂŒrfen Arbeitnehmer wĂ€hrend ihrer Urlaubszeit keiner NebentĂ€tigkeit nachgehen, die sie zu sehr beansprucht und sie an der AusfĂŒhrung des Berufs beim Hauptarbeitgeber hindert.

 

Besteht eine Pflicht, NebentÀtigkeiten anzuzeigen?

Wird im Arbeits- oder Tarifvertrag darauf hingewiesen, dass NebentĂ€tigkeiten angezeigt werden mĂŒssen, so ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, den Arbeitgeber ĂŒber eine andere BeschĂ€ftigung in Kenntnis zu setzen. Besteht keine Pflicht zur Anzeige, muss der Arbeitnehmer eine NebentĂ€tigkeit von sich aus anzeigen, wenn die ausgeĂŒbte TĂ€tigkeit gegen die berechtigten Interessen des Arbeitgebers verstĂ¶ĂŸt.

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