Was Sie zum Thema K├╝ndigung wissen sollten!

 

Die K├╝ndigung ist eine einseitige, empfangsbed├╝rftige Willenserkl├Ąrung durch den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer. Dadurch soll ein Arbeitsverh├Ąltnis unter Einhaltung einer bestimmten Zeit aufgehoben werden.

 

F├Ąllt das Arbeitsverh├Ąltnis unter das K├╝ndigungsschutzgesetz (KSchG), ist der Arbeitgeber rechtlich dazu verpflichtet, f├╝r Ihre K├╝ndigung ÔÇôsowohl au├čerordentlich als auch ordentlich- einen nachvollziehbaren Grund anzugeben. Nur auf diese Weise wird die K├╝ndigung wirksam.

Vern├╝nftige K├╝ndigungsgr├╝nde sind:

  • Gr├╝nde in der Person
  • Gr├╝nde im Verhalten
  • Betriebsbedingte Gr├╝nde

K├Ânnen Arbeitnehmer auch wegen Krankheit gek├╝ndigt werden?

Erst wenn die folgenden drei Voraussetzungen erf├╝llt werden, ist eine krankheitsbedingte K├╝ndigung rechtswirksam:

  1. Der Arbeitgeber muss beweisen k├Ânnen, dass der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gr├╝nden nicht mehr in der Lage sein wird, der vereinbarten Arbeitsleistung nachzukommen. Hierbei spricht man von einer negativen Gesundheitsprognose.
  2. Die durch die Arbeitsunf├Ąhigkeit anzunehmenden Fehlzeiten, m├╝ssen zu internen St├Ârungen f├╝hren und den reibungslosen Betriebsablauf behindern. Auch die Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz des Arbeitgebers durch Lohnfortzahlung, rechtfertigt eine krankheitsbedingte Entlassung.
  3. Eine abschlie├čende Interessenabw├Ągung, die zugunsten des Arbeitgebers ausgehen muss, soll feststellen, ob ihm die Fortsetzung des Arbeitsverh├Ąltnisses mit dem Arbeitnehmer bis zum Ablauf der ordentlichen K├╝ndigungsfrist zuzumuten ist. Demnach m├╝ssen alle Pro und Contra Argumente gegeneinander abgewogen werden.

Gr├╝nde f├╝r eine K├╝ndigung:
Auswirkungen auf den Betriebsablauf, Grad des Verschuldens (leicht, mittel, hoch), evtl. Schaden des Arbeitgebers, soziale Lage des Arbeitnehmers (Alter, Familienstand, Unterhaltspflichten).

Gr├╝nde gegen eine K├╝ndigung:
Wenn ein Arbeitnehmer ├╝ber viele Jahre hinweg niemals einen Grund zu Beanstandungen gegeben hat.

Was ist eine au├čerordentliche und eine ordentliche K├╝ndigung?

Eine au├čerordentliche K├╝ndigung kann nur aus vern├╝nftigem Grund erfolgen. Dabei muss der K├╝ndigende sich nicht an die K├╝ndigungsfristen halten. Wie bereits erw├Ąhnt kann nur gek├╝ndigt werden, wenn ein triftiger Anlass vorliegt. Das ist der Fall, wenn eine Weiterf├╝hrung des Arbeitsverh├Ąltnisses f├╝r den K├╝ndigenden unzumutbar ist. Liegt ein ausreichender K├╝ndigungsgrund vor und wird zuvor eine Abmahnung ausgesprochen, erfolgt eine au├čerordentliche K├╝ndigung.

Bei einer ordentlichen K├╝ndigung, kann das Arbeitsverh├Ąltnis nur unter Ber├╝cksichtigung einer K├╝ndigungsfrist beendet werden.

Was ist der Sonderk├╝ndigungsschutz?

Der Sonderk├╝ndigungsschutz gilt f├╝r bestimmte Personengruppen, die besonders schutzbed├╝rftig sind. Personen, die sich auf diesen Schutz berufen k├Ânnen, sind Schwerbehinderte, werdende M├╝tter, der Wehrdienst und Betriebsrat. Diesen Personen kann nur dann gek├╝ndigt werden, wenn im Vorhinein eine beh├Ârdliche Zustimmung eingeholt wird.

Warum machen K├╝ndigungsfristen Sinn?

K├╝ndigungsfristen sind notwendig, da sie den Zeitraum zwischen dem Zugang der K├╝ndigung und dem Ende des Arbeitsverh├Ąltnisses regeln. Im Arbeits- und Tarifvertrag oder im Gesetz werden K├╝ndigungsfristen schriftlich festgelegt. Wird die Frist nicht ber├╝cksichtigt, kann eine Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.

Ist eine schriftliche K├╝ndigung notwendig?

Gem├Ą├č ┬ž 623 BGB muss eine K├╝ndigung schriftlich erfolgen. Eine K├╝ndigung, die nicht der gesetzlichen Norm entspricht, ist somit nicht wirksam. Eine Urkunde mit Unterschrift ist allgemein anerkannt.

Muss man die K├╝ndigung begr├╝nden?

Im Allgemeinen braucht eine wirksame K├╝ndigung keine Begr├╝ndung. Bei au├čerordentlichen K├╝ndigungen, kann der Arbeitnehmer einen Grund schriftlich verlangen. Wenn der Arbeitnehmer K├╝ndigungsschutz genie├čt, kann er mit einer K├╝ndigungsschutzklage, sp├Ątestens im Prozess die Gr├╝nde einfordern.

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