4. Wie organisiere ich meine Arbeit während meiner Auszeit

Eine der Herausforderungen bei längeren Auszeiten ist die Regelung der Vertretung, kurz: Wer erledigt Ihre Arbeit, wenn Sie nicht da sind?

Auch in unseren Beratungsgespr√§chen zeigt sich oft, dass die gr√∂√üte Sorge der Arbeitgeberseite ist, wer w√§hrend der Abwesenheit den Job √ľbernehmen soll.

Dabei fehlt es zuweilen am Wissen, was genau der Mitarbeiter eigentlich macht, wie er seine Aufgaben erledigt und mit welchen Fristen. Sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, ist also auch eine Chance f√ľr das Unternehmen, individuelles Wissen zu erfassen und zu strukturieren. Werden Sie als Arbeitnehmer mit dieser Frage konfrontiert, ist es von gro√üem Vorteil, entsprechend darauf vorbereitet zu sein. F√ľhren Sie eine Zeit lang eine genaue Aufstellung, womit Sie inhaltlich wie auch zeitlich an Ihren Arbeitstagen besch√§ftigt sind. Zerlegen Sie Ihre Arbeit in Einzelteile. Danach gruppieren Sie die verschiedenen T√§tigkeiten nach Inhalten und √ľberlegen:

  1. Warum erledige genau ich diese Aufgaben?
  2. Sind diese Aufgaben bei mir richtig platziert?
  3. Wer √ľbertr√§gt mir welche Aufgaben und aus welchem Grund?
  4. Habe ich sinnvolle Vorlaufzeiten?
  5. Muss diese Arbeit gemacht werden, oder ist es ein Relikt der Argumentation: ‚ÄěDas haben wir hier schon immer so gemacht“?
  6. Wer k√∂nnte an meiner Stelle fachlich und zeitlich diese Aufgaben √ľbernehmen?
  7. Welche Vorteile ergeben sich daraus f√ľr den ‚Äě√ľbernehmenden‚Äú Kollegen? (Zusatzqualifizierung, Wissenserweiterung, das ‚ÄěRecht“, seine Aufgaben f√ľr die Zeit seines Sabbaticals ebenfalls zu verteilen).
  8. Welche Chancen bieten sich f√ľr die zuk√ľnftige Aufgabenverteilung?

Sicher fallen Ihnen noch viel mehr Fragen dazu ein, wenn Sie erst einmal mit diesen √úberlegungen begonnen haben.

Wir kennen nat√ľrlich auch einige der √Ąngste und Gr√ľnde, warum diesem Thema gerne aus dem Weg gegangen wird – es k√∂nnen sich Fragen ergeben wie: ‚ÄěIst der Job, den ich mache, √ľberhaupt wertsch√∂pfend f√ľr das Unternehmen? Bin ich gar ersetzbar?‚Äú Oder auch: ‚ÄěWem sollte ich denn meine Expertenaufgaben √ľbergeben, wenn ich hierf√ľr der einzige Experte im Unternehmen bin?‚Äú

Wenn Sie feststellen, dass Sie wirklich der einzige Experte f√ľr Ihre Aufgaben im Unternehmen sind, dann ist es f√ľr das Unternehmen von gr√∂√ütem Interesse, dieses Wissen auf eine breitere Basis zu stellen. Schnellstm√∂glich! Erarbeiten Sie Vorschl√§ge, wie und mit welchen Methoden Ihr Wissen auf Ihre Kollegen √ľbertragen werden kann. Hilfe daf√ľr finden Sie gegebenenfalls bei der Personalabteilung, der internen Trainingsabteilung oder im besten Fall beim Wissensmanager/ Knowledge Manager Ihres Unternehmens.

Wenn Sie f√ľr sich feststellen, dass Ihr Job ersetzbar ist, ist das nat√ľrlich erst einmal eine Erkenntnis, die Sie verdauen m√ľssen. Daraus resultiert jedoch auch eine Chance: √úberlegen Sie sich, wie Sie f√ľr Ihre Firma einen Wert schaffen! Seien Sie kreativ und egoistisch: Was macht Ihnen Spa√ü und schafft zudem einen Mehrwert? Wie kann sich Ihr Aufgabengebiet √§ndern? Was ben√∂tigen Sie daf√ľr und welche Vorteile ergeben sich f√ľr das gesamte Unternehmen daraus? Ausger√ľstet mit diesen Ideen sind Sie bestens vorbereitet f√ľr das Gespr√§ch mit Ihrem Vorgesetzten.

Bei allen Planungen und Vorteilen, die Sie darlegen, bleiben Sie bitte realistisch: Nat√ľrlich wird es an der einen oder anderen Ecke zu einem Engpass kommen, nat√ľrlich bekommt durch Ihre Auszeit der ein oder andere Kollege eine Zusatzaufgabe. Diese Tatsachen zu verschweigen ist wenig hilfreich und kann unter Umst√§nden im Kollegenkreis negativ aufgefasst werden. Es gilt jedoch, das Augenmerk von der Feststellung ‚ÄěDas ist so.“ auf die Frage ‚ÄěIst es zumutbar?“ zu lenken. Denn so banal es klingen mag: Es gibt f√ľr alles eine L√∂sung!

Falls Sie Fragen, Anregungen oder W√ľnsche haben oder wir Ihnen beratend zur Seite stehen k√∂nnen ‚Äď schreiben Sie uns eine Mail an: karrierefaktor@auszeitagentur.de

 

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